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Eisbären in den Tropen

 
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Stand September 2009
Heute ist Knut noch ein großer Medienstar, putzig, verspielt und fotogen.
Was passiert mit Knut wenn er älter wird? Erwartet ihn ein ähnliches
Schicksal wie die früheren Weggefährten seiner Mutter? Knut`s Mutter war einst im ehemaligen DDR Staatszirkus. Nach dessen Auflösung wurden zwei der Eisbären, Kenneth und Boris, an einen in Mexiko ansässigen Zirkus abgeschoben.

 

Die Karibik ist ein Paradies für Touristen, die sich nach Sonne und Spaß sehnen. Für Eisbären allerdings, die die eisigen Gewässer der Arktik vorziehen, ist das Herumziehen mit dem in Mexiko ansässigen Suarez Bros. Circus die reinste Hölle. Eisbären sind intelligente Tiere, die einzeln leben und in ihrer eiskalten arktischen Heimat etwa 60 Meilen täglich umherziehen. In Gefangenschaft jedoch werden sie von Langeweile und Stress zum Wahnsinn getrieben.

Unerträgliches Leiden

Der Suarez Bros. Circus pfercht Eisbären in winzige Käfige und lässt sie dort im unerträglich heißen Klima Mexikos, der Karibik, Zentral- und Südamerikas entsetzlich leiden. Ihre „Trainer" setzen Peitschen und spitze Stangen ein, um die Tiere auf die schmalen Podeste, zum Erklimmen von Stufen, Rutschen auf einer Rampe und aufrechtem Laufen zu zwingen.

 

Nach einer Vorstellung der Suarez Bros. berichtete ein Zeitungsfotograf: "Einer der Bären wollte nicht in den Ring gehen, da wurde er von einem Tier"pfleger" in die Rippen geschlagen. Er hat den Bär wirklich hart getroffen.“

Ein von PETA aufgenommenes Video zeigt den Trainer, wie er die Eisbären ins Gesicht, auf den Rücken, in die Flanken und auf den Hintern schlägt und peitscht in dem Versuch, sie zur Vorführung zu zwingen. Einige der Eisbären sind so abgemagert, dass ihre Rippen vorstehen, andere wieder leiden an Fellausfall aufgrund einer Hauterkrankung.

Nach dem Besuch des Zirkus in Mexiko klagte ein Augenzeuge: "Ich sah fünf Eisbären und einen Schwarzbären, alle zusammen in einem Käfig. Alle ..schnappten schwer nach Luft....Der Trainer...schlug den Eisbären auf die verletzte Pranke...der Bär humpelte und hielt dabei die Tatze vom Boden hoch. ...Ich wandte mich angewidert ab."

Im April 1998 diagnostizierte man bei einem 14 Jahre alten Eisbären des Suarez Bros. Circus Herzwürmer. Er hustete und hatte Atemschwierigkeiten, er fraß auch nicht und war müde und schwach. Der Zirkus ließ ihn einfach dahinrotten und versagte ihm monatelang ärztliche Hilfe, bis es zu spät war und der Bär starb.

 

Deutsche Behörden sind mitschuldig an Tierquälerei!

„Boris" und „Kenneth", zwei Eisbären des Suarez Bros. Circus, stammen vom ehemaligen DDR-Staatszirkus. Nachdem die Berliner Circus Union (Nachfolge des DDR-Staatszirkus) Pleite ging, wurde die Eisbärengruppe von der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben aufgelöst.

Für die zuchtfähigen Weibchen und die restlichen Tiere interessierten sich Zoos, „Boris" und „Kenneth" wurden regelrecht „verscherbelt". Zirkuskenner berichteten PETA, dass die beiden Tiere für 1,00 DM/Tier abgegeben wurden. Wochenlang hätten sie im engen Transportwagen auf einem Parkplatz nahe Alfeld gestanden, während ihr neuer Besitzer auf die Ausreisepapiere nach Südamerika wartete. Ein trauriges und erbärmliches Zirkusschicksal wurde weiter festgeschrieben. Übrigens: „Boris" wurde einst im Zoo Rostock geboren während „Kenneth" der freien Wildbahn Kanadas entrissen wurde.

 

PETA verlangt Handeln

PETA reichte Klage gegen das Innenministerium (DOI) ein mit dem Vorwurf, dass die Erteilung der Genehmigung für den Import nach Puerto Rico das Marine Mammal Protection Act verletzte und dass das Landwirtschaftsministerium (USDA) erhebliches Leiden der Eisbären verursacht habe, weil es zugelassen habe, dass der

Zirkus die Tiere unter schrecklichen Bedingungen entgegen dem Tierschutzgesetz hielt. Wir haben vor Gericht beantragt, die Behörden anzuweisen, die Bären zu konfiszieren und in angemessener Umgebung unterzubringen. Die Marine Mammal Commission des Bundes, die von dem Video, das Ranger des puertorikanischen Ministeriums für natürliche Ressourcen aufgenommen hatten und das die Bären zeigte, wie sie neurotisch in ihren dreckigen

Käfigen hin- und herschwingen, wie vor den Kopf geschlagen war, hat eine behördliche Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob die Eisbären konfisziert werden müssen. Kanadische Beamte waren so erschüttert zu erfahren, dass die aus ihrer Wildnis stammenden Tiere im Suarez Bros. Circus landeten, dass Manitoba seine Vorschriften zur Regelung des Exportes von Eisbären verschärft hat. Gordon Graham, Rechtsexperte der Manitoba Wildlife Conservation Branch äußerte gegenüber der Zeitung Winnipeg Free Press: "Wir möchten nicht, dass diese Bären schließlich im Zirkus landen. Es entspricht nicht unseren Vorstellungen, wo diese Tiere hingehören."

 

Stoppt den Mißbrauch unter dem Zirkuszelt

PETA hat die zahlreichen Verstöße des Suarez Bros. Circus, darunter auch unvorschriftsmäßige Unterbringung, Mangel an tierärztlicher Versorgung und inadequate Sicherheitsmaßnahmen dokumentiert, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten. Außerdem haben wir das amerikanische Innenministerium (DOI) aufgefordert, dem Zirkus die Genehmigung für die Verbringung der Bären nach Puerto Rico zu verweigern. Doch die Behörde erteilte die Genehmigung trotzdem. Da PETA darauf bestand, kontrollierte das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) den Zirkus und stellte Verstöße gegen das Tierschutzgesetz fest. Puertorikanische Vollzugsbeamte zeigten den Zirkus wegen Tierquälerei an, nachdem sie die Bären in nicht-klimatisierten, Fäkalien-verkrusteten Transportkäfigen bei Temperaturen von sage und schreibe +45° C vor sich hinsiechend vorfanden.

 

Stars schreiben für die Rechte der Bären

Die Emmy-Gewinnerin, Fernseh-Journalistin und Autorin María Celeste Arrarás appellierte an den Gouverneur Calderón von Puerto Rico, den Einsatz von Eisbären in Zirkussen zu verbieten. "Herr Gouverneur Calderón, Sie sind in der einmaligen Lage, nicht nur dem Elend der sieben Bären, die vom Suarez Bros. Circus als Sklaven gehalten werden, ein Ende zu bereiten, sondern auch dem ihrer Leidensgenossen", schrieb die geborene Puertorikanerin. Patricia Manterola, die bekannte mexikanische Schauspielerin, drängte den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox, Eisbären aus der Unterhaltungsbranche zu verbannen. Und die kanadische Sängerin und Grammy-Gewinnerin Sarah McLachlan ersuchte die Zuständigen der USDA, die Bären zu retten. Sie schrieb: "Die Tatsache, dass die Eisbären während der Show so schlecht behandelt werden, lässt mich befürchten, dass sie hinter den Kulissen, wenn niemand zuschaut, noch viel Schlimmeres erdulden müssen...Bitte befreien Sie sie aus dieser verzweifelten Lage."