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Staatsrat bestätigt Delfin-Nachzuchtverbot in Frankreich: PETA bittet Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, wegweisendem Beispiel zu folgen

 
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Intelligente Meeressäuger nach wie vor im Duisburger und Nürnberger Zoo eingesperrt

Stand August 2017
Stuttgart, 9. August 2017 – Frankreich als Vorbild: Anfang Mai erließ die ehemalige französische Umweltministerin Ségolène Royal ein mit sofortiger Wirkung geltendes Zuchtverbot für die in Gefangenschaft lebenden Delfine und Schwertwale in allen vier französischen Meeresparks. Dies bedeutet, dass in Frankreich mittelfristig keine Delfine mehr eingesperrt sein werden. Der neue Staatsrat in Frankreich bestätigte diese Entscheidung am 1. August. Neben Umweltministerin Barbara Hendricks hat die Tierrechtsorganisation PETA nun auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sowie die Umweltministerien in Bayern und Nordrhein-Westfalen in einem Schreiben gebeten, diesem Beispiel zu folgen und in Deutschland ebenfalls ein Delfin-Nachzuchtverbot zu erlassen. Die verbleibenden Tiere sollen in betreute Auffangstationen im Meer überführt werden, zum Beispiel auf der griechischen Insel Lipsi. Medienberichten zufolge könnte hier im Jahr 2020 für 500.000 Euro ein Delfinreservat entstehen [1].

„Ein artgerechtes Leben ist für Delfine in Zoos nicht möglich“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „In Freiheit leben Große Tümmler in komplexen Sozialstrukturen, entdecken täglich eine abwechslungsreiche Unterwasserfauna und -flora und können so weit schwimmen und tief tauchen, wie sie möchten. In Zoos hingegen werden sie zu kommerziellen Zwecken in enge, kahle Becken gesperrt, in denen es außer Kacheln und Beton nichts zu entdecken gibt.“

Ségolène Royal traf die (unerwartete) Entscheidung, nachdem sie erfuhr, dass die intelligenten Meeressäuger in den Parks mit Psychopharmaka behandelt werden. In Deutschland bestätigte der Nürnberger Zoodirektor Dag Encke kürzlich öffentlich, dass die dort gefangen gehaltenen Delfine ebenfalls mit Diazepam – einem Psychopharmakon, das beruhigend wirken soll und bei den Delfinen wie eine „rosarote Brille“ wirkt – behandelt werden [2].

Hierzulande leben in den Zoos in Duisburg und Nürnberg derzeit noch insgesamt 15 Delfine. Im Zoo Duisburg sind sieben Große Tümmler und ein Flussdelfin in sehr enge „Meeresbecken“ eingesperrt. Da die Halle überdacht ist, können sich die Tiere nicht einmal „im Freien“ aufhalten. Neben mehrmals täglich stattfindenden Shows, bei denen die Delfine unnatürliche Kunststücke aufführen müssen, findet auch eine Interaktion der Tiere mit Kindern statt. Die Delfinlagune in Nürnberg ist seit Jahren undicht und soll ab Herbst mit einer Kunststofffolie abgedichtet werden. Noch ist unklar, ob die Folie wirkt, wie sie sich auf die Gesundheit der Tiere auswirkt und wer die Kosten tragen wird.

Delfine sind sich ihrer selbst bewusst, rufen sich gegenseitig beim Namen, erkunden ihre Umgebung unter anderem durch Echo-Ortung und leben in der Natur in komplexen Sozialverbänden. Internationale Wissenschaftler, wie die US-Hirnforscherin Lori Marino oder die Delfinforscherin Morgane Perri aus Frankreich, sind sich einig, dass die hochintelligenten Tiere in einem kahlen, flachen Zoobecken niemals artgerecht leben können.

[1] http://www.francetvinfo.fr/monde/environnement/dauphins-quelle-vie-apres-la-captivite_2316737.html.
[2] Der Tagesspiegel (2017): Zuchtverbot in Frankreich. Streit um Delfinarien in Deutschland neu befeuert. Online abrufbar unter: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/zuchtverbot-in-frankreich-streit-um-delfinarien-in-deutschland-neu-befeuert/20050354.html. (07.08.2017).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Delfinarien

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de