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 »  »  »  »  » Tierschutz darf nicht auf der Strecke bleiben: Helfen Sie, die sinnlose Fuchsjagd in BW zu stoppen

Mehr Schutz für Füchse im neuen Landesjagdgesetz Baden-Württemberg

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Gesetzesreform ist abgeschlossen

Stand Mai 2015
Update April 2015
Im April 2015 sind das neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg und die Durchführungsverordnung zum neuen Gesetz in Kraft getreten. Auch wenn die Veränderungen nur ansatzweise die Forderungen von PETA erfüllen, konnten wir durch intensive Bemühungen mit Ihrer Hilfe Verbesserungen für die Tiere erreichen:
  • Schonzeit für Füchse: Erstmals haben Füchse in Baden-Württemberg eine mehrmonatige Schonzeit.
  • Jungfuchsfallen weiterhin verboten: Die Jungfuchsfallen wurden aus dem Entwurf der Durchführungsverordnung gestrichen und bleiben weiterhin unzulässig.
Obgleich die Jagd auf Füchse weiterhin erlaubt bleibt, setzt die Novellierung ein wichtiges Zeichen und ist ein Schritt in die richtige Richtung mit dem langfristigen Ziel, das blutige Hobby der Jäger endlich zu verbieten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


Update März 2015
Bei einer Kundgebung der Jäger gegen das neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz vor dem Landtag in Stuttgart nahmen wir an einer gemeinsamen Aktion der baden-württembergischen Tierrechtsvereine teil und demonstrierten unter dem Motto „Mehr Rechte für Füchse statt für Jäger!“ gegen die Fuchsjagd. Zudem nutzten wir den Anlass, um dem Landtagsdirektor die 14.257 Unterschriften unserer Online-Petition für ein Verbot der Fuchsjagd zu überreichen. Der Petitionsausschuss des Landtags wird sich nun mit unserem Anliegen befassen. Danke an die vielen Tausend Unterstützer, die den Füchsen eine Stimme gegeben haben.

Vorgeschichte Februar 2015
Für das im April 2015 in Kraft tretende neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz hat die baden-württembergische Landesregierung aktuell einen Entwurf zur Durchführungsverordnung vorgelegt. Mit den darin enthaltenen neuen Regelungen werden zahlreiche Wildtierarten wie Füchse und andere Beutegreifer ohne vernünftigen Grund von der Landesregierung weiterhin zur Jagd freigegeben. Zudem soll die Jagd auf Fuchswelpen mit Drahtgitterfallen künftig vorbehaltlos zulässig sein, für die bislang eine Sondergenehmigung nötig war.

Getötete Füchse werden für gewöhnlich nicht verwertet und auch aus wildbiologischer oder gesundheitlicher Sicht besteht kein Grund für die massenhafte Tötung der Beutegreifer. Die Jagd auf Füchse verstößt somit gegen das Tierschutzgesetz und muss verboten werden. 

 
© Sandro und Bianka Pelli, www-schonzeit-fuer-fuechse.de
In Deutschland werden jedes Jahr etwa eine halbe Million Füchse getötet. Für gewöhnlich landen die toten Körper anschließend in der Mülltonne.

Hintergrund:


Fakten sprechen für die Füchse
Die Tollwut gilt dank dem Einsatz von Impfködern in Deutschland seit 2008 offiziell als ausgemerzt. Durch die Bejagung war es dagegen nicht möglich, die Tollwut zu bekämpfen. Ganz im Gegenteil, die Jagd führte sogar zur Krankheitsverbreitung. Durch die Jagd werden stabile Sozialstrukturen zerstört, was bei Füchsen zu erhöhter Fortpflanzung und zur Wanderung einzelner Tiere führt. [1] So bedingt die Jagd nicht nur einen Anstieg der Geburtenrate, sondern auch die Verbreitung potenzieller Krankheiten. Auch der von den Jägern immer wieder angeführte Fuchsbandwurm rechtfertigt die Verfolgung des Fuchses nicht. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, ist laut Prof. Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg heutzutage geringer als ein Sechser im Lotto – die Infektion zählt zu den seltensten Parasitosen Europas [2]. Die Räude stellt für Mensch oder Hund im Zeitalter der modernen Medizin ebenfalls kein Problem dar, ein Ansteckungsrisiko besteht zudem nur bei direktem Kontakt mit dem infizierten Tier.
 
Populationsrückgänge betroffener Arten, wie beispielsweise Auerhuhn oder Feldhase, sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Füchse ernähren sich hauptsächlich von Mäusen. Die Jäger selbst hingegen töten allein in Baden-Württemberg jährlich über 7.000 Feldhasen. Der Fuchshass der Jäger liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass diese Beutegreifer mit den Waidmännern um dieselben Beutetiere konkurrieren. Dies geben sie sogar offen zu: „Um unser Niederwild zu hegen und wieder gute Strecken an Hasen und Fasanen zu erzielen, dürfen wir nicht nachlassen, seine Beutegreifer zu bejagen.“ [3] Braunisch & Suchant  (2013) von der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden-Württemberg weisen in ihrem „Aktionsplan Auerhuhn im Schwarzwald“ darauf hin, dass die Hauptursache des Bestandsrückganges des Auerhuhns in der Veränderung des Lebensraums liegt. [4] Die Jagd ist demnach nachrangig, und die Tötung von jährlich etwa 70.000 Füchsen in ganz Baden-Württemberg zum Schutz der nur lokal vorkommenden Auerhuhn-Population steht in keiner Relation. Gestaltung und Vernetzung der Lebensräume des Auerwildes würden die Ursachen des Artensterbens weitaus effektiver anpacken. Gezielte Eingriffe in lokale Populationen der Beutegreifer sind ohnehin durch das Bundesnaturschutzgesetz geregelt.
 
Füchse sind ein wichtiger Teil unserer Natur
In der Natur stehen Beute und Beutegreifer in einer komplexen Beziehung zueinander. Füchse sind ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und somit Krankheitsherde sofort eliminieren. [5] Die Jäger töten bestenfalls nicht-selektiv und bringen das natürliche Gleichgewicht erheblich durcheinander.
 
Fuchs vs. Mäusegift
In der Landwirtschaft werden hochgiftige Substanzen gegen Mäuse eingesetzt, denn die Nagetiere verursachen laut Professor Dr. Gerhard Lauenstein von der Uni Gießen landwirtschaftliche Schäden in einer Höhe von bis zu 400 Millionen Euro jährlich. [6] Diese Gifte sind nicht nur tödlich für die Mäuse, sondern stellen eine erhebliche Gefahr für alle Wildtiere, aber auch für Hunde und Katzen dar. Füchse ernähren sich hauptsächlich von Mäusen, so vertilgt ein einziges Tier schätzungsweise 3.000 Mäuse jährlich. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten (Allgäu) empfiehlt deshalb, die natürlichen Beutegreifer dieser Nagetiere zu fördern, statt sie zu bekämpfen. [7] Jedes Jahr werden in Deutschland etwa eine halbe Million Füchse von Jägern getötet.
 
[1] Frommhold, D. (2007): Füchse im Fadenkreuz – über Sinn und Unsinn der Fuchsjagd. www.fuechse.info (abgerufen am 15.05.2014).
[2] Brehm, K. zitiert in: Fersch, B. (2012): Fuchsbandwurm: Keine Angst vor Waldbeeren. In: Apothekenumschau online (abgerufen am 15.05.2014).
[3] Lintow C. (2011) Praxistipp Fuchsbejagung Ludern fürs Niederwild. Jagd in Bayern 11/2011
[4] Braunisch V. & Suchant R. (2013) Aktionsplan Auerhuhn Tetrao urogallus im Schwarzwald: Ein integratives Konzept zum Erhalt einer überlebensfähigen
PopulationVogelwelt 134: 29 – 41.
[5] Stevens A. N. P. (2010) Dynamics of Predation. Nature Education Knowledge 3(10):46.
[6] Lauenstein G. in Ricken B. (2014) Hundebesitzer in Sorge: Bauern kämpfen mit Gift gegen Mäuse. Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA). 25.11.2014.
[7] Honisch M. (ohne Datum) Mäuse im Grünland erfolgreich bekämpfen. Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten (Allgäu) mit Landwirtschaftsschulen.