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60 Schweine sterben bei Tiertransporterunfall nahe Bonn: PETA erstattet Anzeige und fordert Ende der kommerziellen Beförderung lebender Tiere

Stand Januar 2016
Bonn / Stuttgart, 25. Januar 2016 – Tod im Tiertransporter: Am vergangenen Mittwoch starben 60 Schweine bei einem Tiertransporterunfall am Autobahndreieck St. Augustin West bei Bonn. Nach Angaben der Polizei fuhr der Lkw zu schnell von der A59 auf die Auffahrt der A560 Richtung Hennef und kippte um. 60 der insgesamt 180 transportierten Schweine mussten aufgrund ihrer starken Verletzungen eingeschläfert werden. Wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung hat PETA Deutschland e.V. nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bonn gegen die Verantwortlichen erstattet. Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst und sind erdrückender Enge sowie Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von Tiertransporten.
 
„Schonende Tiertransporte gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Schweine, Rinder, Hühner oder Puten qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die empfindlichen Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Verbraucher, der Fleisch isst, trägt Mitschuld. Nur eine vegane Ernährung ist tierleidfrei.“
 
PETA dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrleuten sowie allen Helferinnen und Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.
 
Laut der Tierschutztransportverordnung dürfen Schweine bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Schon diese Transportdauer ist eine extreme Belastung für die empfindlichen Tiere, doch aufgrund der Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten oft sehr viel länger. Auch ohne Transporterunfälle leiden Tiere in der Ernährungsindustrie: Ihr in der Regel kurzes Leben verbringen die meisten Schweine in riesigen Ställen auf Spaltenböden, ohne je frische Luft zu spüren. Dabei sind Schweine intelligente und äußerst sensible Lebewesen. Genau wie Hunde zeigen sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sind sehr reinliche Tiere.
 
Jedes Jahr werden etwa 58 Millionen Schweine in deutschen Schlachthäusern getötet. Laut Bundesregierung sind dabei etwa sechs Millionen Tiere nicht ausreichend betäubt und weisen teilweise noch Lebenszeichen auf, wenn sie in das über 100 Grad heiße Brühbad kommen [1].
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
[1] http://www.baerbel-hoehn.de/fileadmin/media/MdB/baerbelhoehn_de/www_baerbelhoehn_de/kleine_anfrage_tierschutz_bei_schlachtun.pdf
 
Weitere Informationen:
Veganstart.de

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de