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Defekte Lüftungsanlage: Knapp 400 Schweine sterben in Kirchlengeraner Stall – PETA stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld

 
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Organisation kritisiert unzureichende Vorsorgemaßnahmen

Stand August 2015
Kirchlengern / Bielefeld / Stuttgart, 14. August 2015 – Kein Entkommen: Nach dem Ausfall einer Lüftungsanlage in einem Stall in Kirchlengern-Häver starben Medienberichten zufolge in der Nacht vom 8. auf den 9. August knapp 400 Schweine. Ein Alarmsystem, das solche Zwischenfälle melden sollte, löste nicht aus – so stieg die Konzentration an Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid drastisch an, während die Sauerstoffzufuhr zeitgleich stoppte. Diese giftige Mischung führte laut Einschätzung des Kreisveterinäramtes zum Kreislaufversagen der Tiere – und letztlich zum Tod. PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld Strafanzeige gegen den Betreiber der Stallanlage gestellt. Der Vorwurf: Durch die ungenügende Einrichtung und Kontrolle der Schutzmöglichkeiten wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Tiere qualvoll sterben. Nach den Erfahrungen von PETA-Experten sind auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben die technischen Anlagen derart marode und nicht ordnungsgemäß gewartet, dass Vorfälle dieser Art immer wieder auftreten.
 
„Jedes Tier, das bei einem Zwischenfall wie dem Ausfall der Lüftungsanlagen im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Tiere werden in vielen Anlagen vernachlässigt – sogenannte ‚technische Defekte‘ und damit der Tod vieler Tiere werden hingenommen.“
 
Für die Ernährungsindustrie sind Tiere ein reines Produktionsgut. Sterben in einem Stall Tiere, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet und versicherungstechnisch ‚vergütet‘. In der Tierhalteindustrie bedeuten jedoch nicht nur unzureichende Vorsorgemaßnahmen Leid und Tod. Egal ob Rind, Schwein oder Geflügel, egal ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Im Schlachthaus ist das Leiden noch nicht beendet: Kopfüber an einem Bein aufgehängt wird ihnen die Kehle durchtrennt, Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt. [1]
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
[1] Bärbel-Höhn.de/kleine_Anfrage_Tierschutz_bei_Schlachtung.pdf
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Lifestyle
PETA.de/Themen/Ernährung
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de