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 »  »  »  »  » Chinas schockierender Hunde- und Katzenfellhandel

Hunde- und Katzenpelz aus China

Stand Juni 2016
Millionen Hunde und Katzen werden in China totgeknüppelt, ausgeblutet und mit Drahtschlingen erdrosselt, um aus ihrem Fell Pelzbesätze und Bommeln herstellen zu können.
Hunde auf einem chinesischen Pelzmarkt. © PETA-D/Karremann

Hundepelz in Deutschland

Im Winter 2015 gab es Funde von Mützen aus Hundepelz bei Berliner Straßenhändlern am Alexanderplatz. (1) Tierartanalysen des Landeslabors Berlin-Brandenburg bestätigten den Fund von Hundefell in einer ersten Haaruntersuchung. (2) Rechtlich ist der Handel mit Pelzen von Hunden und Katzen in der EU seit 2009 untersagt, nachdem sich PETA und viele andere Tierrechtsorganisationen für ein Importverbot von Hunde- und Katzenpelz starkmachten. (3) Doch aus China und anderen asiatischen Ländern gelangen immer wieder falsch oder gar nicht deklarierte Hundepelze an Jacken oder Mützen auf den deutschen Markt – meistens unentdeckt.

Mangelnde Kontrollen in der EU

Für Zöllner an den EU-Grenzen ist es unmöglich, die Tierart eines Pelzes sicher zu identifizieren, denn nur ein aufwendiger Gentest in speziellen Labors kann die Tierart zweifelsfrei feststellen. Meist sind die Felle bereits an fertigen Artikel wie Jacken mit Pelzkragen, Stiefel mit Fellfutter oder Bommelmützen angebracht. Der Bericht der EU-Kommission zur Umsetzung des Importverbots von Hunde- und Katzenfell von 2013 weist für 2010 insgesamt 25.275 untersuchte Lieferungen aus, wovon lediglich 5 zur weiteren Laboranalyse geschickt und 67 Lieferungen beschlagnahmt wurden. (4)

Fehlende Pelzkennzeichnung

Ein Hauptproblem ist, dass importierte Pelzwaren aus China häufig gar nicht oder mit falschen Tiernamen gekennzeichnet sind. Stichproben von PETA deckten 2015 in Deutschland drei nicht gekennzeichnete Jacken mit Pelzkragen vom Marderhund auf, die trotz Zollkontrollen ohne korrekte Textillabel auf den deutschen Markt gelangten. Vor diesem Hintergrund ist es erschreckend, dass die EU-Länder 2010 nur 169 Kontrollen von Produkten auf Hunde- und Katzenpelz vornahmen – und davon ganze 68 Lieferungen wegen Katzen- und Hundefell beschlagnahmten und zerstörten! (5)
Es ist also sehr wahrscheinlich, dass noch immer tausende Felle von misshandelten, gequälten und grausam geschlachteten Hunden und Katzen aus China unentdeckt in europäischen Shops und Kaufhäusern angeboten werden.
Dutzende Katzen zusammengepfercht in einem Drahtkäfig. © PETA-D/Karremann

Auf einem chinesischen Tiermarkt

Bei einer Ermittlung in Guangzhou, Südchina, fand PETA Katzen und Hunde, die in winzigen Käfigen dahinvegetierten. Einige waren zuvor auf LKWs tagelang über tausende Kilometer ohne Futter und Wasser transportiert worden. Bis zu zwanzig Katzen werden in einen einzigen Käfig gequetscht. Wir sahen tote Katzen auf den Käfigen, sterbende Katzen in den Käfigen und Katzen mit offenen Wunden und gebrochenen Gliedern. Manche Tiere waren lethargisch oder verängstigt, andere kämpften miteinander, denn die verzweifelte Situation trieb sie in den Wahnsinn.
 
Bis zu 1.000 Tiere werden auf einen einzigen LKW geladen, die Käfige werden dabei übereinandergestapelt. Käfige mit lebenden Tieren werden beim Entladen gewöhnlich aus bis zu 4 Metern Höhe vom LKW geworfen, wobei die Beine der Tiere brechen. Viele der Hunde und Katzen trugen noch Halsbänder, was darauf schließen lässt, dass Menschen ihre tierischen Mitbewohner einfach gestohlen werden, um aus ihnen Pelze herstellen zu können.
 

Was Sie tun können:

Vor allem eines: Kaufen Sie keinen Pelz!

Bitte schreiben Sie an den chinesischen Botschafter in Berlin und appellieren Sie an ihn, ein nationales Tierschutzgesetz zu verabschieden, das die grausame Behandlung und Tötung von Hunden, Katzen und anderen Tieren verbietet und sanktioniert.

Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter
der VR China Shi Mingde

Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
chinaemb_de@mfa.gov.cn
www.china-botschaft.de
 

Quellen:

(1) Marrach, Konstantin/Biermann, Till Berliner Zeitung Online (2015): Am Alex werden Mützen aus Hundefell verkauft. In: Berliner Zeitung Online.Berlin, 05. November 2015. http://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/trotz-import-verborts-hier-wird-eine-muetze-aus-hundefell-verkauft (abgerufen 14.03.2016).

(2) Abgeordnetenhaus Berlin (2015): Drucksache 17 / 17 358: Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Alexander J. Herrmann (CDU) vom 13. November 2015 und Antwort zu 3).

(3) Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 über ein Verbot des Inverkehrbringens sowie der Ein- und Ausfuhr von Katzen- und Hundefellen sowie von Produkten, die solche Felle enthalten, in die bzw. aus der Gemeinschaft. In: Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften. 27.12.2007. L 343, S. 1.

(4) European Commission (2013): Report from the Commission to the European Parliament and the Coucil on the application of Regulation (EC) No 1523/2007 banning the placing on the market and the import to, or export from, the Community of cat and dog fur, and products containing such fur. Brussels: 13.6.2013 COM(2013) 412 final.

(5) Ebd.