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Deutsche Brieftaubenausstellung in Dortmund: PETA übt scharfe Kritik an Veranstaltung und fordert Verbot der Brieftaubenzucht und Taubenwettflüge

Stand Januar 2016
Dortmund / Stuttgart, 7. Januar 2016 – An diesem Wochenende findet in den Westfalenhallen Dortmund die Deutsche Brieftaubenausstellung und Europaschau 2016 des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. statt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert die Veranstaltung und ruft dazu auf, die Messe zu meiden. Der Brieftaubensport ist ein rücksichtsloser Zeitvertreib, den jedes Jahr zahlreiche Vögel mit dem Leben bezahlen und bei dem ausschließlich die Leistung der Vögel im Mittelpunkt steht – das Wohlbefinden der Tiere spielt keine Rolle. PETA verweist auf die Tierschutzwidrigkeit des Brieftaubensports und fordert ein Verbot der Zucht sowie der Taubenwettflüge in Deutschland.
 
„Taubenwettflüge sind Tierquälerei – die treuen Vögel mit ihrem bemerkenswerten Orientierungssinn werden für eine ‚Freizeitbeschäftigung‘ missbraucht, zahlreiche Tiere sterben bei den Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Die Brieftaubenzucht sowie die Wettflüge müssen endlich verboten werden.“
 
Taubenwettflüge widersprechen dem Tierschutzgesetz: Nach § 3 ist es verboten, Tieren Leistungen abzuverlangen, die ihre Kräfte übersteigen. Zudem legt das Gesetz fest, dass Tiere im Training oder bei Wettkämpfen keinen Maßnahmen ausgesetzt werden dürfen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder körperlichen Schäden verbunden sind. Nach Angaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz gehen selbst Taubenzüchter davon aus, dass bis zu zehn Prozent der Vögel nicht am Ziel ankommen. [1] Offizielle Zahlen sind jedoch nicht bekannt, da keine Statistiken über Sterberaten existieren. Eine Undercover-Recherche von PETA USA in 2012 zeigte auf, dass bei einigen europäischen Taubenwettflügen sogar bis zu 90 Prozent der Tiere das heimatliche Ziel nicht erreichen. [2]
 
In Deutschland nimmt rund die Hälfte der circa 50.000 Brieftaubenzüchter mit ihren Tieren an Wettflügen teil. Schätzungsweise 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben leben in deutschen Taubenschlägen. [1] In der Regel werden die Tauben bewusst von ihren Partnern oder der Brut getrennt – damit ist für die treuen Tiere nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag. Bleiben die Vögel hinter den Erwartungen zurück und sind für die weitere Zucht ungeeignet, werden sie von den Haltern oftmals ohne Betäubung mittels Langziehen des Halses und Umdrehen des Kopfes getötet. [2]
 
[1] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (2009): Tierschutz im Brieftaubensport. Merkblatt Nr. 121
[2] PETA Deutschland e.V. (2013): Taubenwettflüge: Friedhof der Vögel, Veganblog.de / http://www.veganblog.de/2013/03/taubenwettfluge-friedhof-der-vogel/

Weitere Informationen:
PETA.de/Brieftaubensport
PETA.de/Tauben_Taiwan

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de