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Sezieren im Studium: PETA kritisiert die Universität Duisburg-Essen für die Verwendung von Tieren

CAMPUSdirekt ruft Plakatierung zurück – Realität von Sezierkursen zu brutal für den Campus
 
Duisburg / Essen / Stuttgart, 15. August 2017 – Jedes Jahr werden an deutschen Universitäten Millionen sensibler Lebewesen für unwissenschaftliche Tierversuche missbraucht und getötet. Im Rahmen ihrer Kampagne für eine tierversuchsfreie Lehre wollte PETA vergangene Woche mit Plakaten in der Mensa und an den Infopoints der Universität Duisburg-Essen auf die Sezierkurse der Bildungseinrichtung hinweisen. Das Motiv: ein im „Tierverbrauch“ aufgeschnittener Frosch. Obwohl das Motiv lediglich die Realität in Sezierkursen an Universitäten zeigt, wurde die Plakatierung durch den Marketingdienstleister CAMPUSdirekt abgebrochen. Die Tierrechtsorganisation appelliert an die Hochschule, gänzlich auf Tiere im Studium zu verzichten und Studierenden eine Lehre ohne Tierleid anzubieten.
 
„Das Plakat zeigt den Alltag vieler lebenswissenschaftlicher Studiengänge. So werden auch an der Universität Duisburg-Essen noch immer Tiere seziert – eine Praxis, für die es längst bessere, tierfreie Alternativmethoden gibt“, so Nils Drixler, Junior Coordinator gegen Tierversuche bei PETA. „Wir fordern die Verantwortlichen auf, den Tierschutz ernst zu nehmen und die Verwendung von Tieren in der Lehre komplett zu stoppen.“
Neben der Abschaffung von Tierversuchen in der Lehre fordert PETA mehr Transparenz hinsichtlich der an Universitäten angewandten Methoden. Für Studierende und Studieninteressierte muss klar ersichtlich sein, ob tierleidfreie Lehrmethoden angeboten werden oder ob nach wie vor Sezierkurse stattfinden – nur so können sie sich für ein Studium ohne Tierleid entscheiden. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Bremen haben Studierende dank eines Freistellungsparagraphen im Hochschulgesetz theoretisch die Möglichkeit, sich von Sezierkursen freistellen zu lassen und anhand alternativer Methoden zu lernen. Doch auch hier sieht die Realität an vielen Universitäten anders aus und Studierende werden nach wie vor – unter Androhung der Exmatrikulation oder schlechterer Berufschancen – zu Sektionen gezwungen.
 
Der auf den Plakaten abgebildete Frosch steht symbolisch für das Leid aller Tiere, die in Sezierkursen gequält und getötet werden. In den gängigen Anatomiekursen werden auch andere Tiere seziert, in der Regel handelt es sich dabei um Wirbellose, Fische und Säugetiere. Heutzutage gibt es für Studiengänge wie Biologie oder Veterinärmedizin jedoch tierleidfreie Modelle und Simulatoren, an denen Studierende ihre Fertigkeiten verbessern und Vorgänge beliebig oft wiederholen können. Studierende, die ohne Tierversuche unterrichtet wurden, schneiden im Vergleich genauso gut oder sogar besser ab als Kommilitoninnen und Kommilitonen, die im Rahmen des Studiums an Tieren experimentiert hatten. Angesichts der zahlreichen heute verfügbaren Möglichkeiten zur Etablierung einer fortschrittlichen und tierversuchsfreien Lehre muss in Zeiten von Computersimulationen, 3-D-Modellen und anderen Alternativmethoden kein Tier für Ausbildungszwecke leiden und sterben.
In jüngster Zeit hat sich unter anderem Sängerin Vanessa Mai in einer PETA-Kampagne gegen das Sezieren an Universitäten eingesetzt.
 
Das druckfähige Motiv finden Sie hier zum Download.
 
Weitere Informationen:
Studieren-ohne-Tierversuche.de
PETA.de/Tierversuche_in_der_Lehre
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de