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Circus Carl Busch in Coburg: PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für tierquälerische Videoaufnahmen aus

Stand November 2012
Coburg / Gerlingen, 13. November 2012 – 1.000 Euro für dokumentierte Tierquälerei: Bei dem am kommenden Donnerstag beginnenden Gastspiel des Circus Carl Busch in Coburg setzt PETA Deutschland e.V. eine Belohnung für Videoaufnahmen aus, die eine Misshandlung der Elefanten durch Zirkusmitarbeiter belegen und bei der Staatsanwaltschaft als Beweismittel für Tierquälerei vorgelegt werden können. Das gewaltbereite Zirkuspersonal konnte bei dem Gastspiel in Frankfurt am Main im vergangenen August dabei gefilmt werden, wie sie einen ausgebrochenen Elefanten mit Schlägen in das viel zu kleine Gehege zurückdrängten – bei dem darauffolgenden Gastspiel in Landau wurde ebenfalls die rohe Misshandlung eines Elefanten nach einem Ausbruch dokumentiert. PETA zeigte beide Fälle bei den zuständigen Veterinärbehörden an. Angesichts der umfangreichen Historie von erheblichen Missständen und Tierquälereien bei der Elefantenhaltung, die zu mehreren Bußgeldverfahren geführt haben, appelliert die PETA an die Bürger in Coburg, den Zirkus zu meiden.

„Bei Circus Carl Busch werden die Elefanten insbesondere bei den immer wieder vorkommenden Ausbruchsversuchen geschlagen“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Jeder Videobeweis macht eine Verurteilung der Verantwortlichen wegen Tierquälerei wahrscheinlicher, deswegen setzen wir nun eine Belohnung für neue Videoaufnahmen aus. Durch die Schläge, die nächtliche Kettenhaltung und das artwidrige Leben in winzigen Gehegen leiden die Elefanten bei Circus Carl Busch an deutlichen Verhaltensstörungen. Es ist ein Skandal und ein Versagen der Bundesregierung, dass die Haltung von Elefanten im Zirkus noch immer erlaubt ist.“

PETA weist darauf hin, dass der Zirkus für seine notorisch mangelhafte Elefantenhaltung inzwischen bekannt ist. Weil die Elefanten immer wieder nächtelang auf dem Zirkustransporter ausharren mussten – teilweise bei eiskalten Temperaturen – wurde der Zirkus auf Betreiben der Veterinärbehörden in Wiesbaden und Darmstadt Ende 2010 zu Bußgeldern verurteilt. Im November 2011 und nochmals im März 2012 unterrichtete PETA das Stuttgarter Veterinäramt über die mangelhafte Gehegeausstattung und die Haltung an blanken Fußketten.

Wie auch die Bundestierärztekammer und der Bundesrat fordert PETA ein Verbot der Haltung von Elefanten und anderen Wildtieren in Zirkusbetrieben. Die harten Zirkusbedingungen zehren Elefanten körperlich und seelisch aus, wodurch sich ihre Lebenserwartung um fast die Hälfte reduziert. Während ihre Artgenossen in freier Natur in der Regel 60 Jahre alt werden, erreicht kaum ein Elefant im Zirkus ein Alter von 45 Jahren. Mit nur 25 Jahren verstarb 2005 Elefant Macombe bei Circus Carl Busch.

Mit Schlägen zurückgedrängt: Elefantendame Maschibi bei Circus Carl Busch © PETA / Das Bild ist auf Anfrage auch in höherer Auflösung erhältlich.

Chronik (Circus Carl Busch):
PETA.de/web/home.cfm?p=5696

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de