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 »  »  »  »  » Brüterei Doberschwitz – Tierqual unter dem Deckmantel des Veterinäramtes?

Duldet Veterinäramt Tierquälerei in einer Brüterei in Doberschwitz?

 
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Aufnahmen von einer Brüterei in Doberschwitz zeigen die Qualen, denen die Opfer der Tierhaltung täglich ausgesetzt sind.

Stand September 2014
PETA-Recherchen haben das Leid von Puten in Elterntierfarmen aufgedeckt und gezeigt, dass die Qual der Tiere schon vor der eigentlichen Mast beginnt. Ähnlich wie den Puten ergeht es auch Hühnern in riesigen Brütereien. In diesen Anlagen werden die Tiere gehalten, um möglichst viele Eier zu legen, die anschließend zu Millionen sogenannter Legehennen oder Masthühner künstlich ausgebrütet werden.
Verletzungen an einem Hühnerfuss
Um eine solche Brüterei handelt es sich auch im sächsischen Doberschwitz. Hier werden in riesigen Hallen über 38.000 Tiere zu einem einzigen Zweck gehalten: Sie sollen Eier legen, um die unvorstellbar hohe Nachfrage an „Masthühnern“ erfüllen zu können. Eine Whistleblowerin hat PETA Aufnahmen zukommen lassen, auf denen die Entsorgung unzähliger toter Tiere festgehalten wurde. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, wiesen die toten Tiere bereits zu Lebzeiten Verletzungen auf.
Die Kleine Anfrage der Grünen zur Brüterei Doberschwitz
Auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Gisela Kallenbach (Grüne) zum Thema „Einhaltung des Tierschutzes in der Geflügelanlage Doberschwitz“ stellte sich bei der Frage zur Sterblichkeitsrate heraus, dass im Januar und Mai 2013 insgesamt 37.724 Junghühner eingestallt wurden. Im Oktober 2013 wurden jedoch nur noch knapp über 30.000 Tiere ausgestallt, was zu einer erschreckend hohen Sterblichkeitsrate von etwa 20 % führt. In dieser Zeit wurde die Anlage mehrmals kontrolliert – ohne Beanstandungen!
Brutaler Umgang mit den Tieren beim Verladen in einen LKW
Zudem reichte PETA beim zuständigen Veterinäramt Videoaufnahmen ein, die den brutalen Umgang mit den Tieren beim Verladen in einen LKW dokumentieren. Die Tiere schlagen wild vor Angst mit den Flügeln, während sie in Kisten verfrachtet werden, in denen sie ihre letzte Reise zum Schlachthof antreten müssen.

Abgesehen von den tierquälerischen Zuständen innerhalb der Brüterei trifft die Tierqual-Anlage auch anderweitig auf massiven Widerstand. Mithilfe einer Petition versuchten die Anwohner bereits im Vorfeld den Bau der Brüterei zu verhindern. Seit der Inbetriebnahme der Anlage gingen zahlreiche Beschwerden bei dem Betreiber und dem zuständigen Veterinäramt ein.

Dem Veterinäramt in Mittelsachsen zufolge „lassen sich oben genanntem Video keine Anhaltspunkte für tierschutzwidrige Handlungen entnehmen“. Weiter weist das Amt darauf hin, „dass es bezüglich dieser Farm seit Bestehen der Anlage immer wieder Beschwerden über angeblich tierschutzwidrige Praktiken in dieser Anlage gab. Keine Beschwerden ergaben bisher Hinweise auf tierschutzwidrige Handlungen“. Dennoch zeigen unsere Bilder eindeutig, dass die Brüterei in Doberschwitz den Empfehlungen des Europarates aus dem Jahr 1995 nicht nachkommt, nach denen Hühner nicht mit dem Kopf nach unten getragen und Kopf und Flügel der Tiere nicht an Gegenstände stoßen sollen. Auch die erschreckend hohe Sterblichkeitsrate von 20 % weist auf massives Tierleid hin.

Leider haben wir als Tierrechtsorganisation nicht das Recht, Anlagen wie diese Brüterei zu besichtigen oder gar Auflagen zu erteilen. Dies ist den Veterinärämtern vorbehalten, und wir müssen uns mit deren Entscheidungen abfinden.

In diesem Fall bleibt also offen, ob tatsächlich nicht gegen das Gesetz verstoßen wurde oder ob das Veterinäramt bewusst Tierquälerei duldet.

Eines ist jedoch klar: Die Tiere in der Brüterei Doberschwitz – und ihr Nachwuchs in den Mastanlagen – leiden ihr Leben lang, um schließlich geschlachtet zu werden, sobald ihre Legeleistung nachlässt.
Das ist in jedem Fall Tierquälerei – wenn auch rechtlich zulässig.
 

Was Sie tun können

Auch wenn nicht nach jeder Missstandsmeldung direkt ein Erfolg für die Tiere verbucht werden kann: Halten Sie weiter die Augen offen und geben Sie notleidenden Tieren Ihre Stimme.

Leben Sie vegan! Nur so können Sie Tierleid nachhaltig vermeiden und tun gleichzeitig etwas Gutes für Ihre Gesundheit und unsere Umwelt.