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Tiermarkt Waldbröl: PETA-Ermittler decken Missstände auf

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Strafanzeige gegen die Verantwortlichen

Stand Oktober 2013
Am 23. Mai 2013 besuchen PETA-Ermittler den sogenannten Vieh- und Krammarkt Waldbröl, eine Veranstaltung, die jeden zweiten Donnerstag im Monat auf dem Marktplatz der kleinen Stadt im Oberbergischen Kreis stattfindet.

Mittels Film- und Fotoaufnahmen dokumentieren die Tierrechtler auf diesem Markt schockierende Zustände – sowohl in der Halle als auch im Außenbereich. Die Händler halten die Leitlinien der Bundesregierung zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten in weiten Teilen nicht ein. Die Marktausrichter und die Stadt Waldbröl tolerieren das Leid der Tiere – und fördern es offensichtlich sogar.

Angesichts dieser Umstände erstattet die Tierrechtsorganisation Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. (AZ 300 Js 176/13 U)


Tiere auf dem Tiermarkt Waldbröl © PETA Deutschland
Das Leid der Tiere
In Waldbröl werden unzählige Tiere verschiedenster Arten der belastenden Marktsituation und einer oftmals strapaziösen Anreise ausgesetzt: Hühner, Enten und Kanarienvögel müssen ebenso wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde und Katzen für den „Vieh- und Krammarkt Waldbröl“ leiden.

Sie kauern in kleinen, dreckigen und überbesetzten Käfigen, in denen sie sich teilweise nicht einmal ausstrecken oder aufrichten können. Nahrung und Wasser fehlen häufig. Rückzugsräume gibt es kaum, und so sind die ängstlichen Tiere den Besuchern die ganze Zeit über schutzlos ausgesetzt. Manche Tiere scheinen krank zu sein.

Das Unglück der Tiere ist für jedermann sichtbar – und hörbar: So winseln etwa Hundewelpen laut nach ihrer Mutter, Küken piepsen unentwegt. Doch auch die stillen Tiere leiden: Meerschweinchen drängen sich verängstigt in eine Ecke des Käfigs – die laut Tierbörsenleitlinien vorgesehenen Versteckmöglichkeiten fehlen. Kaninchen werden in offenen Unterbringungen präsentiert, die jedem das Streicheln der Tiere ermöglichen. Laut Tierbörsenleitlinien sollten die Käfige allerdings vor dem Hereingreifen durch Unbefugte gesichert sein.

Schwangere Kaninchen sind in viel zu kleinen Boxen eingepfercht, die von oben einsehbar sind – eine zusätzliche Belastung für die scheuen Fluchttiere. Als sich ein Kaninchen befreien kann, befördert der Händler das Tier grob zurück in den Schacht.

Hühner und Enten müssen wie auch ihre Küken in überfüllten Gehegen ausharren – wer zu fliehen versucht, wird unsanft zurückbefördert. Unzählige Tiere werden in Lastwagen aufbewahrt – sie dienen als „Nachschub“.

Tierquälerische Besonderheit: Der 23. Mai 2013 ist ein regnerischer Tag in einem kalten Frühjahr – an diesem Markttag bleiben die Temperaturen unter 8° C. Viele Hühner befinden sich möglicherweise in der Mauser, haben daher keinen ausreichenden Schutz gegen die Kälte und zittern am ganzen Körper. In diesem Zustand dürfen die Tiere gemäß der Leitlinien grundsätzlich nicht ausgestellt werden.

 

Tiere auf dem Tiermarkt Waldbröl © PETA Deutschland
Veterinäramt und Veranstalter ignorieren das Leid der Tiere
Die Zustände auf dem Tiermarkt sind katastrophal! Dabei hat das zuständige Veterinäramt von der Situation Kenntnis: Die Kontrollberichte der letzten zwei Jahre, die PETA vorliegen, belegen eindeutig, dass auf jedem vom Veterinäramt inspizierten Markt Missstände festgestellt und nicht zur Abstellung gebracht wurden. So hält ein Amtsveterinär schriftlich fest: „Die Marktleitung kümmert sich nicht eigenständig um die Abstellung von Mängeln.“

Die Stadt fördert offensichtlich das Tierleid!
Der „Vieh- und Krammarkt“ soll Kaufkraft nach Waldbröl ziehen, von der die Stadt profitiert. Organisiert wird die Veranstaltung von der "Wir für Waldbröl"-GmbH, zu deren Gesellschaftern die Stadt Waldbröl, vertreten durch den Bürgermeister Peter Koester, gehört. Doch mit dem „Vieh- und Krammarkt“ wird die Attraktivität des Ortes auf Kosten der Tiere gesteigert!

Der Tierschutz ist in Deutschland im Grundgesetz verankert
Insbesondere öffentliche Einrichtungen sollten eine Vorbildfunktion einnehmen und verantwortungsbewusst handeln. Eine Anfrage von PETA an den Bürgermeister von Waldbröl aus dem Jahr 2012, in der die Tierrechtsorganisation die Stadt als Veranstalter des Tiermarktes darauf hinwies, dass der „Vieh- und Krammarkt“ potenzieller Tierquälerei regelmäßig eine Plattform bietet, blieb unbeantwortet.

Angesichts dieser Umstände hat PETA Deutschland e.V. Strafanzeige gegen die "Wir für Waldbröl"-GmbH als Veranstalterin sowie gegen die Händler des Marktes erstattet. Da diese das Verfahren gegen die Tatverdächtigen zwischenzeitlich eingestellt hat, hat PETA dagegen Beschwerde eingelegt.


Tiere sind fühlende Lebewesen und keine Ware! Tiermärkte müssen verboten werden. Veranstaltungen wie der „Vieh- und Krammarkt Waldbröl“, der bereits wiederholt wegen Tierschutzmissständen aufgefallen ist, müssen gestoppt werden.

 

WAS SIE TUN KÖNNEN

Besuchen Sie weder den Vieh- und Krammarkt Waldbröl noch andere Tiermärkte.
  • Kaufen Sie niemals Tiere auf Märkten – auch nicht aus Mitleid.
  • Unterstützen Sie unsere Petition für ein Heimtierschutzgesetz.
  • Informieren Sie Freunde und Bekannte über das Tierleid auf diesen Veranstaltungen und verbreiten Sie unsere Informationen.
  • Schreiben Sie Leserbriefe, wenn Zeitungen über Tiermärkte und Tierausstellungen berichten.
  • Sollten Tiermärkte in städtischen Gebäuden stattfinden, schreiben Sie Ihre Kommune an und drücken Sie Ihr Entsetzen darüber aus, dass diese Tierquälerei unterstützt wird.
  • Unsere Arbeit ist nur durch Ihre Spenden möglich – vielen Dank!
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