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 »  »  »  »  » Das unbekannte Leben von Haien

Lernen Sie mehr über diese faszinierenden Tiere

Stand Juli 2013
Haie sind älter als Dinosaurier
Die ersten Haie lebten bereits im Silur vor 450 Millionen Jahren. Sie sind somit wesentlich „älter“ als Dinosaurier und gehören zu den ältesten Tieren überhaupt auf der Erde. Sie sind perfekt an ihre Umwelt angepasst und ein Beispiel dafür, dass Lebewesen in vollkommener Harmonie mit der Erde leben können.

Von großen und kleinen Haien
Der kleinste Hai (Zwerg-Tiefseedornhai) ist 20 cm klein und wiegt etwa 15 Gramm. Der größte Hai, der Walhai, ist ein friedlicher, bis zu 14 m langer und 12 000 Kilogramm schwerer Riese, der sich nur von Plankton ernährt. Er ist der größte aller Fische.
Haie brauchen kein Gebiss
Haie haben ebenso wie Rochen und Chimären ein beinahe vollständig knorpeliges Skelett, das sie von den Knochenfischen unterscheidet. Im Mund haben sie mehrere Reihen Zähne, die das ganze Leben hindurch ersetzt werden.

Ein technisches Vorbild für Luftfahrt und Schiffsbau
Die Hautstruktur von Haien diente als Vorbild für die Luftfahrt und Schiffskonstrukteure, da die raue Haihaut von Rillen durchzogen ist, die über die Schuppen laufen. Die Rillenstruktur verringert den Oberflächenwiderstand im Wasser, so dass sich die Haie mit verhältnismäßig geringem Energiewand sehr schnell im Wasser fortbewegen können.
Hervorragende Sinnesorgane und Intelligenz
Haie haben einen hoch entwickelten Geruchsinn, ein gutes Sehvermögen und können auch sehr gut hören, vor allem Töne im tieferen Frequenzbereich. Über ihre Seitenlinien können sie Vibrationen wahrnehmen. Ein weiteres wichtiges Sinnesorgan sind die Lorenzischen Ampullen, mit Gallert gefüllte Ampullen, um bioelektrische Felder aufzufangen. Versuchsreihen mit Haien haben bewiesen, dass sie sowohl Farben als auch geometrische Formen unterschieden und bei Wiederholungen der Versuche wieder erkennen.

Schlaflos im Ozean
Haie haben keine Auftrieb erzeugende Schwimmblase wie Knochenfische und müssen durch ständiges Schwimmen Auftrieb erzeugen um nicht abzusinken. Auch können sie ihre Kiemen nicht bewegen und um zu atmen müssen sie folglich ständig schwimmen. Aus diesem Grund sieht man Haie äußerst selten ruhen, meistens in überdurchschnittlich sauerstoffreichem Wasser oder an Orten mit starker Strömung. Viele Arten sterben deshalb den Erstickungstod, wenn sie sich in einem Netz verfangen. Neuere Forschungen berichten von "Schlafplätzen" der Haie an Stellen, wo es kontinuierliche Wasserströmung im Meer gibt.
Haie sind neugierig und verspielt wie junge Katzen
Haie sind von Natur aus neugierig; alles was sie nicht kennen oder ihre Reize anspricht, wird untersucht. Heringshaie wurden beobachtet, wie sie an der Wasseroberfläche schwimmendes Treibgut mit der Schnauze anstießen und sich über Minuten hinweg mit den Gegenständen beschäftigten. Weiße Haie wurden mehrfach beobachtet, wie sie Pinguine fingen, um diese kurz danach wieder (unverletzt) auszuspucken. Hier können auch eindeutige Parallelen zu jungen Katzen gezogen werden, die eine lebendige Maus mehrfach entkommen lassen, um diese wieder zu fangen.

Fortpflanzung
Der Paarung der Haie geht in der Regel ein ausführliches Werbungsritual voraus. Während der Kopulation führt das Männchen sein Klammerorgan in die Kloake der Partnerin ein während er sich an einer ihrer Brustflossen festbeißt.
Die Fortpflanzungsstrategie der Haie reicht von Oviparie (Eierlegen) bis zur Viviparie (Lebendgebären), bei der die Embryonen über eine den Verhältnissen der Säugetiere analoge Plazenta ernährt werden. Bei den oviparen Arten schlüpft das Junge bis zu 15 Monate nach der Eiablage. Bei lebend gebärenden Arten variiert die Tragzeit zwischen 6 und 22 Monaten
Nestflüchter
Keine Haiart betreibt "Brutpflege", d.h. die Junghaie sind vom ersten Moment auf sich gestellt und müssen sich sofort selber behaupten.

Der Hai - gefürchtet und vergöttert
Während Haie von vielen Menschen gefürchtet werden, gibt es Regionen in denen Haie regelrecht verehrt, gar vergöttert werden. An der Südküste Vietnams bringen Fischer dem Walhai Opfer dar. Sie bezeichnen ihn als Ca Ong („Herr Hai“).
Auf den Salomonen wurden Figuren, halb Mensch, halb Hai auf die Dächer der Häuser gestellt, sie sollten die Bewohner vor dem Bösen schützen.

Der Mensch ist ein gefährliches Raubtier für den Hai.

Alljährlich sterben 5-10 Menschen durch Haiangriffe und mehr als 100 Millionen Haie durch Menschenangriffe, so schätzen Experten. Besonders begehrt ist ihre Rückenflosse, die man den Tieren oft bei lebendigem Leib abschneidet und sie anschließend wieder zurück ins Wasser wirft wo sie langsam und qualvoll verbluten.