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Angeln ohne Schein in Bad Urach: PETA erstattet Strafanzeige gegen Betreiber der Ermstalfischerei

 
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Stand Oktober 2016
Bad Urach / Stuttgart, 27. Oktober 2016 – Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und kämpfen um ihr Leben – vergeblich: Zahlreiche Fische werden in der Ermstalfischerei in Bad Urach-Seeburg von Gelegenheitsanglern ohne Fischereischein gefangen. Ein Augenzeuge informierte die Tierrechtsorganisation PETA darüber und teilte mit, dass einige Tiere dort sogar lebendig ausgenommen worden seien. Auch auf der Homepage der Ermstalfischerei heißt es, dass ohne Angelschein geangelt werden darf. Angeln ohne Schein und unsachgemäßes Töten eines Wirbeltieres ist laut Landesfischereigesetz und Tierschutzgesetz jedoch verboten. Wegen Verdachts des Verstoßes gegen die Bestimmungen hat PETA nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Tübingen gegen die Betreiber des Angelparks erstattet.
 
Laut Tierschutzgesetz darf nur derjenige ein Wirbeltier töten, der die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat (Paragraf 4, Absatz 1). Diese werden etwa durch den Erwerb eines Angelscheins nachgewiesen. Auch ist es verboten einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen und Leiden zuzufügen (Paragraf 17 Nr. 2b). Ein nicht gelerntes, nicht „waidgerechtes“ Töten durch einen Laien – wie in der Ermstalfischerei beobachtet wurde – verursacht Tieren jedoch zusätzliche Schmerzen.
 
„Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung, die der Entspannung und Erholung dient“, so Dr. Tanja Breining, Kampagnenleiterin für Meerestiere bei PETA. „Die Betreiber des Forellensees in Bad Urach machen sich mitschuldig, indem sie nicht überprüfen, ob die Angler einen gültigen Fischereischein besitzen.“
 
Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien [1-3], die bestätigen, dass Fische Angst und Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.[4]
 
Quellen
[1] Braithwaite, V. A. 2010. Do Fish Feel Pain? Oxford University Press, Oxford, United Kingdom.
[2] Sneddon, L . U., Braithwaite, V. A., & Gentle, M. J. (2003). Novel object test: examining nociception and fear in the rainbow trout. The Journal of Pain, 4(8), 431-440.
[3] Sonia Rey, Felicity A. Huntingford, Sebastian Boltaña, Reynaldo Vargas, Toby G. Knowles, Simon Mackenzie (2015) Fish can show emotional fever: stress-induced hyperthermia in zebrafish. DOI: 10.1098/rspb.2015.2266
[4] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
 

Qual für Forellen: In Bad Urach werden Fische ohne Angelschein gefangen. / © istockphto JLFCapture
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex
PETA.de/Fische
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de