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Der Eurovision Song Contest will nachhaltig, ökologisch und grün werden – PETA rät zu rein pflanzlicher Verpflegung

 
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Organisation kritisiert nicht konsequent klima- und tierfreundliches Catering

Stand Mai 2015
Wien / Stuttgart, 21. Mai 2015 – Besser vegan für Mensch, Tier und Umwelt: Bei der 60. Ausgabe des Eurovision Song Contests (ESC) vom 19. bis 23. Mai 2015 in Wien soll es nach Wunsch des Veranstalters – dem Österreichischen Rundfunk – grün und nachhaltig zugehen. Denn der ORF hat es sich zum Ziel gesetzt, das Mega-Spektakel nach dem Österreichischen Umweltzeichen als „Green-Event“ zertifizieren zu lassen. Daher werden vor allem biologische und regionale Verpflegung sowie pflanzliche Angebote bereitstehen – allerdings nicht ausschließlich. PETA Deutschland e.V. bemängelt diese Inkonsequenz. Im Vorfeld hatte die Tierrechtsorganisation den ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz angeschrieben, auf die Zusammenhänge zwischen der Umweltzerstörung und dem Konsum tierischer Produkte hingewiesen und darum gebeten, das Catering rein vegan zu gestalten.
 
„Eine quicklebendige Conchita Wurst passt viel besser zu einem grünen ESC als Bratwürste aus totem Tier“, so Felicitas Kitali, Ernährungswissenschaftlerin bei PETA Deutschland e.V. „Studien bestätigen seit Jahren immer wieder aufs Neue, dass die umwelt- und klimafreundlichste Entscheidung darin besteht, Fleisch, Eier und Milchprodukte von der Speisekarte zu streichen.“
 
Auch wenn auf regionale und ökologisch angebaute Speisen geachtet sowie Mehrwegbesteck verwendet wird und vegetarische oder vegane „Wurst“-Produkte angeboten werden sollen: Eine ausschließlich vegane Speisekarte wäre das Signal für ein durch und durch „grünes Event“ gewesen.
 
Neben dem Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) von 2006, der die Tierwirtschaft als Hauptverursacher der schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit benennt, stellte das Worldwatch-Institut 2009 fest, dass 51 % der vom Menschen verursachten Treibhausgase aus diesem Sektor stammen.
 
Zwar sind regionale und biologische Lebensmittel bereits ein guter Ansatz, doch es ist ausschlaggebend, ob Fleisch, Milch und Eier oder vegane Produkte auf dem Teller landen. Dies bestätigte beispielsweise 2007 das Öko-Institut Freiburg in einer Studie zum CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln. Pflanzliche Erzeugnisse sind demnach wesentlich umweltfreundlicher als tierische Produkte: Allein ein Kilogramm Bio-Rindfleisch ist 90-mal belastender für das Klima als dieselbe Menge an konventionellem Gemüse. Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als nicht ökologisch hergestellte Margarine. Auch das deutsche Landwirtschaftsministerium (BMEL) kam in einem Bericht von 2008 zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 % der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) forderte 2010 in einer Studie dazu auf, den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten zu verringern. Denn dadurch könnte der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 % reduziert und zukünftige Emissionen unter das Niveau von 1995 gesenkt werden.
 
PETA weist außerdem darauf hin, dass tierische Produkte sehr wasserintensiv sind. Während für die Produktion von einem Päckchen Kuhmilch 1.050 Liter und für die eines 150-g-Rindfleisch-Burgers 2.350 Liter Wasser benötigt werden, sind es bei der Herstellung der gleichen Menge Sojadrink bzw. eines Soja-Burgers nur 297 bzw. 158 Liter.
 
Quellen:
Food and Agriculture Organization (2006): Lifestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. United Nations (UN), http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM (abgerufen am 12.05.2015)
 
Goodland R. and Anhang, J. (2009): Livestock and Climate Change: What if the key actors in climate change are ... cows, pigs, and chickens?. World Watch Magazine, 22 (06), http://www.worldwatch.org/node/6294 (abgerufen am 12.05.2015)
 
Fritsche, U. R., Eberle, U., Wiegmann, K. und Schmidt, K. (2007): Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier. Öko-Institut e.V., http://www.oeko.de/oekodoc/328/2007-011-de.pdf (abgerufen am 12.05.2015)
 
BMELV (2008): Bericht des BMELV für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, http://www.bmel.de/cae/servlet/contentblob/383152/publicationFile/22425/Klimaschutzbericht2008.pdf (abgerufen am 12.05.2015)
 
Popp, A., Lotze-Campen, H., Bodirsky, B. (2010), Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production. Global Environmental Change, 20: 451-462
 
Ercin, A. E., Aldaya, M. M., Hoekstra, A. Y. (2011), The water footprint of soy milk and soy burgers and equivalent animal products. Ecological Indicators, 18: 392−402


Weitere Informationen:
PETA.de/Umwelt
PETA.de/Klimawandel
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Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de