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Ausgebüchster Python in Vörstetten

 
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PETA warnt: Sommerwetter macht Reptilien agil

Stand August 2012
Vörstetten / Gerlingen, 17. August 2012 – Nachdem am vergangenen Mittwochabend im baden-württembergischen Vörstetten ein 1,5 Meter langer Python ausbüchste und eine Nachbarin im Schlaf überraschte, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. abermals ein Haltungsverbot von Wildtieren wie Reptilien und Amphibien. Mit Hinblick auf den Fall weist die Organisation darauf hin, dass gerade im Sommer viele Reptilien ausgesetzt werden oder auch selbst aus ungesicherten Terrarien ausbrechen, da sich ihre Körpertemperatur und ihr Lebensrhythmus der Umgebungstemperatur anpassen. Für etwaige Kosten, die mit aufwendigen Suchaktionen einhergehen, muss üblicherweise der Steuerzahler aufkommen.

„Der Python ist leider Opfer eines Modetrends – immer wieder werden diese anspruchsvollen Schlangen sogar als ‚Anfängertier‘ an völlig ahnungslose Menschen verkauft“, so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. „Viele dieser Schlangen sterben frühzeitig an der falschen Haltung oder Fütterung. Insbesondere im Sommer entwischen die Tiere oder werden ausgesetzt. Damit Vorfälle wie dieser sich nicht wiederholen, drängen wir auf ein Verbot der privaten Haltung von Reptilien und Amphibien.“

PETA weist darauf hin, dass die Schlange auch zu einer Gefahr für Menschen werden kann: Wie mehrere Studien belegen, übertragen Reptilien häufig Salmonellen – etwa 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren herrührt.

Immer häufiger werden exotische „Modetiere“ von gedankenlosen Haltern ausgesetzt, darunter Schlangen, Echsen, Skorpione und Spinnen. Die anspruchsvollen Tiere werden meist kostengünstig, unter tierschutzwidrigen Umständen beispielsweise auf Messen, von ahnungslosen Impulskäufern angeschafft – selbst giftige Tiere werden gehandelt. Ist der Halter überfordert, entledigt sich dieser häufig des Tieres und überlässt es seinem Schicksal – dabei können die meisten Tiere bei den Klimaverhältnissen in Deutschland langfristig nicht überleben.

PETA macht deutlich, dass das Aussetzen von Tieren nach §3 Tierschutzgesetz verboten ist. Wer ein exotisches Reptil findet und nicht sachkundig ist, sollte das Tier nicht anfassen und umgehend die Polizei oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren. Denn in Deutschland werden auch tausende gefährliche Giftschlangen und große Würgeschlangen gehalten, die eine ernst zu nehmende Gefahr für den Menschen darstellen.

Seit Jahren schon fordert PETA ein Verbot der Haltung von Reptilien in Privathaushalten und einen Einfuhrstopp von Wildtieren. Die Haltung von sensiblen exotischen Tieren kann niemals artgerecht erfolgen. Zudem setzt eine solche Haltung hohes Fachwissen voraus und überschreitet schnell die Kompetenz der Tierhalter.

PETA ruft dazu auf, keine exotischen Tiere zu kaufen, um damit nicht die teils katastrophalen Zucht- und Haltungsbedingungen zu fördern. Wer sich wirklich gut auskennt und sich über den enormen Zeit- und Geldaufwand der Haltung bewusst ist, sollte ein Tierheim oder eine Reptilienauffangstation besuchen.

Weitere Informationen:
Terraristika-info.de
PETA.de/exotenboersen
PETA.de/exoten
PETA.de/reptilienchronik

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de