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Horror in der Schweinemast

Recherche in einem Schweinemastbetrieb in Cappeln

Stand April 2013
Update September 2015: Die beiden verantwortlichen Mäster wurden zu Geldstrafen von 40 Tagessätzen à 25 Euro und 120 Tagessätzen à 25 Euro rechtskräftig verurteilt, Joseph K. gilt nunmehr als vorbestraft (Az.: NZS 1102 Js 17587/13 VRs).

Unerträglicher Gestank, ammoniakdurchtränkte Luft, Blut an den Wänden, kranke und tote Tiere soweit man in der Dunkelheit der Stallanlage sehen kann. Diese grauenvollen Zustände fanden die PETA-Ermittler in einem Schweinemastbetrieb im niedersächsischen Cappeln vor.

Die Tiere stehen in ihren eigenen Exkrementen, sind völlig nass und verdreckt. © PETA
Zahlreiche Schweine lagen in den Stallabteilen in ihren eigenen Exkrementen. Dazwischen Fliegen, Maden, Kakerlaken, Rattenkot sowie etliche lebende und tote Mäuse, deren Kadaver teilweise schon am Boden festgerottet waren. Die Spaltenböden, durch die Kot und Urin abfließen sollen, waren so verstopft, dass die Tiere völlig nass und verdreckt waren.

Zwischen den lebenden Schweinen liegen tote Artgenossen. © PETA
Kranke Schweine zwischen Blut und Kot
Einige Schweine konnten nicht aufstehen oder sich nur sehr schwerfällig bewegen. Manche hatten Nabelbrüche und teilweise bis zu kindskopfgroße Abszesse. Ein totes Schwein lag mitten unter den lebenden. Auch in der so genannten Krankenbucht vegetierten zahlreiche kranke Schweine unter schlimmsten Bedingungen vor sich hin. Hier wurden die Abteile ebenfalls nicht gereinigt. Die kranken Tiere, die zum großen Teil an Mastdarmvorfällen litten, hatten nicht einmal die Möglichkeit, sich auf einer trockenen Stelle hinzulegen. Blut von ihren offenen Darmvorfällen klebte an den kotverschmierten Wänden.

Die gemessenen Ammoniakwerte überstiegen teilweise sogar die 56 ppm. © PETA
Zahlreiche weitere Missstände
Die in der Anlage gemessenen Ammoniakwerte waren viel zu hoch (bis zu 60 ppm), was bei den Tieren zu schweren Atemwegsproblemen führen kann. Die PETA-Ermittler konnten sich nur dank Atemschutzmasken über einen längeren Zeitraum in dem Gebäude aufhalten.
Für die Tiere gab es keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Die vorgeschriebenen Ketten, die den Schweinen als „Spielzeug“ dienen sollen, hingen außerhalb der Stallabteile.
Die Tränkvorrichtungen waren verstopft oder kaputt, so dass die Tiere Flüssigkeit nur aus dem Futterbrei erhielten, der einmal pro Tag in die Steinkübel gefüllt wurde.
Zahlreiche offene und verschlossene Packungen verschiedener Antibiotika-Präparate standen ungeschützt im Vorraum, teilweise sogar auf dem Boden. Da das Gebäude nicht verschlossen war, hätte jeder Zugang zu diesen großen Mengen an Medikamenten gehabt.

Viele Tiere leiden an Mastdarmvorfällen oder kindskopfgroßen Abszessen. © PETA
Ermittlungen über mehrere Wochen
Die PETA-Ermittler beobachteten den Schweinemastbetrieb über mehrere Wochen hinweg und dokumentierten die sich verschlimmernden katastrophalen Zustände. Eines wurde klar: Diese Missstände sind keine Momentaufnahme, sondern die Regel in diesem Betrieb. Der Betreiber kann sich hier nicht herausreden. Die Kadavertonne des Betriebes füllte sich zunehmend mit toten, ausgewachsenen Schweinen, die die Mast nicht überlebt hatten.
PETA konfrontiert Betreiber und stellt Strafanzeige
PETA Deutschland e.V. meldete diese skandalösen Zustände umgehend dem Veterinäramt und erstattete Strafanzeige. Außerdem konfrontierten die Ermittler vor Ort den Betreiber der Anlange. Dieser hatte zunächst für alle Verstöße Ausreden, zeigte sich am Ende jedoch einsichtig und bedauerte die Zustände.

Ausblick
Der Schweinemastbetreiber hat zugesagt, die Missstände innerhalb von zwei Wochen zu beseitigen. Das Veterinäramt ist für die Überwachung zuständig. Unsere Anzeige läuft und der Betreiber wird sich strafrechtlich für das Leid, das er den Schweinen angetan hat, verantworten müssen.

 

Was Sie tun können

Dennoch leiden in diesem Moment Millionen Schweine in den Mastbetrieben. Von dort aus werden sie nach nur etwa sechs Monaten zum Schlachthof gebracht und getötet.
Selbst wenn sich alle Beteiligten an die Tierschutzgesetze und Richtlinen halten, kann das Leiden und Sterben der Tiere nicht verhindert werden. Die einzige Möglichkeit den Tieren wirklich zu helfen, ist eine vegane Ernährung! Bitte überdenken Sie Ihr Konsum- und Essverhalten. Werden Sie vegan!