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Flusspferd

Seit 2009 darf Circus Krone das Flusspferd Poppäa nicht mehr mit auf Tournee nehmen. Die Haltungsbedingungen wurden zuvor immer wieder von den Veterinärbehörden beanstandet. In einem Schreiben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom August 2009 an die Staatsanwaltschaft München I heißt es u.a.: „Auch bei der Flusspferdhaltung bestanden Mängel, in deren Folge von Leiden auszugehen ist.“ […] „Die Haltungsmängel (zu kleines Badebecken, fehlendes Außengehege) im Stammquartier wurden mittlerweile behoben. Da eine Einhaltung der rechtlichen Vorgaben für Flusspferde auf Tournee kaum möglich ist, wird das Tier seit Beginn der Gastspielreise 2009 nicht mehr mitgenommen, sondern verbleibt im Stammquartier.“

Doch PETA-Recherchen im Frühjahr 2012 brachten zutage, dass Poppäa auch im Münchner Stammquartier des Circus Krone allein und unter entsetzlichen Bedingungen leben muss, die nicht annähernd den Anforderungen der Haltungsrichtlinien („Säugetiergutachten“) entsprechen.

Mangelhafte Flusspferdhaltung im Circus Krone Winterquartier © PETA
Bereits 2005 stellte das Veterinäramt in Berlin fest, dass das Badebecken des Flusspferdes mit 8,2 Quadratmeter zu klein und mit 85 cm zu niedrig ist. Als Mindestgröße sehen die behördlichen Mindestanforderungen eine Beckengröße mit 15 Quadratmeter bei 1,30 Meter Tiefe vor.

2006 beanstandete eine Veterinärbehörde die Flusspferdhaltung und stellte u.a. auch wegen dieser Haltung einen Bußgeldbescheid mit Festsetzung eines Bußgeldes von 2500 Euro aus. Am 10. Februar 2009 wurde vor dem Amtsgericht Darmstadt (AZ: 233 Owi-1489 Js 22971/07) gegen Christel Sembach-Krone, Inhaberin des Circus Krone, verhandelt. Es kam in diesem Punkt nur deshalb nicht zur Verurteilung, weil wenige Monate vorher die Münchner Genehmigungsbehörde für Circus Krone eine Ausnahmegenehmigung erteilt hat. Allein aufgrund dieser Begünstigung ist es in diesem Punkt nicht zur Verurteilung gekommen.

2008 heißt es vom Veterinäramt in Hagen: „Flusspferde sind Gesellschaftstiere. Flusspferde sind für die Haltung im Zirkus nicht geeignet. […] Die Haltung von Flusspferdeartigen im Zirkus ist daher abzulehnen.“

Diese Aussage basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, denn Flusspferde sind gesellige Tiere, die in allen denkbaren Zusammensetzungen und in Populationsgrößen von etwa 10 bis 100 Tieren leben. Flusspferde halten sich tagsüber vorwiegend im Wasser auf, schwimmend oder dösend. Erst nachts steigen sie an Land. Sie entfernen sich dabei bis weit über 10 km vom Gewässer.

Zahlreiche Experten, unter ihnen die österreichischen Zoologen Mag. Hermann Gsandtner, Dr. Helmut Pechlaner, Dr. Harald Schwammer, kommen allgemein zu dem Schluss: „Zu lange Haltung in zu kleinen und zu seichten Wasserbecken führt zu Gelenkschäden. Flusspferde sind daher für eine Haltung in Zirkusunternehmen absolut ungeeignet.“ (1)

1) GESANDTNER, H., PECHLANER, H. u. H.M. SCHWAMMER (1996) Richtlinien für die Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen, Wiener Umweltanwaltschaft

 


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