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Beißstatistiken veröffentlicht: Mehr Attacken durch Hunde in Bayern und Sachsen – PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins

 
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Sachkundenachweis kann Unfälle verhindern

Stand Juli 2015
Stuttgart, 3. Juli 2015 – Sachkunde und tiergerechte Haltung beugen Unfällen vor: Mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen haben die Bundesländer aktuell ihre Statistiken zu Hundeattacken veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass es in einigen Teilen Deutschlands zu mehr Vorfällen mit Vierbeinern kam als im Vorjahr. Vor allem in Bayern und Sachsen sind die Zahlen gestiegen. Eine bundesweite Gesamtstatistik gibt es nicht, in Medienberichten ist die Rede von jährlich schätzungsweise 30.000 bis 50.000 Hundebissen in Deutschland. Angesichts dieser Zahlen fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. erneut die verpflichtende Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in allen Bundesländern: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem werden Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung vermittelt, die unbedingt für ein tiergerechtes Leben der Hunde nötig sind.
„Die Ursache für Beißattacken durch Hunde ist am anderen Ende der Leine zu suchen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob es ein Schäferhund, ein Dackel oder ein Mischling ist.“
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt ein für Halter und Hund obligatorisches Praxisseminar in einer anerkannten Hundeschule.
In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen ist. Niedersachsen hat als erstes deutsches Bundesland eine entsprechende Regelung beschlossen – hier ist der allgemeine Hundeführerschein seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.


Weitere Informationen:
PETA.de/Hundeführerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de