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Brandenburg: Biber von Silvesterböllern getötet – PETA appelliert an Bevölkerung, Jahreswechsel ohne Raketen und Knallkörper zu feiern

Stand Dezember 2015
Königs Wusterhausen / Stuttgart, 29. Dezember 2015 – Tödlicher Silvesterspaß: Aktuellen Medienberichten zufolge starb bereits in der vergangenen Woche am Weiher des Schlossparks im brandenburgischen Königs Wusterhausen ein junges Biber-Weibchen aufgrund eines Silvesterböllers. Jugendliche warfen zuvor Feuerwerkskörper in den See – die  enorme Druckwelle unter Wasser zertrümmerte das Trommelfell des Tieres; der Biber ertrank qualvoll. Während die knallenden Lichterspiele zum Jahreswechsel für Menschen eine schöne Unterhaltung sind, geht bei Raketen und Co. für Tiere schlichtweg die Welt unter. Für heimische Wildtiere kann das Feuerwerk in der Silvesternacht schnell zur tödlichen Gefahr werden. PETA appelliert deshalb an die Bevölkerung, Mitgefühl zu zeigen und den Silvesterabend ohne Feuerwerk zu feiern.
 
„Der aktuelle Fall in Königs Wusterhausen zeigt: Der Silvesterspaß von Menschen kann insbesondere für Wildtiere schnell zur tödlichen Gefahr werden“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Wer ein Herz für Tiere hat, sollte das Jahresende deshalb ohne Raketen und Knallkörper feiern.“
 
Gerade im Winter müssen heimische Wildtiere gut mit ihren Kräften haushalten, da sie nur begrenzte Energie- und Nahrungsreserven zur Verfügung haben. Ein hoher Energieverlust durch Störungen oder panisches Flüchten kann lebensbedrohliche Folgen haben. Insbesondere für Vögel wird der Silvesterhimmel in den Städten zum Inferno. Die Tiere weichen unter Schock in für sie teilweise ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und die hellen Leuchtraketen können für sie zudem zu Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. [1]
 
Auch für viele unserer tierischen Mitbewohner ist der Silvesterabend ein Alptraum. Laute Böller, zischende Raketen und helle Blitze versetzen viele Hunde und Katzen in Angst und Panik. Von derartigen traumatischen Erlebnissen können die Tiere erhebliche psychische Folgeschäden in Form von Angststörungen davontragen. Mit guter Vorbereitung und Ruhe können Tierhalter ihren Hunden und Katzen den Jahreswechsel erleichtern.
Sieben Tipps für einen gelungenen Silvesterabend:
 
  • Hunde und Katzen sollten an Silvester nicht über einen längeren Zeitraum alleine gelassen werden.
 
  • Schon Stunden vor dem Jahreswechsel beginnen viele Menschen mit der Knallerei. Den Silvesterabend müssen die Tiere deshalb sicher im Haus verbringen. Auch umzäunte Gärten sind an Silvester nicht sicher: Zu Tode erschreckte Tiere finden auf ihrer Flucht fast immer einen Ausweg.
 
  • Geschlossene Rollläden, sanftes Licht und leise Musik bzw. Fernsehgeräusche können helfen, den Feuerwerkslärm für die Tiere möglichst auszublenden. Wichtig ist, Hunde und Katzen nicht in ihrer Angst zu bestärken, sondern ihnen Geborgenheit und Schutz zu geben. Wenn Tierhalter Gelassenheit ausstrahlen, vermittelt das auch den Vierbeinern Sicherheit.
 
  • Familien, bei denen Bleigießen zum Silvesterritual gehört, müssen darauf achten, dass Hunde und Katzen nicht an das verwendete Wasser gelangen – es kann zu schweren Vergiftungen führen.
 
  • Tierhalter, die am Silvesterabend noch mit ihrem Hund spazieren gehen, sollten ihn an der Leine führen. Für den Fall, dass sich das Tier in Panik aus dem Geschirr befreit und davonläuft, muss der Vierbeiner ein Halsband mit Adressanhänger und Telefonnummer tragen.
 
  • Hunde dürfen keinesfalls mit zum Feuerwerk genommen werden. Raketen bergen neben dem Schreckpotenzial auch eine Verletzungsgefahr.
 
  • Leiden tierische Mitbewohner bekanntermaßen besonders stark unter dem lauten Jahreswechsel oder neigen sie zu Panikattacken, kann es ratsam sein, in Absprache mit einem Tierarzt beruhigende Medikamente zu verabreichen. Halter von ängstlichen Hunden können sich dem Silvesterlärm entziehen, indem sie kurzzeitig eine ruhige Gegend aufsuchen.
 
Vermeiden Tierfreunde Feuerwerke in der Silvesternacht und beachten die Regeln für einen entspannten Jahreswechsel für Hund und Katze, steht einer friedlichen Silvesternacht für Mensch und Tier nichts mehr im Wege.
 
[1] Shamoun-Baranes J., Dr. Adriaan M., van Gasteren H., van Loon E. E., Leijnse H., Bouten W. (2011): Birds flee en mass from New Year’s Eve fireworks. Behavioral Ecology. doi:10.1093/beheco/arr102.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Feuerwerk
 
Kontakt:
Kristin Graf, +49 (0)711 860591-529, KristinG@peta.de