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 »  »  »  »  » Würdeloser Umgang mit Robby im Zirkus: Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall befürwortet seine Rett

Schockierend: So entwürdigend geht Circus Belly mit Schimpanse Robby um

 
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Berühmte Primatologin Dr. Jane Goodall befürwortet Rettung und Umsiedlung in Auffangstation

Stand April 2017
Update April 2017
Erfolg: Gericht entscheidet für Robby´s Umzug zu Artgenossen / Zirkus will in Berufung gehen

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat entschieden, dass Robby in die Auffangstation AAP umziehen soll, um seine letzten Lebensjahre mit Artgenossen verbringen zu dürfen. Der vom Gericht bestellte Gutachter sieht gute Chancen für eine erfolgreiche Rehabilitation des Tieres. Die Auffangstation in den Niederlanden ist seit über 25 Jahren auf die Aufnahme von Schimpansen aus schlechter Haltung spezialisiert. Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts und setzen uns für eine zügige Überführung ein. Wenn Circus Belly seine Ankündigung wahr macht und in die Berufung geht, könnte sich Robby´s Rettung jedoch noch über viele Monate hinauszögern. In dem Fall werden wir die Behörden dazu auffordern, umgehend schärfere Haltungsrichtlinien anzuordnen. Denn die meiste Zeit ist Robby in einem umgebauten Lkw-Anhänger eingesperrt. Renommierten Experten zufolge sind Menschen keine adäquaten Sozialpartner für einen Menschenaffen. Schimpansen sind hochsoziale Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen für ein erfülltes Leben benötigen. Vielen Dank an alle Unterstützer, die sich für Robby eingesetzt haben. 

Update Februar 2017
Robby muss derzeit weiterhin im Circus Belly ausharren, obwohl die renommierte niederländische Auffangstation AAP ein Angebot zur Aufnahme des Schimpansen abgegeben hat. Während der Zirkus behauptet, Robby gehöre zur Familie, wird der Menschenaffe die meiste Zeit seines Lebens in einen etwa 12 Quadratmeter kleinen Käfigwagen gesperrt und als vermeintliche Attraktion für zahlende Besucher missbraucht. In unserem Blog haben wir die vier wichtigsten Gründe, warum Robby sofort aus dem Zirkus raus sollte, zusammengefasst. Auch das Kreisveterinäramt Celle hat nach Auswertung diverser Fachgutachten beschlossen, dass der Zirkus den Schimpansen bis Ende 2015 an eine Auffangstation abgeben muss, die auf die Rehabilitation von Menschenaffen aus tierquälerischer Haltung spezialisiert ist. Doch der Zirkus hat Beschwerde gegen die behördliche Verfügung eingelegt, und der Gerichtstermin lässt seit Ende 2015 auf sich warten.

Update Oktober 2015
ERFOLG: Robby soll gerettet werden. Das Kreisveterinäramt Celle hat nach Auswertung diverser Fachgutachten beschlossen, dass der Zirkus den Schimpansen bis Ende 2015 an eine Auffangstation abgeben muss, die auf die Rehabilitation von Menschenaffen aus tierquälerischer Haltung spezialisiert ist. Wir haben die Behörden aufgefordert, Robby an die Auffangstation AAP zu übergeben. Vielen Dank an die über 77.000 Unterstützer, die unsere Petition unterschrieben haben. In unserem Blog haben wir die vier wichtigsten Gründe, warum Robby sofort aus dem Zirkus raus sollte, für Sie zusammengefasst.

Stand Juni 2015
Seit vielen Jahren wird Robby im Circus Belly ausgenutzt und unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Statt mit Artgenossen zu spielen, auf Bäumen zu klettern und Freundschaften zu schließen, wird er in der Manege in einen Anzug gesteckt und zum Clown degradiert. Neue Videoaufnahmen vom April 2015 zeigen, wie schändlich und würdelos die Zirkusleute mit dem sensiblen Menschenaffen in der Manege umgehen. Hinter den Kulissen sieht es ebenfalls schlimm aus: Robby wird die meiste Zeit in einen winzigen Käfigwagen gesperrt. Obwohl die tierquälerische Haltung gegen zahlreiche Richtlinien und Gesetze verstößt, hat das zuständige Kreisveterinäramt Celle es versäumt, Robby aus dem Zirkus zu retten.
Bild von Nick Stepowyj (http://www.flickr.com/people/nickstep/)
Dr. Jane Goodall für Robby
Jetzt hat die berühmte Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall die Zurschaustellung von Robby im Zirkus bewertet. Die Primatologin gilt als die renommierteste Schimpansen-Expertin unserer Zeit. Dr. Goodall kommt zu dem eindeutigen Schluss, dass Robby sofort in eine erfahrene Auffangstation übergeben werden sollte, um ihn vor weiterer Ausbeutung zu schützen:
„Ich schreibe diese Zeilen für einen ganz bestimmten Schimpansen – Robby. Ich habe Videoaufnahmen von den Auftritten dieses männlichen Schimpansen im Zirkus gesehen. Ganz abgesehen von dem Training, das Robby durchlaufen musste, wird er hier sicherlich nicht mit dem Respekt behandelt, den er verdient. Ich bin nach eingehender Betrachtung der absoluten Überzeugung, dass Robby aus jeder zukünftigen Situation der kommerziellen Ausbeutung befreit und in eine autorisierte Auffangstation überstellt werden sollte, die weiß, welche Bedürfnisse Tiere aus der Unterhaltungsindustrie haben, z. B. die Stiftung AAP.“
 
Robbys Rettung
Die niederländische Auffangstation AAP ist seit 30 Jahren auf die Rettung von Schimpansen aus schlechter Haltung spezialisiert. Die Experten der Einrichtung befürworten Robbys Herausnahme aus dem Zirkus und halten einen Platz für ihn bereit, damit Robby endlich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein echter Schimpanse sein darf.

Schimpansen in der Unterhaltungsbranche
Dr. Jane Goodall spricht sich grundsätzlich gegen den Einsatz von Schimpansen im Zirkus und im Film aus. Die Expertin findet dabei klare Worte (Der Text ist im englischen Original hier abrufbar):
Zirkusse werden als Ort dargestellt, an dem Familien viel Spaß haben können – das stimmt sicher auch, aber nur, wenn in dem Zirkus keine exotischen Tiere auftreten müssen. Zirkustiere haben normalerweise ein trostloses Leben und verbringen die meiste Zeit in kleinen Käfigen oder Käfigwaggons.
Besonders große Sorgen bereitet mir die Nutzung von Schimpansen im Zirkus. Die Tiere ähneln uns auf so vielfältige Weise. Sie zeigen Emotionen wie Freude, Traurigkeit, Wut und auch Verzweiflung. Sie küssen und umarmen sich, halten die Hand des anderen, kitzeln sich gegenseitig und lachen. Sie gehen starke, liebende und unterstützende Bindungen mit Familienmitgliedern und Freunden ein. Genau wie wir können sie aggressiv sein, aber ebenso Mitgefühl und Altruismus zeigen. Die Anatomie des Gehirns von Schimpansen und Menschen ist beinahe gleich (unser Gehirn ist größer). Schimpansen können denken und Probleme lösen. Sie nutzen und bauen Werkzeuge und Jungtiere lernen durch Zusehen, Nachahmen und Üben, wie man diese nutzt.
 
Ich bin strikt gegen die Ausbeutung von Schimpansen in der Unterhaltungsindustrie (nicht nur im Zirkus, auch in der Werbung oder im Film), weil ich viel darüber weiß. Jeder Schimpanse, der irgendwo auftreten muss, wurde schon sehr früh von seiner Mutter getrennt. Diese Trennung ist absolut traumatisch. In freier Wildbahn wird ein Jungtier erst mit ca. fünf Jahren entwöhnt – und selbst danach wird der Umgang mit Familienmitgliedern häufig noch ein Leben lang weiter gepflegt. Die Tiere können in der Natur bis zu 50 oder 60 Jahre alt werden. Schimpansen sind hochsoziale Lebewesen und die soziale Isolation verursacht im Normalfall psychische Schäden.
 
Wenn Schimpansen älter werden, lehnen sie sich oft gegen die von ihnen verlangte Disziplin auf, und da sie stärker sind als wir, umfasst ihr Training normalerweise körperliche Bestrafung, damit sie sich dem Trainer auch weiterhin unterwerfen. Oft tragen die Tiere ein Elektrohalsband, das einen Elektroschock aussendet, sobald der Schimpanse auch nur ein Anzeichen von Ungehorsam zeigt.“