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Dramatischer Rückgang der Eisbärenpopulationen?

Wer kennt sie nicht, die Schlagzeilen „Klimaschock lässt den weißen Riesen keine Chance“ oder „Eisbären in Not“. Panikartig verbreiten sich die Meldungen, dass Knuts frei lebenden Verwandten durch Klima und Lebensraumzerstörung massiv vom Aussterben bedroht seien. Ja, die „Erderwärmung werde das majestätische Geschöpf auslöschen“.

Genau in diese Kerbe schlugen fortan auch Zoos und Politik in Bezug auf die in Deutschland inhaftierten Eisbären.

„Knut ist nicht nur ein süßes Bärenbaby. Er ist auch die anrührende Verkörperung einer bedrohten Spezies, deren Verbreitungsgebiet und Jagdmöglichkeiten durch die globale Erwärmung immer kleiner werden. Die Eisbären bewegen sich buchstäblich auf immer dünnerem Eis. So ist unsere Sorge um den kleinen Knut mit der Sorge um die vom Aussterben bedrohte Eisbärenpopulation verknüpft und mit dem dahinschmelzenden Lebensraum der Arktis. Dahinter steht der sich rasant beschleunigende globale Klimawandel.“ (4)

Selbst Herr Hans van Weert, Koordinator des europäischen Zuchtprogrammes für Eisbären und stellvertretender Direktor des Amsterdamer Zoos „Artis“ machte 2008 deutlich:
„Anderseits sind die Eisbären in Folge des Klimawandels möglicherweise vom Aussterben bedroht und gibt es in der freien Wildbahn heute schon nur noch schätzungsweise 16.000 Eisbären. Über jeden Eisbären, der geboren wird, sollte man sich daher freuen, auch wenn er im Zoo geboren wird.“ (1)

Herrn van Werts Aussage, es gebe „schätzungsweise nur noch 16.000 Eisbären“, macht stutzig. Auch das Wort „möglicherweise“ vor dem Wort „Aussterben“!

Sind 16.000 wirklich alarmierend oder nur Panikmache? Geht der Bestand der Eisbären wirklich dramatisch zurück?

Die Rote Liste des IUCN nennt am 27.08.2009 einen Bestand von 20.000 bis 25.000 Eisbärenindividuen. Von nur noch 16.000 Eisbären kann also keine Rede sein.
Auch ein Blick auf die Bestandserhebungen seit 1950 lässt erkennen, dass sich der Bestand von vormals 5.000 Eisbären bis heute erheblich erhöhte und seit 2001 recht stabil blieb.

1950 gab es bis zu 5.000 Eisbären (6)
1965–1970 gab es 8.000-10.000 Eisbären (6)
1984 gab es 25.000 Eisbären (6)
1997 gab es 22.000-27.000 Eisbären (15)
2001 gab es 21.500-25.000 Eisbären (13)
2005 gab es 20.000-25.000 Eisbären (14)

2007 sprach man von 13 einzelnen Eisbär-Populationen in Kanada, von denen elf stabil waren oder sogar zu nahmen (6). Die IUCN beschreibt 2009 sogar 19 Eisbären-Einzelpopulationen in ihrem Lebensraum.

In sieben der 19 bislang untersuchten Eisbären-Populationen sei der Bestand stabil oder nähme sogar zu. (8)

Von einem erheblichen Rückgang der Eisbären-Population kann also aufgrund der Zahlen nicht die Rede sein. Dennoch wird noch bis heute in den Medien von einem Problem geredet und immer weiter dramatisiert.

„Die internationale Naturschutzunion IUCN hat die Eisbären auf eine Liste von mehr als 16.000 gefährdeten Tierarten gesetzt und schätzt, dass ihre Zahl (heute 22.000-25.000 Tiere weltweit) in den kommen 45 Jahren um ein Drittel zurückgehen wird.“ (10)

In 45 Jahren soll die Population also um ca. 8.300 Tiere zurückgehen.
Wäre das aber in Anbetracht dass es auf dem heutigen Lebensraum der Eisbären einst nur ca. 5.000 Tiere lebten, wirklich dramatisch?

Zu den Quellenangaben

 

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