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Diljemer Schlachtfest in Leimen: PETA spendiert 500 vegane Würstchen bei Namensänderung in „Veggie-Fest“ unter dem Motto „Tiere achten statt schlachten“

 
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Stand Oktober 2015
Leimen / Stuttgart, 13. Oktober 2015 – Töten kann nie ein Fest sein: Am 3. Oktober fand in Leimen das „Diljemer Schlachtfest“ der Arbeiterwohlfahrt statt. Gerade in ländlichen Gegenden Deutschlands haben die sogenannten Schlachtfeste eine lange Tradition. Heute sind die Zusammenkünfte häufig eine Verknüpfung verschiedener Hausschlachtungen oder lediglich Dorf- und Stadtfeste, bei dem große Mengen Fleisch verzehrt werden. Im Sinne des Tierschutzes, der Nachhaltigkeit und einer gesunden rein pflanzlichen Ernährung schlägt PETA Deutschland e.V. den Veranstaltern des „Diljemer Schlachtfestes“ ein neues Konzept vor: Feiern die Bürger aus Leimen im kommenden Jahr ein Veggie-Fest unter dem Motto „Tiere achten statt schlachten“, spendiert die Tierrechtsorganisation 500 vegane Würstchen und unterstützt die Gemeinschaft außerdem mit jeder Menge tierfreundlichen veganen Rezeptvorschlägen.
 
„Tradition rechtfertigt niemals Tierquälerei – sogenannte Schlachtfeste sind völlig veraltet und mit der heutigen aufgeklärten Gesellschaft nicht zu vereinbaren“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Mit dem neuen tierleidfreien, rein pflanzlichen Verpflegungskonzept könnten die Bürger aus Leimen ein klares Zeichen des Wertewandels hin zu mehr Mitgefühl für alle Lebewesen setzen.“
 
Ein Stadt- und Dorffest mit einer großen Vielfalt pflanzlicher Köstlichkeiten  wäre zudem nachhaltiger und umweltfreundlicher: Ein Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) von 2006 besagt, dass die Tierwirtschaft als Hauptverursacher der Umweltprobleme unserer Zeit gilt [1]. Das UN-Umweltprogramm 2010 bestätigte, dass ein globaler Wandel hin zu einer veganen Ernährung notwendig sei, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten [2]. Auch das deutsche Landwirtschafts­ministerium (BMEL) stellt dar, dass mit einer pflanzlichen Ernährung über 40 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden könnten [3].
 
Jedes Jahr werden allein in deutschen Schlachthäusern über 750 Millionen fühlende Lebewesen für die Fleischproduktion getötet. Diese Tiere haben meist ein entbehrungsreiches Leben und stressvolle Transporte hinter sich, bevor sie qualvoll sterben – denn keine Betäubungsmethode ist schmerz- und stressfrei für das Tier. Aufgrund von Fehlbetäubungen werden nicht selten  Rinder, Schweine und Hühner bei noch teilweise vollem Bewusstsein getötet. Laut Angaben der Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn sie an einem Bein aufgehängt werden und Arbeiter ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen. In absoluten Zahlen bedeutet dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt; das könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass diese Tiere im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als einzelne Individuen angegeben werden.

PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.

[1] Food and Agriculture Organization (2006): Lifestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. United Nations (UN).
[2] United Nations Environment Programme (2010): Assessing the Environmental Impacts of Consumption and Production. Priority Products and Materials.
[3] BMELV (2008): Bericht des BMELV für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
 
Veranstalter, die sich dazu entscheiden, im nächsten Jahr statt eines Schlachtfestes ein „Veggie Fest“ unter dem Motto „Tiere achten statt schlachten“ zu feiern, wenden sich bitte an Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. unter LisaW2@peta.de.
 
Weitere Informationen:
Veganstart.de
PETA.de/Ernährung
PETA.de/Fleisch
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de