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Aktuelle GfK-Umfrage: Überwältigende Mehrheit für ein Importverbot von Exoten-Wildfängen sowie Verbot von gewerblichen Reptilienbörsen – PETA drängt Spitzenpolitiker zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung

 
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Regierungsziel seit über einem Jahr nicht umgesetzt

Stand November 2014
Stuttgart, 10. November 2014 – Überwältigendes Umfrageergebnis gibt Bundesregierung Rückendeckung: Die Zahlen der aktuellen GfK-Umfrage, die PETA Deutschland e.V. im Oktober in Auftrag gegeben hatte, sprechen eindeutig für die von der Bundesregierung geplanten schärferen Tierschutzgesetze in Bezug auf Exoten. Insgesamt sind 95,5 % der Deutschen für ein Einfuhrverbot von in der Wildnis gefangenen exotischen Tieren. Ganze 89,1 % sind sogar für ein Verbot von gewerblichen Exotenbörsen, auf denen Reptilien, Insekten und andere Tiere gehandelt werden. Im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde vereinbart, dass „Importe von Wildfängen in die EU […] grundsätzlich verboten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden" sollen. Die Tierrechtsorganisation fordert deshalb nun in einem Schreiben an die Parteivorsitzenden der Regierungsparteien – Angela Merkel (CDU), Siegmar Gabriel (SPD) und Horst Seehofer (CSU) – den Willen der Bürger baldigst umzusetzen und ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen.
 
„Einer überwältigenden Mehrheit der Deutschen ist inzwischen bewusst, dass der Handel mit exotischen Wildtieren mit immensem Tierleid verbunden ist. Sterberaten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich“, so Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Das von der Bundesregierung geplante Importverbot für Wildfänge reicht jedoch nicht aus, denn auch in Zuchtfarmen, im Zoofachhandel und in deutschen Wohnzimmern sind die Sterberaten hoch. Wir setzen uns daher für ein grundsätzliches Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten ein.“
 
Der Handel mit Wildfängen gefährdet zahlreiche Arten in freier Wildbahn erheblich. Beispielsweise wurde die Population des nur in Tansania vorkommenden Türkis-Zwerggeckos durch extensiven Wildfang innerhalb von nur zwei Jahren von 465.000 auf etwa 150.000 Tiere im Jahre 2012 reduziert.[1]  Es ist anzunehmen, dass die Art innerhalb eines Jahrzehntes in der Natur verschwindet.

Für die heimische Fauna stellen durch den Tierhandel importierte Krankheiten außerdem eine enorme Gefahr dar. So wurde die niederländische Wildpopulation des streng geschützten Feuersalamanders durch eine mit dem internationalen Exotenhandel aus Asien eingeschleppte Pilzinfektion zwischen den Jahren 2010 und 2012 um 96 % reduziert.[2] Eine aktuelle Studie schließlich bestätigt die tödliche Bedrohung durch diese Krankheit für alle unsere heimischen Schwanzlurche.[3]

PETA fordert ein Verbot von  Reptilienbörsen, da solche Veranstaltungen den unüberlegten Kauf von oft preisgünstig gehandelten exotischen Tieren fördern. Bei den angebotenen Tieren handelt  es sich zu einem erheblichen Teil um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. PETA kritisiert zudem, dass Reptilien teilweise zu Schleuderpreisen an jeden Interessenten verkauft werden – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Exoten verfügt. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten.[4]
 
[1]  Flecks et al: Watching extinction happen: the dramatic population decline of the critically endangered Tanzanian Turquoise Dwarf Gecko, Lygodactylus williamsi, 2011.
[2] A. Spitzen-van der Sluijs et al. (2012): Rapid enigmatic decline drives the fire salamander (Salamandra salamandra) to the edge of extinction in the Netherlands.
[3] A. Martel et al (2014): Recent introduction of a chytrid fungus endangers Western Palearctic salamanders.
[4] Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Reptilien
GfK-Umfrage zum Wildtierschutz
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de