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Vögel als tierische Mitbewohner: Für die Freiheit geboren – zu lebenslanger Gefangenschaft verurteilt

Stand Oktober 2012
Das natürliche Leben vieler exotischer Vögel besteht zu einem großen Teil aus dem Zusammensein mit Artgenossen und dem Fliegen. In freier Wildbahn sind sie selten alleine, und wenn sie nur einen Moment lang getrennt werden, rufen sie oft ganz aufgebracht nach den Mitgliedern ihres Schwarmes. Die meisten von ihnen sind sehr sozial: so betreiben sie gegenseitig Gefiederpflege, fliegen gemeinsam umher und tummeln sich auf Bäumen oder an Wasserstellen. Viele Vogelarten bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu und teilen sich die elterlichen Pflichten bei Brut und Aufzucht der Jungvögel.

Die Langeweile und die geistige Unterforderung, unter der sie jedoch als „Ziervögel“ in Gefangenschaft häufig dahinvegetieren, führt oft dazu, dass die intelligenten Tiere Möbel, elektrische Geräte und andere Einrichtungsgegenstände zerstören, was für den Halter nervenaufreibend und kostspielig sein kann. Besonders das Fehlen von Artgenossen, die diese sozialen Tiere dringend benötigen, führt gerade bei Papageien und Sittichen häufig zu schwerwiegenden Verhaltensstörungen: Diese können sich in Aggressivität gegen den Halter oder auch in Selbstverstümmelung (Federrupfen, Beißen in eigene Gliedmaßen oder Brust) äußern können. Aber es ist nicht die Schuld der Vögel, dass sie so „schlechte“ tierische Mitbewohner sind.

Jeder, der bereits Vögel hält, muss um die Bedürfnisse von Vögeln wissen, um ihnen ein möglichst artgerechtes und lebenswertes Dasein jenseits von Einzelhaft und haltungsbedingten Erkrankungen zu ermöglichen. Wir gehen im Nachfolgenden näher darauf ein. Bitte machen Sie sich klar, dass es so etwas wie „Käfigvögel“ nicht gibt. Alle Vögel sind entweder in freier Wildbahn gefangen oder in Gefangenschaft gezüchtet worden. Kein Vogel wurde geboren, um in einem Käfig sein Leben zu fristen.

Zucht von Vögeln – das Geschäft mit der „Ware Tier“
Genauso wie es „Zuchtfabriken“ für Hundewelpen gibt, gibt es sie für Vögel. Einige Anlagen zur Zucht von Papageien in Deutschland sind durchaus mit den großen Zuchtanlagen in den USA vergleichbar und umfassen mehrere hundert Tiere.

Ein großes Problem speziell bei der Nachzucht von Großpapageien stellt der hohe Prozentsatz von Handaufzuchten dar. Bei der Handaufzucht werden die Nestlinge vom Menschen mit Spezialbrei großgezogen, um dem Käufer zahme, verschmuste und verträgliche Hausgenossen anbieten zu können. Die Zucht solcher Tiere ist lukrativer als der Verkauf von Tieren aus Naturbrut, bei der die Aufzucht den Elterntieren überlassen wird, da für Handaufzuchten ein deutlich höherer Preis erzielt werden kann. Tiere aus Handaufzucht sind jedoch fehlgeprägt, da sie aufgrund des Fehlens von Artgenossen Menschen als solche wahrnehmen. Sie zeigen häufiger als andere Vögel Verhaltensstörungen wie Aggressivität gegenüber Artgenossen und/oder dem Halter, Federrupfen, stundenlanges ununterbrochenes Schreien, stereotype Bewegungen und Selbstverstümmelung. Von Hand aufgezogene Vögel sehnen sich nach Zuneigung und Partnerschaft und wollen ihre menschlichen Gefährten, auf die sie fehlgeprägt sind, oft gar nicht aus den Augen lassen. Sie verstehen die Trennung nicht, wenn Sie zur Arbeit müssen oder - was noch schlimmer ist - wenn Sie in den Urlaub fahren. Vögel können aufgrund der Einsamkeit in Einzelhaltung trauern und sogar sterben.

Auf die Elternvögel wirkt sich die Handaufzucht ebenfalls negativ aus. Der Verlust der Nestlinge stellt eine Stresssituation für die Tiere dar, die in Form einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen nachweisbar ist. Außerdem führt die Entnahme von Eiern oder Nestlingen dazu, dass das Weibchen erneut zur Brut angeregt wird, was je nach Verfassung des Tieres zu einer körperlichen Entkräftung führen kann.

Generell sollte von einem Erwerb solcher Tiere Abstand genommen werden, da ihre Bedürfnisse in Gefangenschaft kaum befriedigt werden können.

Versklavt und gestresst
Stress ist eine alltägliche Erfahrung von in Gefangenschaft lebenden Vögeln, denn viele Arten (dies betrifft insbesondere Großpapageien) sind eben keine domestizierten Tiere wie z.B. Hunde und Katzen.
Vögel, die aus der Wildnis importiert wurden, sind oft völlig verängstigt und schnell übermäßig erregt. Sowohl mit der Hand aufgezogene als auch in der Wildnis gefangene Vögel werden oft neurotisch, rupfen sich die Federn aus und verstümmeln sich selbst, manchmal bis zum eigenen Tod. Wenn sie paarungsbereit sind, rupfen sich manche Vögel physiologischerweise Federn aus, um so den Nestbau und das Eierbrüten vorzubereiten. Mischen sich Menschen jedoch in ihre natürlichen Verhaltensweisen ein und unterbrechen ihre biologischen und instinktiven Lebensrhythmen, indem sie die Vögel in Gefangenschaft halten, wird das Federnrupfen zu einem destruktiven, stereotypen Zwang.

Vögel brauchen einander
Wenn Sie bereits Vögel halten oder Leute kennen, die welche haben, dann bedenken Sie bitte Folgendes: Gibt es die Möglichkeit, das Tier in eine große Voliere zu Artgenossen zu entlassen? Prüfen Sie Klima, Partnerschaften, Gelegenheiten für die Vögel, sich zurückzuziehen, und andere Notwendigkeiten.

Falls Sie selbst keine Haltung zusammen mit Artgenossen gewährleisten können, geben Sie den Vogel an einen Halter ab, der bereits Vögel der gleichen Spezies beherbergt, ihnen die Möglichkeit für freien Flug gewährt und die Tiere nicht mehr voneinander trennt, sobald sie sich eingewöhnt haben.

Falls Sie den Vogel behalten, suchen Sie einen zweiten Vogel der gleichen Spezies, aber kaufen Sie unter keinen Umständen ein Tier in einer Zoohandlung oder von einem Züchter. Oft wollen sich Halter keinen weiteren Vogel mehr dazukaufen, weil sie glauben, der erste würde ihnen dann nicht mehr genug Aufmerksamkeit schenken. Dies ist wohl gut möglich, allerdings sehr egoistisch. Wenn der Vogel gegenüber seinen menschlichen Freunden weniger Aufmerksamkeit zeigt, bedeutet es doch lediglich, wie sehr er oder sie sich nach der Aufmerksamkeit eines Artgenossen sehnt. Also geben Sie sich einen Ruck! Fragen Sie bei Tierheimen oder Tierrechtsgruppen nach oder suchen Sie bei Pflegeplätzen.

Wichtig ist, dass der Partner der gleichen Art angehört, da Kommunikation und arttypisches Sozialverhalten zwischen Tieren verschiedener Arten oft nur schwer möglich ist.

Bevor Sie einen neuen Vogel mit anderen Vögeln zusammenbringen, lassen Sie ihn bei einem Tierarzt gründlich untersuchen. Ist der Neuankömmling in guter gesundheitlicher Verfassung, dann stellen Sie seinen Käfig in die Voliere der anderen Vögel, damit die Tiere miteinander Blickkontakt haben. Beobachten Sie, wie die Vögel aufeinander reagieren. Verhalten sie sich freundlich zueinander, können Sie den Käfig nach etwa zwei Tagen öffnen und dem neuen Tier damit die Möglichkeit geben herauszukommen, sobald er oder sie dies möchte. Belassen Sie den Käfig jedoch noch so lange in der Voliere, wie der Neuankömmling ihn als Zufluchtsstätte nutzen möchte, und entfernen Sie ihn erst, wenn er überhaupt nicht mehr benutzt wird.

Das Eingehen von Partnerschaften sollte den Vögeln ermöglicht werden. Auf das Bereitstellen von Nistboxen sollte jedoch verzichtet werden, um das Hervorbringen von Nachwuchs zu vermeiden. Legen die Tiere dennoch Eier, so ist es empfehlenswert, diese so früh wie möglich zu entnehmen und durch Kunststoffeier zu ersetzen, um eine erneute Eiablage zu verhindern.

Flügel sind zum Fliegen da!
Lassen Sie die Vögel viele Stunden am Tag – und zwar jeden Tag – fliegen. Die Tiere sollten so viel Zeit wie möglich frei fliegend verbringen. Bauen Sie Ihren Balkon oder Ihre Veranda zu einer Freiflugvoliere um oder bauen Sie eine Außenvoliere mit Schutzraum in Ihrem Garten. Es gibt noch die Alternative, einen Raum oder mehrere Räume „vogelsicher“ zu gestalten, mit einer „Sportanlage“ oder einem Baum zum Üben.

Einige Vögel haben gelernt, die Sicherheit eines Käfigs bei Nacht aufzusuchen. Stellen Sie Ihren Vögeln daher einen abgedeckten Käfig oder etwas ähnlich Geeignetes zur Verfügung, wo sie auf Wunsch jederzeit Unterschlupf finden und auch wieder herausfliegen können.
Schneiden Sie die Flügelfedern Ihrer Vögel niemals, sondern gönnen Sie ihnen die Freude am Fliegen.

Tropenbewohner vertragen das Leben in Wohnungen nicht
Besonders Papageien aus tropischen Klimaten wie Graupapageien, Amazonen und Aras erkranken sehr häufig an Schimmelpilzinfektionen. Die trockene Heizungsluft in unseren Wohnungen bekommt den Tieren meist schlecht, da sie in ihrem natürlichen Lebensraum bei einer Luftfeuchte von über 80% leben. Die Schleimhäute trocknen infolgedessen aus und Schimmelpilze, die vor allem bei der Aufnahme von sporenhaltiger Nahrung (z.B. Erdnüssen) eingeatmet werden, können sich in den Atemwegen der Tiere ungehemmt ansiedeln. Ein durch vitaminarme Nahrung häufig vorkommender Mangel an Vitamin A schädigt die Schleimhäute der Tiere zusätzlich und begünstigt die Erkrankung noch. Die Pilze befallen schließlich Lungen und Luftsäcke und führen zu quälender Atemnot, nicht selten sterben die Tiere schließlich einen Erstickungstod. Es sollte daher unbedingt auf eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60% geachtet werden. Erdnüsse, die besonders stark mit Sporen belastet sind gehören genauso wie andere Nüsse nicht auf den Speiseplan der Tiere, auch nusshaltige Futtermischungen dürfen auf keinen Fall verfüttert werden. Ergänzungsfuttermittel mit Vitamin A vom Tierarzt sollten regelmäßig zugegeben werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Leider werden diese Grundregeln von zu vielen Haltern aus Unwissenheit nicht eingehalten und so leidet der Großteil tropischer Vögel nach wie vor an oft jahrelang andauernder Atemnot mit häufig tödlichem Ausgang.

Das Sehvermögen der Vögel – dem menschlichen Auge weit überlegen
Auch die Sinnesorgane der Vögel – speziell die Augen – sind für ein Leben in geschlossenen Räumen nicht ausgelegt. Die Netzhaut im Auge des Menschen besitzt drei verschiedene Farbrezeptoren für die Farben Rot, Grün und Blau. Vögel dagegen verfügen zusätzlich noch über einen vierten Rezeptor, der für die Wahrnehmung des Gelbbereichs sowie von ultraviolettem Licht zuständig ist. Diese Fähigkeit, UV-Bereich sehen zu können, ist für die Tiere sehr wichtig. Sie dient der Wahrnehmung von Gefiederfarben, die für das Erkennen der Tiere untereinander sowie zum Feststellen des Geschlechts von Artgenossen notwendig ist. Somit ist ultraviolettes Licht essenziell für die Verständigung der Tiere untereinander. Außerdem dient es möglicherweise der optischen Unterscheidung von essbarer und schädlicher Nahrung. Darüber hinaus wird der UV-Anteil des Lichts zur Synthese von Vitamin D3 im Körper benötigt.

Bei der Haltung von Vögeln in geschlossenen Räumen wird den Tieren das u.a. für die innerartliche Kommunikation wichtige ultraviolette Licht vorenthalten, da Fensterscheiben UV-Anteile aus dem Tageslicht herausfiltern und handelsübliche Lampen keine ultravioletten Anteile besitzen. Ist kein ultraviolettes Licht vorhanden, muss Vitamin D3 den Tieren durch Vitaminpräparate zugeführt werden.

Eine weitere Besonderheit ist das erhöhte Auflösungsvermögen des Vogelauges, das 150 bis 200 Bilder pro Sekunde wahrnehmen kann. Das menschliche Auge dagegen kann nur 23 bis 25 Bilder pro Sekunde erkennen. Normale Leuchtstoffröhren schalten sich 50 mal pro Sekunde ein und aus. Für das menschliche Auge ist dies aufgrund des geringen Auflösungsvermögens nicht wahrnehmbar, von Vögeln wird es jedoch als ständiges Flackern wahrgenommen. Das kann einen enormen Stress bei den Tieren verursachen – man weiß ja selbst, wie unangenehm man das Flackern von defekten Leuchtstoffröhren empfindet.

Es ergeben sich aus diesem Wissen wichtige Anforderungen an die Haltung von Vögeln mit ihrem hochentwickelten Sehvermögen. UV-Licht sollte Tieren, die in geschlossenen Räumen gehalten werden, zur Verfügung gestellt werden. Die Verwendung spezieller Leuchtstoffröhren (bird lamps), die das natürliche Lichtspektrum ersetzen, ist wichtig, um Vögeln in geschlossenen Räumen die Wahrnehmung ihrer Artgenossen zu ermöglichen. Außerdem sollte ein spezielles elektronisches Vorschaltgerät zusätzlich zu solchen Leuchtstoffröhren genutzt werden, das mit hochfrequenten Spannungen arbeitet (40 bis 100 kHz), durch welche auch das Vogelauge kein Flackern mehr wahrnehmen kann.

Gifte und andere Gefahrenquellen
Gardinenschnüre, Plomben, Tiffanylampen oder alte Wandfarbe (Bleiweiß) enthalten Schwermetalle wie Blei oder Zink und können zu schweren Vergiftungserscheinungen mit Todesfolge führen. Schwermetallhaltige Einrichtungsgegenstände sollten daher aus der Umgebung der Vögel entfernt werden und beim Freiflug muss darauf geachtet werden, dass die Tiere keine schädlichen Substanzen aufnehmen können.

Beseitigen und beugen Sie auch Gefahrenquellen wie Deckenventilatoren, Töpfe mit Wasser, offene Kloschüsseln, Plätze, an denen sich Vögel einklemmen können, Elektroleitungen sowie große Glasfenster und Spiegel vor.

Teflon ist, wenn es erhitzt wird, für Vögel tödlich. Benutzen Sie es daher nicht in der Nähe von Vögeln.

Schokolade und Avocados sind einige der Lebensmittel, die für Vögel giftig sind und daher nicht verfüttert werden dürfen. Tabu sind ebenso Alkohol, koffein- und salzhaltige sowie zucker- und fettreiche Nahrungsmittel. Auch auf Zigarettengenuss sollte in Gegenwart der Vögel unbedingt verzichtet werden.

Gehen Sie sicher, dass keine der in Ihrer Wohnung beherbergten Pflanzen für die von Ihnen gehaltene Vogelspezies giftig ist.
Verwenden Sie keine scharfen Reinigungsmittel, Sprays, künstliche Lufterfrischer oder Insektizide in Gegenwart der Vögel.

Nahrung und Wasser
Wechseln Sie das Wasser Ihrer Vögel mindestens einmal täglich, um die Vermehrung von Krankheitserregern in schmutzigem Wasser zu unterbinden. Bringen Sie die Futter- und Wasserbehälter oberhalb der Sitzstangen an, damit sie nicht von herabfallenden Vogelexkrementen verschmutzt werden.

Eine Ernährungsweise, die ausschließlich auf Saaten basiert, ist nicht adäquat und kann zu Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Bieten Sie den Vögeln daher zusätzlich zu Körnerfuttermischungen eine Vielfalt an Frischfutter an. Geeignet sind u.a. verschiedene Gemüsesorten (z.B. roter und gelber Paprika, Mais, Gurken, Karotten), Kartoffeln, Reis, Nudeln, Bohnen (alles ohne Salz gekocht), frischer Blattspinat, Feldsalat und diverse Obstsorten (z.B. Apfel, Banane, Kiwi, Melone, Kirsche).

Lassen Sie Frischfutter niemals länger als ein paar Stunden stehen, denn Vögel sind sehr empfindlich, was bakterielle Infektionen angeht. Neues probieren sie gar nicht gerne und so muss man es ihnen immer wieder anbieten, bis sie es annehmen.

Frischfutter ist praktisch überall in Supermärkten oder Naturkostläden erhältlich, sollte aber immer gründlich gewaschen werden, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen, die auch schon in geringen Mengen für den empfindlichen Organismus der Vögel gefährlich sein können. Falls die Nahrung, die die Vögel gerne mögen, nicht erhältlich ist, ziehen Sie sie zu Hause selbst – sogar auf einem Balkon ist dies häufig möglich.

Erdnüsse und andere Nüsse dürfen keinesfalls verfüttert werden, da sie besonders bei Vögeln aus tropischen Klimaten – wie schon beschrieben – Schimmelpilzinfektionen verursachen. Auch wenn die Tiere diese vermeintlichen Leckerbissen gern annehmen, sollten sie der Gesundheit der Vögel zuliebe konsequent vom Speiseplan gestrichen werden.
Kaufen Sie Ihre Vogelnahrung und Ihren sonstigen Bedarf nicht von solchen Zoohandlungen, die auch Vögel verkaufen, denn damit unterstützen Sie den Vogelhandel.

Sonstige Bedürfnisse
Bieten Sie ein privates Plätzchen, z.B. eine Wand, hinter der sich die Vögel zurückziehen können, in dem Raum oder der Voliere, in der die Vögel fliegen.

Verbringen Sie eine gemeinsame Zeit mit Ihren Vögeln, ganz speziell nur für sie, jeden Tag.

Viele Vögel mögen auch hin und wieder klassische Musik bei Tage.

Bereiten Sie ein Bad oder besprühen Sie die Vögel mit einem Zerstäuber, wann immer es die Vögel gerne mögen. Benutzen Sie dafür einen flachen Behälter oder ein Vogelbad mit lauwarmem Wasser. Einige Vögel mögen es auch, wenn sie mit einer Blumenspritze besprüht werden (nur frisches Wasser verwenden, da sich in abgestandenem Wasser für die Vögel gefährliche Bakterien vermehren).

Vögel benötigen 8 bis 12 Stunden Schlaf pro Nacht, am besten von der Abenddämmerung an, in einem großen Flugkäfig, der mit einer Gardine rundum abgedunkelt werden kann, innerhalb der Voliere.

Manche Vögel benötigen regelmäßig eine Nagel- und Schnabelpflege, damit keine Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und beim Klettern auftreten. Aber wenn man ihnen geeignete Knabbermöglichkeiten anbietet, erübrigt sich oft die Schnabelpflege. Verwenden Sie verschiedene, vogelsichere Spielzeuge zum Kauen und Spielen, gerne auch Holz. Vergewissern Sie sich aber, dass das Holz nicht giftig ist. Äste von Apfelbäumen sind gut geeignet, sofern der Baum nicht gespritzt wurde. Firmen für Heimtierbedarf bieten geeignetes Holzspielzeug an. Aber haben Sie etwas Geduld, denn es kann Monate dauern, bis das Interesse für ein Spielzeug geweckt wurde.

Hygiene ist wichtig, die Voliere sollte regelmäßig gesäubert werden. Harken Sie den Erdteil regelmäßig und entfernen Sie Kot. Reinigen Sie auch den Schutzraum mit heißem Wasser und erneuen Sie den Bodenbelag.

Sammeln Sie so viele Informationen wie möglich über die Vogelarten, die Sie halten, auch darüber, wie sie in freier Natur leben, um den Bedürfnissen der Tiere so weit wie nur möglich gerecht zu werden.

Vögel als „Touristenattraktion“

Übernachten Sie nicht in Hotels, in denen Vögel zu Dekorationszwecken mit gestutzten Flügeln oder in kleinen Käfigen ausgestellt werden. Lassen Sie Ihr Reisebüro und auch den Hotelmanager deutlich wissen, dass Sie eine solche Tierquälerei nicht unterstützen werden.

Was können Sie tun?
Der erhebliche Aufwand allein im Hinblick auf Haltungsbedingungen, der für eine möglichst artgerechte Vogelhaltung notwendig ist, lässt sicherlich bei manchem Leser große Zweifel an Sinn und Vertretbarkeit der Vogelhaltung aufkommen. Tatsächlich sind Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum am besten aufgehoben – jeder, der einmal beispielsweise Papageien in freier Wildbahn beobachtet hat, wird dies bestätigen können. Daher lauten unsere Empfehlungen wie folgt:
Kaufen Sie weder Wildfänge noch Nachzuchten, denn damit beteiligen Sie sich an der Haltung dieser hochintelligenten, anspruchsvollen und freiheitsliebenden Wesen in Gefangenschaft
  • Falls Sie gefiederte Mitbewohner aufnehmen möchten, entscheiden Sie sich für Abgabetiere aus einem Tierheim oder einer Auffangstation und ermöglichen Sie ihnen ein neues, erfülltes Leben mit Artgenossen – am besten in einer Außenvoliere.
  • Infomieren Sie Familie, Freunde und Bekannte über die grundlegenden Probleme im Bereich der Vogelhaltung und lassen Sie Ihnen dieses Infoblatt zukommen.

    Ein spezieller Dank geht an Dr. Lorin Lindner für die Bereitstellung von Informationsmaterial zur Erstellung dieses Infoblattes.

    Literaturempfehlungen:
    Kaleta EF, Krautwald-Junghanns ME, Hrsg. Kompendium der Ziervogelkrankheiten. 4. Aufl. Hannover: Schlütersche; 2011.
    Munkes V, Schrooten H. Papageienverhalten verstehen. Stuttgart: Ulmer; 2008.
    Pees M, Hrsg. Leitsymptome bei Sittichen und Papageien. 2. Aufl. Stuttgart: Enke; 2010.
    Schnabl H. Vogelfutterpflanzen. 4. Aufl. Bretten: Arndt-Verlag; 2005.