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Am Rande der Legalität: Circus Krone in Passau

PETA fordert Gastspielverbot von Oberbürgermeister Dupper wegen jahrelanger Tierquälerei

Stand November 2012
Passau / Gerlingen, 5. November 2012 – Circus Krone gastiert von morgen an in Passau und das „am Rande der Legalität“. Denn die letzte Gastspielaufführung der Saison hält der Zirkus, der für seine tierquälerische Haltung in der Kritik steht, unweit der österreichischen Grenze ab, wo die Mitführung und Dressur von Wildtieren in Zirkussen seit 2005 verboten ist – weil führende Zoologen in einem Gutachten systembedingt artwidrige Haltungsbedingungen für Wildtiere in reisenden Zirkusbetrieben festgestellt haben. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat deshalb im Vorfeld des Gastspiels in Passau Oberbürgermeister Jürgen Dupper darum gebeten, den Auftritt zu untersagen. Die Organisation fordert ein Umdenken von den Verantwortlichen in den Stadtverwaltungen und Rathäusern, damit Circus Krone und andere rücksichtslose Zirkusunternehmen künftig keine Gastspielgenehmigungen mehr erhalten. Nachdem auch die neue niederländische Regierung in der vergangenen Woche ein Wildtierverbot verkündet hat, ist Deutschland nun eines der letzten Länder in Europa, in denen aus rein politischen Gründen noch immer Tierarten wie Nashörner oder Elefanten im Zirkus erlaubt sind.

„Das zweifelhafte Zirkusvergnügen geht auf Kosten von ausgebeuteten Lebewesen, die mit Peitsche oder Elefantenhaken zum Gehorsam gezwungen werden“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA. „Jedem privaten Tierhalter hätten die Behörden angesichts der zahlreichen behördlich festgestellten Tierquälereien bei Circus Krone schon längst die Erlaubnis zur Tierhaltung entzogen. Doch bei Circus Krone gehört Tierquälerei zum Geschäft.“

Die Tierquälerei bei Circus Krone, der seit einem Gerichtsurteil von 2010 öffentlich als „notorischer Tierqualzirkus“ bezeichnet werden darf, ist mittlerweile sogar behördlich bestätigt: Nach einer Strafanzeige von PETA und einer Gegenanzeige von Circus Krone hat die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010 festgestellt „[…] dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden“. Im Februar 2009 wurde Krone wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt – Grund war die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung. Im März 2012 hat PETA erneut zahlreiche schwerwiegende Missstände bei der Tierhaltung im Winterquartier von Circus Krone dokumentiert und bei der Staatsanwaltschaft München angezeigt (Az. 237 Js 175928/12).

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

 

Angekettete Elefanten bei Circus Krone / © PETA

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