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Das Kochen lebender Hummer ist in Reggio Emilia verboten
PETA fordert alle deutschen Bundesländer, sowie die Partnerstadt Schwerin auf, diesem Beispiel zu folgen

 
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Stand Juni 2006
Kontakt: Dr. Tanja Breining, Tel. +49 (0)7156-17828-30

Gerlingen -- Die Tierrechtsorganisation PETA hat die Oberbürgermeister aller deutschen Bundesländer aufgefordert dem Beispiel des Bürgermeisters der italienischen Stadt Reggio Emilia zu folgen und das Kochen lebender Hummer zu verbieten.
Bereits 2004 bezeichnete der Bürgermeister von Reggio Emilia das Kochen lebender Krustentiere als „unnötige Tortur“ und heute muss jeder „Lebendkocher“ mit einer Geldstrafe von knapp 500 Euro rechnen.

Norbert Claussen, der Bürgermeister von Schwerin, der deutschen Partnerstadt von Reggio Emilia, bezeichnete sich selbst zwar als „berührt“ von PETAs Anliegen, meinte aber ihm seien die Hände gebunden, da nur die Bundesregierung solche Verbote aussprechen könne, woraufhin PETA zurück schrieb und ihn auf Art. 20 GG hinwies, der es ihm ermöglicht in Form einer Ordnungssatzung die tierquälerische Tötung in Gastronomiebetrieben und Privathaushalten in der Landeshauptstadt zu untersagen.

PETA hatte außerdem auch an die Stadt Reggio Emilia geschrieben und sie gebeten, Schwerin aufzufordern ihrem Beispiel zu folgen. Ob Reggio Emilia dieser Bitte nachgekommen ist, ist der Tierrechtsorganisation bislang nicht bekannt.

Klaus Wowereit, Bürgermeister in Berlin zeigte sich hingegen kooperativer und teilte PETA folgendes mit: "Aufgrund eines Beschlusses des Bundesrats wird die die Tötung von Krustentieren regelnde Verordnung gegenwärtig überarbeitet. Seitens des Landes Berlin wird sich die zuständige Senatsverwaltung für eine Überprüfung der bisherigen Regelung einsetzen. Dabei werden auch die von Ihnen angeführten neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Schmerzempfinden von Krustentieren Berücksichtigung finden. Insofern hoffe ich mit Ihnen, dass kurzfristig eine Gesetzesnovellierung erfolgen wird die einem umfassenden Tierschutz ausreichend Rechnung trägt! "

PETA leitete diese Antwort mit der Bitte um eine Gesetzesnovellierung an Bundesminister Seehofer weiter. Die Schlachtverordnung für Krustentiere wurde seit 1936 nicht verändert, da keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Schmerzempfinden bei Krustentieren vorlagen.
„Aber jetzt, da Wissenschaftler bestätigen, dass Hummer beim Kochen starke Schmerzen empfinden ist es höchste Zeit, die 70 Jahre alte Schlachtverordnung endlich zu erneuern“, so Dr. Breining von PETA. „Wir hoffen, dass Herr Seehofer, die gesetzgebenden Grundlagen kurzfristig initiieren wird.“

PETA ist mit mehr als 1 Million Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.