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Bundesrat entscheidet über Wildtierverbot im Zirkus: PETA fordert CDU/CSU auf, Blockadehaltung aufzugeben

Organisation übt scharfe Kritik an Volker Kauders Klientelpolitik

Stand März 2016
Berlin / Stuttgart, 17. März 2016 – Morgen entscheidet der Bundesrat über einen Entschließungsantrag des Landes Hessen für ein Verbot bestimmter Wildtierarten in deutschen Zirkusbetrieben. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion sperrt sich weiter konsequent gegen den wichtigen Schritt im Tierschutz, obwohl zwei Drittel der Deutschen, die Bundestierärztekammer sowie alle Bundestagsfraktionen außer der CDU/CSU die Initiative des Bundesrats für ein Verbot ausdrücklich unterstützen. Während die Zustimmung der Länderkammer als sicher gilt, hat das zuständige CSU-geführte Bundeslandwirtschaftsministerium im Vorfeld bereits angekündigt, trotz der Entschließung weiterhin kein Verbot umsetzen zu wollen [1]. Hauptgrund für diese Haltung zugunsten der Zirkusbetriebe ist die persönliche Vorliebe des Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder für Wildtierdressuren. Kauder wurde von Deutschlands größtem Zirkus, Circus Krone, zum „Ehrenfan“ ernannt und setzt sich in der Regierung vehement gegen ein Wildtierverbot ein. PETA ruft die CDU/CSU-Fraktion auf, ihre Blockadehaltung endlich aufzugeben.
 
„Im Bundestag gilt es als offenes Geheimnis, dass in Deutschland nur deshalb noch kein Wildtierverbot eingeführt wurde, weil Volker Kauder gerne in den Zirkus geht. Diese groteske Klientelpolitik der CDU/CSU ist undemokratisch und muss endlich aufhören“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Deutschland gehört mittlerweile zu den Schlusslichtern beim Tierschutz im Zirkus.“
 
Neben 18 EU-Ländern wie Belgien, Österreich und die Niederlande haben auch Staaten wie Mexiko, Kolumbien und Panama Wildtiere aus der Manege verbannt. Als direkte Folge der Verweigerungshaltung der CDU/CSU-Fraktion haben mittlerweile über 50 deutsche Städte Wildtiervorführungen auf kommunalen Flächen verboten oder beschränkt. Allein in diesem Jahr gesellten sich Schwerin, Leipzig und Rostock zu der Liste tierfreundlicher Städte.
 
Im Oktober 2014 offenbarte eine Kleine Anfrage der Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung, dass bei fast jeder zweiten Kontrolle in Zirkusbetrieben Missstände festgestellt wurden. Im zuletzt erfassten Berichtsjahr 2011 wurden bei insgesamt 895 amtstierärztlichen Kontrollen 409 Verstöße gegen die Haltungsanforderungen festgestellt. Dieses negative Bild wurde Anfang 2016 durch Daten aus Bayern untermauert: Aus einer Stellungnahme des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz geht hervor, dass auch Amtstierärzte in Bayern bei durchschnittlich jeder zweiten Kontrolle in Zirkusbetrieben Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen festgestellt haben.
 
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie vor allem die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Immer wieder brechen verhaltensgestörte Wildtiere aus Zirkusbetrieben aus. Im Juni 2015 wurde im baden-württembergischen Buchen ein Spaziergänger von einem Elefanten des Circus Luna getötet.
 
[1] http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/neuer-antrag-im-bundesrat-keine-elefanten-und-baeren-mehr-im-zirkus-23623644
 

In Deutschland erlaubte Tierquälerei: Tigerdressur mit Peitsche. / © PETA
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Verbot-Wildtiere-im-Zirkus
PETA.de/Wildtierdressur
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de