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Löwen

Krone sagt über die Löwen: „Sie sind bereits in der 13. Generation in menschlicher Obhut geboren, groß und alt geworden. Sind also keine "Wildtiere" mehr. ‘Auswildern‘ würde den Tod für sie bedeuten.“ (1)

Tatsächlich ist eine Auswilderung von Löwen nicht möglich. Gerade deswegen hat es keinen Sinn, die Tiere in Gefangenschaft zu halten, denn der Beitrag zum Artenschutz ist gleich Null.

Falsch ist jedoch die Behauptung, dass die Löwen keine Wildtiere mehr wären. Auch in Gefangenschaft geborene Löwen haben die gleichen hohen Ansprüche an einen artgerechten Lebensraum wie ihre Artgenossen in freier Natur. Die Geburt in Gefangenschaft und die Zähmung macht aus einem Wildtier kein domestiziertes Tier. Die Domestikation ist ein Prozess selektiver Zucht, bei dem der Mensch innerhalb von tausenden Jahren aus einem Wolf beispielsweise einen Dackel züchtete. Eine Domestikation findet im Zirkus nicht statt. Die Eigenschaften und die hohen Ansprüche der Wildtiere im Zirkus werden durch die Gefangenschaft und die gewaltsame Dressur lediglich unterdrückt.

Daher reagieren die Löwen in Gefangenschaft auf ihre permanenten Entbehrungen mit Verhaltensstörungen, was PETA bei Krone sowohl im Winterlager als auch auf Tournee dokumentieren konnte. Monotones Auf- und Abschreiten am Käfigrand als verzweifelter Versuch, der reizarmen Umgebung und Monotonie zu entkommen.

Die Bundestierärztekammer hat sich 2010 gegen die Haltung von Raubkatzen und anderen Wildtierarten im Zirkus ausgesprochen (2). Einer wissenschaftlichen Studie von 2005 zufolge weisen Löwen in Gefangenschaft Fettleibigkeit, überdurchschnittliche Inaktivität und stereotype Verhaltensweisen auf (3).

Viele weitere Experten sprechen sich gegen die Haltung von Großkatzen im Zirkus aus: „Bei der Haltung von Großkatzen und Bären im Zirkus ist wegen der besonderen Umstände, die in diesen Betrieben vorliegen, eine artgerechte Tierhaltung nicht oder nur begrenzt möglich“. (4)

Eine im Oktober 2003 veröffentlichte Studie der Oxford-University berichtet, dass weit umherstreifende Raubtiere, darunter auch Tiger und andere Großkatzen, „die deutlichsten Zeichen für Stress und /oder psychische Funktionsstörungen in Gefangenschaft zeigen“. (5)

Urteilen Sie selbst: Das Revier eines Löwenrudels kann in freier Wildbahn bis zu 400 Quadratkilometer groß sein. Im Zirkus verbringen die Großkatzen die meiste Zeit ihres Lebens in einem etwa 12-15 Quadratmeter kleinen Transportwagen.

In diesem Verschlag müssen gleich mehrere Löwinnen im Circus Krone-Stammquartier leben. © PETA

1) Circus-krone.com/de/krone-zoo/tiere-im-circus-krone.html
2) PETA.de/web/home.cfml?viewfile=1&fn=11495305BF828&mod=get&CFID=d0d3d8f7-d6d6-49fd-aae6-0606d50a429f&CFTOKEN=0
3) Altman, Joanne D., Gross, K. & Lowry, S.R. (2005): Nutritional and behavioral effects of gorge and fast feeding in captive lions. Journal of Applied Animal Welfare Science. 8(1):47-57.
4) Dr. W. Rietschel (2002): Zoologischer Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart, Dtsch. tierärztl. Wschr. 109, 120-123
5) Clubb, R. & Mason, G. (2003): Captivity effects on wide-ranging carnivores. Nature 425: 473-474

 

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