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Pferdeleid in Brackenheim

Verwahrloste Pferde bei Heilbronn

Stand Februar 2013
Nachdem uns ein Informant auf eine tierquälerische Pferdehaltung aufmerksam gemacht hatte, war unser Rechercheteam vor Ort und fand Grausames vor: zwei völlig verhaltensauffällige Pferde. Sie schlagen verzweifelt gegen die Boxen, drehen ihren Kopf immer wieder im Kreis, stehen in Dunkelheit, die angebliche Weide ist verwachsen und nichts deutet darauf hin, dass die Tiere in vergangener Zeit Auslauf hatten. Die Informantin hat nicht übertrieben, die Pferdehaltung ist untragbar, das Leiden der Tiere offensichtlich, wir müssen handeln.

 

UPDATE: 16. April 2012: Aufatmen in Brackenheim
Die Pferde aus Brackenheim wurden am Samstag vom Veterinäramt beschlagnahmt. Die beiden Pferde befinden sich derzeit in der Pferdefachklinik Eichhäuser Hof in Bad Rappenau. Sie werden gründlich tierärztlich untersucht und medizinisch versorgt. Eine Pferdetrainerin versucht ihr Vertrauen zum Menschen wiederherzustellen, denn leider hat sich offiziell bestätigt, dass beide Pferde hochgradig verhaltensgestört und verängstigt sind.

Noch steht aus, ob das Veterinäramt das Angebot von Gut Aiderbichl, die Pferde lebenslang aufzunehmen, annehmen wird.

 

Eingesperrtes Pferd im dunklen Stall
Wir machten Videoaufnahmen und zeigten diese einer Tierärztin. „Die Tiere leiden unter starken Verhaltensstörungen. Es besteht dringender Handlungsbedarf“, so das Urteil der Tierärztin und Pferdeexpertin.

Laut unserem Informanten sollen die Zustände schon viele Jahre so andauern. Ursprünglich waren es sogar drei Pferde; das dritte Pferd im Brackenheimer Stall soll laut Augenzeugen vor einiger Zeit an der sogenannten Dämpfigkeit verstorben sein, eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch Haltungsmängel wie schlechte Luft und hohen Ammoniakgehalt im Stall begünstigt werden kann.

Der Fall ist dem Veterinäramt schon lange bekannt. Wir sind fassungslos und erfahren Folgendes:

 

Komplett verwachsender „Auslauf“ – hier war lange Zeit kein Pferd draußen
Die traurigen Hintergründe

Seit ungefähr sechs Jahren sind die Pferde schon eingesperrt. Das Veterinäramt ist seit langem über die Zustände informiert. Gehandelt wird nicht. Einige mitfühlende Personen in der Region, die über die Sachlage Bescheid wussten, wollten helfen. Man hat sich alle Mühe gegeben, dem Veterinäramt die Arbeit abzunehmen. So wurde eine Tierärztin gefunden, die den Transport kostenlos begleiten würde und die (aufgrund der starken Verhaltensstörungen der Tiere) notwenige Sedierung ebenfalls auf eigene Kosten übernehmen würde. Auch ein Pflegeplatz für die Pferde, an dem sie sich erholen und ihren wohlverdienten Lebensabend verbringen könnten, steht bereit. Bereits im Oktober stellten Privatpersonen Strafanzeige gegen die Pferdehalterin wegen Tierquälerei. Geändert hat sich für die Pferde aber nichts.

Nach unserem Einsatz vor Ort konfrontierten wir das Veterinäramt mit diesen Missständen. Das Ergebnis war niederschmetternd: „…wir sind dran.“ Das Amt möchte sich noch Zeit lassen, die Tiere zu befreien, denn es sei ein komplexer Fall, man wolle nichts übers Knie brechen.

PETA kann und wird diese lasche Haltung der Behörde nicht akzeptieren und mobilisiert die Öffentlichkeit. Wir fordern die sofortige Beschlagnahmung der Tiere sowie ein Tierhaltungsverbot für die Halterin und haben uns der bereits laufenden Strafanzeige einer Tierfreundin angeschlossen.

 

Eingeschläfertes Pferd aus Ilsfeld zu Lebzeiten – Schwere Beinverletzung ersichtlich
Veterinäramt Heilbronn wiederholt untätig

Erst vor kurzer Zeit gingen wir einem Fall von Pferde-Vernachlässigung in Ilsfeld nach. Für diesen Ort ist ebenfalls das Veterinäramt Heilbronn zuständig. Ähnlich wie im aktuellen Fall war das Amt jahrelang über die furchtbaren Zustände informiert und handelte erst sehr spät. Ein Pferd musste lange Zeit mit einer schmerzhaften Beinverletzung leben, bevor es von seinen Leiden erlöst wurde. Die traurige Geschichte können Sie hier nachlesen.

Zusätzlich haben wir Kenntnis von einem dritten, bereits abgeschlossenen Fall, in welchem das Veterinäramt Heilbronn jahrelang durch Untätigkeit glänzte. In Sinsheim-Berwangen mussten drei Pferde unter schlechter Haltung leiden. Erst nachdem eines der Pferde in aller Öffentlichkeit zusammenbrach und ein Passant die Feuerwehr rief, wurden die Tiere durch das Veterinäramt Heilbronn beschlagnahmt.

 

Rechtliches

Pferde sind Lauftiere. Sie einzusperren, ist Tierquälerei. Wie alle Säugetiere brauchen auch Pferde natürliches Sonnenlicht, frische Luft und Sozialkontakte. Das Fehlen dieser essenziellen Haltungsvoraussetzungen bedeutet für die Tiere erhebliche Qual und bringt auf Dauer lebensgefährliche körperliche Beeinträchtigungen mit sich.

Die Form und die Umstände dieser Haltung verstoßen massiv gegen das Tierschutzgesetz und die Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten.

 

 

Sie kennen einen ähnlichen Fall in Ihrer Umgebung?

Unser Team erreichen Sie per E-Mail (whistleblower@peta.de) oder über dieses Formular, hier können Sie uns Ihre Bedenken auch anonym mitteilen.

Hier erfahren Sie, wie Sie am besten vorgehen sollten, wenn Sie Zeuge von Tierquälerei (also z.B. Gewalt gegen Tiere) werden.

Weitere Links:

Leitlinien des BMELV zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten

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