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Dreikönigsmarkt Straubing: Verbessern Auflagen die Situation der Tiere?

 
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Kritik von PETA und Tierfreunden zeigt erste Wirkungen

Stand Januar 2014
Straubing / Gerlingen, 3. Januar 2014 – Der Tierhandel auf dem Dreikönigsmarkt geht auch 2014 weiter: am kommenden Montag werden erneut zehntausende Tauben, Hühner, Kaninchen und andere Tiere auf dem jährlich am Dreikönigstag stattfindenden Markt in Straubing zum Kauf angeboten. Im vergangenen Jahr konnte PETA Deutschland e.V. auf der Tierbörse erhebliche Tierschutzmissstände dokumentieren, woraufhin die Tierrechtsorganisation Strafanzeige gegen die Ausrichter des Tiermarktes, die teilnehmenden Aussteller sowie die Verantwortlichen des zuständigen Veterinäramts bei der Staatsanwaltschaft Regensburg erstattete. Das Ermittlungsverfahren ist nach wie vor anhängig (AZ: 138 UJs 110678/13). Zudem haben sich mittlerweile mehr als 14.000 Tierfreunde an Dr. Franz Able - den Veterinärdirektor des Landkreises Straubing-Bogen - und an Markus Pannermayr - den Oberbürgermeister von Straubing - gewandt und haben darum gebeten, sich gegen den Dreikönigsmarkt Straubing und das damit verbundene Tierleid auszusprechen. Dessen ungeachtet wird der Markt wieder stattfinden – wenn auch mit Auflagen.

„Die Auflagen des Veterinäramtes zeigen, dass die Behörde den Handlungsbedarf durchaus erkannt hat“, so Dr. Edmund Haferbeck von PETA. „Nun wird sich zeigen, ob die neue Börsenordnung und die Tierbörsenleitlinien auf dem Markt eingehalten werden. Doch selbst wenn diese Mindeststandards beachtet werden, bleibt die Veranstaltung Tierquälerei. In überfüllten Hallen werden sensible Tiere wie Billigware angeboten – all das hat mit Achtung und Respekt vor Tieren nichts zu tun!“

Das Leid der Tiere beginnt bereits mit dem belastenden Transport: Häufig ohne Nahrung und Wasser werden die Lebewesen eingepfercht in Kofferräumen, Gepäckfächern von Reisebussen und sogar auf Motorrollern durch Deutschland und Europa zum Veranstaltungsort transportiert.

Auch dieses Jahr werden auf der Börse circa 15.000 Tiere den Besuchern angeboten, in Käfigen übereinandergestapelt und in langen Reihen angeordnet. Schon 2013 zeigte PETA tierrechtliche Missstände auf: Aufgrund des begrenzten Raumes der Hallen und des Besucheransturms stoßen andauernd Menschen an Käfige und Behältnisse, für Fluchttiere wie z.B. Kaninchen eine unerträgliche Situation. Das PETA-Videomaterial veranschaulicht, wie zahlreiche Tiere - darunter auch Qualzuchten - apathisch in ihren zum Teil überbesetzten Käfigen verharren. Zahlreiche Tiere weisen deutliche Stresssymptome auf, sie atmen schnell und mit erhöhtem Puls, sind ängstlich oder aggressiv. Hinzu kommt, dass für Nahrung und Wasser teilweise nicht ausreichend gesorgt ist, Rückzugsmöglichkeiten als Schutz fehlen gänzlich.

Auf Anordnung des Veterinäramtes müssen in diesem Jahr freistehende Käfige mit einer undurchsichtigen Rückwand versehen sein, um den Tieren eine minimale Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Zudem dürfen die Tiere nicht über Nacht in den Transportbehältern bleiben. Nachdem im letzten Jahr die Beschriftung der Käfige nahezu vollständig gefehlt hat, müssen nun auf speziellen Vordrucken an jedem Käfig Angaben zum Verkäufer und zum Tier aufgeführt werden. Darüber hinaus verbietet die Börsenordnung explizit, dass Tiere unter den Tischen als `Nachschub` verstaut werden dürfen. Händler, die Tiere in ungeeignete Behältnisse zwängen, sollen gar nicht zugelassen oder der Börse verwiesen werden.

In Anbetracht der Größe der Veranstaltung und der katastrophalen Zustände im letzten Jahr ist unwahrscheinlich, dass Veranstalter und Händler die Vorgaben einhalten werden.

Im Sinne der Tiere und des Tierschutzes plädiert PETA für die Abschaffung des Dreikönigsmarktes.

Weitere Informationen:
PETA.de/DreikoenigsmarktStraubing
PETA.de/Tiermarkt

Kontakt:
Anneli Ick, +49 (0) 7156 17828-27, AnneliI@peta.de