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Aktuelle PETA-Recherche: kranke, sterbende und tote Tiere in Welver Ferkelaufzuchtanlage

 
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WDR-Sendung „Markt“ zeigt erste Aufnahmen / Tierrechtsorganisation erstattet Strafanzeige

Stand Februar 2014
Welver / Gerlingen, 11. Februar 2014 – Schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Kreis Soest: Ermittler/-innen der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. recherchierten gemeinsam mit Tierrechtlern von animals e.V. in einer tierquälerischen Ferkelaufzuchtanlage in Welver, NRW. Im Rahmen von zwei Prüfungen des Betriebes im Oktober und Dezember 2013 dokumentierte das Einsatzteam kranke, tote und sterbende Ferkel, die teilweise von anderen Tieren angefressen wurden. Viele der jungen Schweine hatten unbehandelte Nabelbrüche, Kastrationsvorfälle und Abszesse. Einige Tiere litten an Husten, Augenverletzungen, Mastdarmvorfällen und Hautpilz. Stellenweise waren die Spaltenböden der Ferkelbuchten so verstopft, dass die Exkremente nicht abflossen – es wimmelte von Fliegenmaden. Antibiotika und andere Medikamente standen offen in der unverschlossenen Anlage. Der WDR zeigte gestern in der Sendung „Markt“ erste Bilder der Recherche. PETA hat nun bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg Strafanzeige gegen den Verantwortlichen der WWW GbR gestellt.

„Die massive Tierquälerei im Betrieb in Welver dürfte vorsätzlich begangen sein. Damit wurde das Leid der Ferkel bewusst in Kauf genommen“, erklärt PETA-Agrarwissenschaftler Dr. Edmund Haferbeck. „Offensichtlich steht hier der Profit vor dem Wohl des einzelnen Tieres. Daher scheinen sich die Verantwortlichen bewusst über staatliche Erlasse zum Tierschutz, Kontrollen und angebliche Qualitätsstandards hinwegzusetzen.“

Rund 66.000 Schweinemastanlagen gibt es in der Bundesrepublik. Missstände sind in den Betrieben systemimmanent. PETA-Recherchen zeigen immer wieder, dass die ohnehin ungenügenden Bestimmungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung regelmäßig und dauerhaft missachtet werden. Die Ferkel in der Welver Anlage hatten ausnahmslos kupierte Schwänze, obwohl diese Prozedur in NRW nur noch in Ausnahmefällen gestattet ist. Ein 2010 verabschiedeter Erlass des NRW-Umweltministeriums erlaubt das betäubungslose Abschneiden der Ferkelschwänze nur, wenn der Eingriff unerlässlich ist. Damit solch ein Einzelfall eintritt, müsste ein Mäster u.a. eine tierärztliche Beratung nachweisen, den Tieren ausreichend Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und für ein gesundes Stallklima sorgen.

Jedes Jahr werden in Deutschland über eine Milliarde Tiere für die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion getötet. Ohne Betäubung werden Rindern die Hörner abgesägt, Küken die Schnäbel gekürzt, Ferkeln die Eckzähne abgebrochen und die Schwänze abgeschnitten.

Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sie bewahren auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.

Weitere Informationen und Video aus der Anlage in Welver:
PETA.de/FerkelaufzuchtNRW
Videomaterial

Kontakt:
Anneli Ick, +49 (0) 7156 17828-27, AnneliI@peta.de