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Diabetes Typ 2

Stand Oktober 2012
“‘We’re talking about switching from a meat-centered diet to a more plant-based diet for the prevention of diabetes and other chronic diseases.’” Dr. Frank Hu, Professor für Ernährung und Epidemiologie an der Harvard School of Public Health.

Viele Untersuchungen zeigen, dass der Fleischverzehr ein erhöhtes Diabetes-Risiko mit sich bringt. Langjährige Mischköstler, die 17 Jahre lang mindestens einmal pro Woche Fleisch verzehrt hatten, wiesen im Vergleich zu Vegetariern ein um 74 Prozent erhöhtes Diabetes-Risiko auf (Vang et al. 2008).
 
Andere Studien sprechen von einem erhöhten Diabetes-Risiko von fleischessenden Menschen, das von 28 bis 43 Prozent variierte. Je mehr Fleisch pro Woche verzehrt wurde, desto höher war das Diabetes-Risiko (Song et al. 2004).

Fleisch enthält beispielsweise viele gesättigte Fettsäuren, Stickstoffverbindungen oder Häm-Eisen. Diese Stoffe wiederum fördern die Insulinresistenz durch Schädigungen der ß-Zellen des Pankreas. Selbst langjährige Fleischesser können durch eine Umstellung auf eine vegetarische oder vegane Kost ihr Körpergewicht und damit auch ihr Diabetes-Risiko noch senken (Vang et al. 2008). Bei einer 22-wöchigen fettarmen veganen Ernährung konnten verbesserte Blutglukose-Werte und weniger kardiovaskuläre Risikofaktoren festgestellt werden (Barnard et al. 2006).

Eine Studie der Harvard School of Public Health in Boston, die im “American Journal of Clinical Nutrition” veröffentlicht wurde, zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Diabetes und dem Verzehr von Wurst und Fleischprodukten. Das betrifft insbesondere rotes und verarbeitetes Fleisch mit einem hohen Eisengehalt und Nitritpökelsalzen. Die Eisenradikale haben einen negativen Einfluss auf die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse, was durch den Nitritgehalt verstärkt wird. Auch Übergewicht erhöht das Diabetesrisiko. Menschen, die auf pflanzliche Alternativen ausweichen, haben häufiger ein Idealgewicht und senken alleine damit schon das Diabetesrisiko.

Frank Hu, der Leiter eines Forscherteams, und seine Kollegen konnten ganz deutlichen nachweisen, dass der Konsum von rotem Fleisch in Zusammenhang mit der Entstehung von Diabetes steht. Von 167.000 Teilnehmern erkrankten 13.759 Menschen während der Studie an Diabetes Typ 2. Insgesamt wurden Daten von 442.000 Menschen ausgewertet und diese zeigen, dass bereits 100 g unverarbeitetes rotes Fleisch täglich das Diabetesrisiko um 19 Prozent steigen lässt. Ist das rote Fleisch verarbeitet steigt das Diabetesrisiko bereits bei 50 g täglich um 51 Prozent.

Wer dagegen auf eine Kost mit viel Vollkorn, Nüssen und fettarmen Produkten umsteigt, kann das Diabetesrisiko um 16—35 Prozent senken.

Eine gesunde und ausgewogene pflanzliche Ernährungsweise macht leistungsfähig und beugt vielen Zivilisationskrankheiten vor. Daher ist die vegane Ernährungsweise neben den ethischen Aspekten auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht eine gute Wahl.

Auch eine Studie, die in Diabet Med veröffentlicht wurde, zeigte, dass eine Ernährungsumstellung bei der Therapie von Typ-2-Diabetes den Stoffwechsel positiv beeinflussen kann. Dabei wurde deutlich, dass vegetarische Probanden durch eine Reduktionsdiät nicht nur einen Gewichtsverlust verzeichnen konnten, sondern auch 43 Prozent von ihnen die Einnahme ihrer Diabetes-Medikamente herabsetzen konnten. Bei einer Mischkostgruppe, die ebenfalls auf Diät gesetzt wurde, waren dies lediglich 5 Prozent. Daraus lässt sich ableiten, dass die Behandlung von Diabetes Typ 2 mit einer energiereduzierten vegetarischen Kost gute Aussichten auf Erfolg hat.

Die Adventist Health Study 2 stellte fest, dass Veganer ein um 49 Prozent geringeres Risiko hatten an Diabetes zu erkranken als Menschen, die Fleisch essen.

PETA empfiehlt zur Diabetes-Vorsorge:
- keine tierischen Produkte zu essen und nur wenig Fett zu sich zu nehmen
- viele komplexe Kohlenhydrate und ballaststoffhaltige Lebensmittel
Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und andere pflanzliche Lebensmittel zu sich zu nehmen
- wenig Alkohol zu trinken und auf viel Bewegung zu achten

Studien und Quellen zum Thema unter:

Kahleova H et al. (2011): Vegetarian diet improves insulin resistance and oxidative stress markers more than conventional diet in subjects with type 2 diabetes. Diabet Med 28 (5), 549—59, unter:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=Vegetarian%20diet%20improves%20insulin%20resistance%20and%20oxidative%20stress


http://well.blogs.nytimes.com/2011/08/10/swapping-nuts-for-meat-to-lower-diabetes-risk/?ref=science

http://www.ajcn.org/content/early/2011/08/10/ajcn.111.018978.abstract?sid=806cfbd4-1d71-4730-9575-25ea95a4a2e1


http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Grossstudie_bestaetigt_Zusammenhang_zwischen_Diabetes_und_Fleischkonsum_1771015587843.html

Tonstad et al. (2009): Vegetarian diets and incidence of diabetes in the Adventist Health Study-2. In: Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2011 Oct 7.

Tonstad S et al (2009): Type of vegetarian diet, body weight, and prevalence of type 2 diabetes. In: Diabetes Care. 2009 May;32(5):791-6. Epub 2009 Apr 7.