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Eisbär Lars mit zerstörter Eisbären-Seele

Update: August 2012

Eisbär Lars wurde im Mai 2012 in den Zoo Rostock verlegt – doch die Lebensbedingungen für ihn sind auch dort mangelhaft. Zurück bleiben in Wuppertal die Eisbärin Vilma und das im März 2012 geborene Eisbärenbaby Anori. Vilma zeigt nach wie vor starke Verhaltensstörungen. Bitte setzen Sie sich mit uns weiterhin dafür ein, die Eisbärenhaltung in zoologischen Einrichtungen aufzugeben und ein sofortiges Nachzucht- und Importverbot einzuführen.

Videoaufnahmen zeigen das Leiden von Knuts Vater im Zoo Wuppertal

Stand November 2012
Der Vater von Knut, der 17-jährige Eisbär Lars, ist durch sein Leben in engen, reizarmen Gefängnissen nur noch ein gebrochenes Lebewesen mit krankem Gemüt. Lars und seine Leidensgenossin Vilma haben durch das Leben in Gefangenschaft ausgeprägte Verhaltensstörungen entwickelt. Ständig wiederkehrende Bewegungsabläufe sind das Erscheinungsbild einer lebenslangen Leidensgeschichte. Diese Qualen teilen Lars und Vilma mit über 90 % der Eisbären, die sich in deutschen zoologischen Einrichtungen befinden.

 

Knuts Vater Lars leidet im Zoo Wuppertal
Die Leidensgeschichte von Eisbär Lars
Die Lebens- und Leidensgeschichte von Lars beginnt am 12. Dezember 1993 im Münchner Tierpark Hellabrunn. Lars wird je nach Bedarf wie ein ausgedienter Gegenstand alle paar Jahre von Einrichtung zu Einrichtung verschoben. Von München wird er zunächst nach Bremerhaven abgegeben. Von dort aus gelangt Lars zum Allwetterzoo Münster und anschließend weiter zum Tierpark Neumünster. Nächste Station des Eisbären ist der Zoo Berlin, wo er Vater von Knut wird.

Zwei Anzeigen von PETA – Eisbärin Jerka stirbt
Im Oktober 2009 schließlich kommt Lars in den Wuppertaler Zoo. Einen Monat später, im November 2009, erstattet PETA Deutschland e.V. Anzeige gegen den Zoo Wuppertal, weil nach Ansicht von PETA die veraltete Eisbärenanlage des Zoos nicht einmal den gesetzlichen Mindestanforderungen für die Haltung von Eisbären entspricht. PETA warnt ausdrücklich vor den Folgen für Lars und Eisbärin Jerka durch die unzulänglichen Lebensbedingungen. Doch die Behörden reagieren nicht. Im Juni 2010 stirbt Jerka an einer mysteriösen Erkrankung, woraufhin PETA den Zoo Wuppertal ein zweites Mal anzeigt. Die Behörden verweigern sich erneut.
Im März 2011 entstehen neue Videoaufnahmen von Lars, die deutlich die Folgen der mangelhaften Lebensbedingungen belegen. Lars ist jetzt ein psychisch schwer gestörter Eisbär, der immer wieder die gleichen stereotypen Bewegungsabläufe zwanghaft durchführen muss. Auch die Eisbärin Vilma, die nach dem Tod von Jerka zu Lars kam, zeigt ausgeprägte Verhaltensstörungen.

Welcher mitfühlende Mensch kann fröhlich am Rand der kleinen Anlage stehen und sich an dem Anblick einer von Menschenhand zerstörten Seele erfreuen?

 

„Erhebliche Leiden werden durch Verhaltensstörungen angezeigt.“
Kommentar Tierschutzgesetz von Hirt, Maisack und Moritz (2007)

„Stereotypien bei in Gefangenschaft gehaltenen Tieren ist ein Symptom für schlechtes Wohlergehen und Wohlbefinden und weist darauf hin, dass das Tier psychisch und/ oder physisch leidet."
(Swaisgoog & Shepherdson/ 2005, Wechsler/ 1991)

Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere, die diese ausgeprägten Verhaltensstörungen aufweisen, darunter auch erheblich leiden. Eisbären sind eine der Tierarten, die in Gefangenschaft am häufigsten und am dauerhaftesten Verhaltensstörungen zeigen. Sie leiden also permanent unter der Gefangenschaft

 

Diese Fläche steht ALLEN Eisbären in Deutschland zur Verfügung.
Eisbären in Deutschland – Systematische Tierquälerei
Eisbären können nicht in Gefangenschaft gehalten werden. Ihr enormer Bewegungsdrang und ihr Flächenanspruch lässt jegliche Gefangenschaft zu einer Qual für die Tiere werden. Verhaltensstörungen sind vorprogrammiert und wurden bei nahezu allen Eisbären in deutschen Zoos festgestellt. In freier Natur wandern Eisbären bis zu 100 Kilometer pro Tag und sind einer Vielzahl von Reizen und Herausforderungen ausgesetzt. In Zoos ist ihr Alltag von endloser Langeweile und Beengtheit geprägt.

Um eine Vorstellung zu vermitteln, mit wie wenig Bewegungsfreiheit die etwa 34 Eisbären in deutscher Gefangenschaft auskommen müssen, haben wir die Eisbären und die ihnen zugestandene Fläche in Relation zur Siegessäule in Berlin gesetzt. (siehe Bild rechts)

Die braun markierte Fläche stellt genau die 9.512 Quadratmeter dar, die allen Eisbären in deutschen Zoos insgesamt als Landfläche zum „Wandern“ zur Verfügung steht. In freier Natur wäre diese Fläche um ein Millionenfaches größer: Ein Eisbär würde an einem einzigen Tag von Berlin bis ins 100 Kilometer entfernte Cottbus laufen.

Weitere Informationen
Hintergrund-Information zu Eisbären in Gefangenschaft erhalten Sie in PETAs großer Eisbären-Recherche von 2008/2010 unter www.freiheit-fuer-eisbaeren.de.