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In wessen Haut stecken Sie?

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Die Häute anderer Tiere

Stand November 2011
Sie denken, Sie sehen cool aus in der Lederjacke? Wie cool würden Sie sich fühlen, wenn Sie wüssten, dass Sie in der Haut eines Ziegenbabys stecken - oder vielleicht sogar in der Haut von Hunden? Kühe sind nicht die einzige Tierart, deren Häute schließlich zu Schuhen und Handtaschen werden – Schweine aus der Intensivtierhaltung, exotische Tiere wie Känguruhs und Alligatoren, und auch Hunde und Katzen wie unsere geliebten Haustiere (die in China und anderen Ländern ihres Fleisches wegen getötet werden und deren Häute man in die USA und nach Europa importiert) sind ebenfalls unter den Millionen Tieren, die alljährlich für die globale Lederindustrie getötet werden.

 

Schweine

In größter Beengtheit in verdreckte Stallboxen gepfercht, die kaum größer als ihr eigener Körper sind, verbringen so genannte Zuchtschweine in der Intensivtierhaltung faktisch ihr gesamtes Leben auf Beton, unfähig nach Futter zu suchen oder sonst irgendetwas zu tun, was für sie natürlich wäre. Diese sensiblen Tiere werden entsetzlich schmerzhaften Verstümmelungsprozeduren unterzogen wie das Abknipsen der Zähne, das Durchlochen der Ohren, Kastration und Schwanzkoupieren - alles ohne die Verabreichung irgendeines ausreichend schmerzlindernden Mittels.

Ständig schwanger oder säugend, zwängt man Sauen in enge Metallboxen oder Eisenbügel, außerstande, sich auch nur umzudrehen. Auch wenn Schweine von Natur aus sehr soziale Tiere sind, ist doch ihr Stresslevel so hoch, dass sie sich häufig auf Kannibalismus und Schwanzabbeißen verlegen, wenn man sie so dermaßen eng in Buchten zusammenpackt oder sie isoliert und in solcher Beengtheit gehalten werden. Aus Mangel an Bewegung werden die Schweine so schwach, dass sie kaum noch ein paar Meter gehen können.

Im Schlachthof traktieren Arbeiter die Tiere mit Elektroschock-Treiber, um sie zu zwingen, schneller zu gehen. Schweine, die unzureichend "betäubt" wurden mit Elektro-Zangen sind unter Umständen noch bei vollem Bewusstsein, wenn man sie zur Borstenentfernung in Tanks mit kochendem Wasser taucht.

Exotische Häute

Andere Tierarten werden speziell ihrer Häute wegen gejagt und getötet, so auch Zebras, Bisons, Wasserbüffel, Wildschweine, Rehe, Kängurus, Elefanten, Haie, Delphine, Seehunde, Walrosse, Frösche, Krokodile, Eidechsen und Schlangen. Ein großer Prozentsatz des importierten Krokodil-Schuhleders und andere Artikel von Wildtieren stammt von gefährdeten Tierarten und illegal bejagten Tieren. Die humane Behandlung hat bei Wilderern und Jägern, die im dreckigen Handel exotischer Häute ihre Finger drin haben, keinerlei Priorität:
Ziegen werden unter Umständen bei lebendigem Leibe gekocht, um „Kid Gloves“ (babyweiche Handschuhe) zu fertigen, und die Häute von vorsätzlich abgetriebenen Kälbern und Lämmern werden als besonders "luxuriös" angesehen (u.a. „Persianer“).
  • Schlangen und Eidechsen werden häufig bei lebendigem Leibe gehäutet wegen des Aberglaubens, dass ein lebendiges Häuten das spätere Leder hochwertiger mache.
  • Alligatoren auf Intensivhaltungs-Farmen werden in halbversenkte Becken gepackt und hocken in verdrecktem, stehendem Wasser, verseucht mit ihren eigenen Exkrementen und angefüllt vom Gestank ranzigen Fleisches. Krokodile werden häufig in der Wildnis gefangen mit großen Haken und Drahtschlingen, dann werden sie mit Winde eingeholt, wenn sie vom Blutverlust geschwächt sind oder ertrinken. Viele Tiere werden bei lebendigem Leibe gehäutet, bleiben bei Bewusstsein und in unsäglichen Schmerzen für bis zu zwei Stunden und werden dann mit Hämmern, Äxten und metallenen Baseballschlägern totgeschlagen.
  • Bei den in Australien Jahr für Jahr ihrer Häute wegen abgeschlachteten Millionen Kängurus werden verwaiste Kängurubabies und verwundete Kängurus als „Kollateralschaden“ betrachtet, und die Regierung schreibt vor, dass sie geköpft oder hart auf den Kopf getroffen werden, "um das Gehirn zu zerstören".
  • Hunde und Katzen

    Andere Häute stammen von vertrauteren Gesichtern. Hunderttausende Hunde und Katzenhäute werden Jahr für Jahr in Europa gehandelt (wobei schätzungsweise 2 Millionen Tiere in China getötet werden, um die Nachfrage zu decken). Viele werden von Verbrauchern unwissentlich gekauft, da Produkte aus Hunde- und Katzenfell häufig vorsätzlich falsch etikettiert werden und die Herkunft nicht eindeutig angezeigt wird. In Frankreich werden jährlich mehr als 20.000 Katzen für den Häutehandel gestohlen. Während einer Polizeirazzia in einer Gerberei wurden alleine 1.500 Katzenhäute konfisziert, die für die Produktion von Babyschuhen benutzt wurden.