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Tierquälerei mit Qualitätssiegel

Undercoverrecherche in Deutschlands "sauberen" Tierfabriken der CMA

Stand Januar 2008
2001 haben Fleischlobbyisten, angeführt von der CMA, die Qualitäts- und Sicherheits-GmbH, kurz QS gegründet. Durch das gleichnamige QS-Siegel sollten die Verbraucher nach den BSE und MKS-Skandalen wieder mehr Vertrauen zu deutschen Lebensmitteln und insbesondere zum Fleisch gewinnen. Doch was die meisten Verbraucher nicht wissen: das viel umworbene QS-Siegel wird durch keine staatliche Stelle vergeben, somit findet keine unabhängige Kontrolle statt.

AKTUELLE RECHERCHEN AUS DEM QS-ZERTIFIZIERTEN HEIDEMARK-BETRIEB IN VECHTA

 


Hier sehen Sie die erste PETA-Recherche aus QS-zertifzierten Mastbetrieben:

 

 

Partner der QS Qualität und Sicherheit GmbH copyright: www.q-s.info

Die Industrie verleiht sich selbst ein Siegel.

Die Website der QS-GmbH propagiert einen weitreichenden Verbraucherschutz, so wirbt die Firma mit Slogans wie „Vertrauen ist gut. QS ist besser” und behauptet selbstbewusst „Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nach dem blauen QS-Zeichen Ausschau halten. Denn Transparenz und Vertrauen werden bei QS groß geschrieben.“
Dieser Aufforderung sind wir nachgekommen. In einem bekannten Discounter in Köln. Bei einem Blick in die Kühltheke zeigt sich, dass fast ausschließlich QS-zertifiziertes Fleisch angeboten wird. Die Discounter schmücken sich gerne mit diesem Siegel, machen in den firmeneigenen Broschüren kräftig Werbung für eine transparente und sichere Herkunft. Doch die Transparenz endet oft schon an der Kasse. Auf unsere Nachfragen, woher konkret dieses Fleisch kommt, kann uns die Kassiererin keine Antwort geben, mehr noch, sie ist selbst völlig ratlos.

Doch die Versprechungen der QS-Firma lauten anders:

„Das Ergebnis ist ein jederzeit nachvollziehbares und dokumentiertes System der Qualitätssicherung.“

Für dieses Tier kommt ohnehin jede Hilfe zu spät, es ist tot. Hinten im Stall sieht es nicht besser aus.

Artgerechte Tierhaltung?

Auch der Tierschutz und die artgerechte Tierhaltung werden in der QS-Zentrale in Bonn ganz großgeschrieben. In den aufwendigen Werbeanzeigen wird inseriert, dass eine gesunde Fütterung der Tiere, eine tiergerechte Haltung sowie schonende Transporte stattfinden. Doch: Die vielversprechenden Worte haben mit der Realität nichts zu tun.

Diese Aufnahme entstand in einem Schweinemastbetrieb im nordrheinwestfälischen Delbrück, der nachweislich während der Aufnahmen QS-zertifiziert war. Und nicht nur das: der Betreiber dieses sprichwörtlichen „Schweinestalls“ ist selber Veterinärmediziner. Doch seine Tiere kommen augenscheinlich nicht in den Genuss einer medizinischen Versorgung. Wir finden Schweine mit mehrere Tage alten Wunden. In fensterlosen Hallen vegetieren die Schweine vor sich hin.

Die von QS ebenfalls viel umworbene gesunde Fütterung der Tiere sieht in diesem Betrieb so aus: Das Brot ist nicht nur vergammelt, sondern völlig verschimmelt. Dennoch wird es an die Schweine verfüttert. Hier geht’s ums Geld.

Dies ist kein Einzelfall.

PETA liegt aus insgesamt sechs deutschen QS-Betrieben erschreckendes Bildmaterial vor, wie hier aus einer Hühnermast in Bösel, Landkreis Cloppenburg.

Die bis zur Unkenntlichkeit skelettierten Hühner wurden nicht aus der Mastanlage entfernt. Infektions- und Seuchenprävention scheinen hier niemanden zu interessieren. Der Mäster kümmert sich überhaupt nicht um seine Tiere. Stattdessen pumpt er wohl der Bequemlichkeit halber direkt den Tierbestand mit Antibiotika voll. Auch das zuständige Veterinäramt drückt bei seinen Kontrollen gerne mal beide Augen zu. Nur wenige Stunden, nachdem diese schockierenden Aufnahmen entstanden sind, wurde der Betrieb routinemäßig vom Cloppenburger Amtsveterinär kontrolliert. Doch zu beanstanden hatte dieser nichts.
In einem QS-Putenstall sieht es nicht besser aus. Überall liegen tote und verweste Tiere. Viele der Puten weisen schwerwiegende Verletzungen auf, doch eine tierärztliche Behandlung erfolgt nicht. Stattdessen wird auch hier auf einschlägig bekannte Antibiotika zurückgegriffen; Arzneibücher belegen den massenhaften Einsatz. Über ein Jahr lang wurden in diesem Stall Bildaufnahmen erstellt, denn dieser ist nicht irgendein Putenstall, er gehört einem sogenannten QS-Bündler. Bündler übernehmen für die QS-Zentrale regionale Aufgaben und kontrollieren andere QS-Teilnehmer. Sie haben eine Vorbildfunktion.

Auch das Fleisch dieser Tiere wird im deutschen Supermarkt als QS-Qualitätsfleisch verkauft.
Ein weiterer Putenmastbetrieb im Landkreis Cloppenburg. Auch hier werden Tiere nach den strengen QS-Standards gemästet, glaubt man dem Schild am Eingangstor. Ein Blick in den Stall zeigt eine katastrophale Tierhaltung. Artgerecht ist dies sicherlich nicht. Bei der von QS angestrebten Turbomast kommt es zu artfremdem Verhalten der Tiere wie Kannibalismus und Federpicken. Das Knochengerüst der Tiere hat wiederum Schwierigkeiten, die schnelle Gewichtszunahme zu tragen.

QS sieht das Tier als Ware und möchte mit dieser Ware möglichst viel Gewinn erzielen. Die Leidtragenden sind die Tiere.

Hygiene- und Seuchenschutzverordnungen scheinen den Putenmäster nicht zu kümmern, viele tote Puten wurden einfach in den Mast-Vorraum gelegt, auch der Kadavereimer war weder verschlossen noch gekühlt. Hier schreibt der Gesetzgeber etwas anderes vor.


Nach Sichtung des gesamten Bildmaterials kommt der Agrarwissenschaftler Dr. Edmund Haferbeck von PETA zu einem niederschmetterndem Fazit:
„QS ist eine reine Verbrauchertäuschung und müsste sofort abgeschafft werden.“

Alle Supermarktketten sollten sich überlegen, sofort zu handeln und QS-Produkte möglicherweise aus dem Sortiment zu nehmen.


 

 

 

 

 

 

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