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Elefantenrettung in Sicht?
Zirkus Giovanni Althoff vor dem Aus?
Vorerst kein Gastspiel mehr möglich

 
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Stand November 2008
16.07.2004

Kontakt: Carola Schmitt 0711 – 8666 165 / 0162–257-8504

Stuttgart/Oppenheim -- Der Zirkus Giovanni Althoff, seit Jahren wegen der skandalösen Tierhaltung in Kritik der Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), steht wahrscheinlich vor dem Aus. Nachdem PETA jahrelang recherchiert, Beweislast gesammelt, die Gewerbeaufsichtsbehörde und Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, „bewegt sich endlich was im trägen Behördenapparat“. Man habe nachweisen können, dass der Zirkus immense Schulden habe und alles andere als wirtschaftlich zuverlässig sei. Jetzt habe die für den Zirkus zuständige Genehmigungsbehörde Osnabrück genügend Beweise geliefert, aufgrund dessen das Oberverwaltungsgericht entscheiden konnte, dass der Zirkus aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht in der Lage sei, seine Tiere artgerecht zu ernähren und zu pflegen. Er untersagte heute der bisherigen Inhaberin das weitere Zurschaustellen der Tiere und zog die Reisegewerbekarte ein. Der Zirkus habe nun 14 Tage Zeit, um die Tierhaltung zu verbessern. PETA geht davon aus, dass der Zirkus die geforderten Haltungsbedingungen nicht herstellen kann, und die Tiere dann endlich beschlagnahmt werden können.

Carola Schmitt von PETA: „Wo Giovanni Althoff auftritt, hinterlässt er oft offene Rechnungen. Nach unserer Einschätzung gehen die Schulden in die Hunderttausende. Allein im nicht bezahlten Winterquartier in Damme in 2002/03 hat er Schulden in Höhe von 30.000 Euro hinterlassen“.

Bedauerlich ist nach Meinung von PETA, dass über Jahre hinweg Tiere beim Zirkus Althoff extrem leiden mussten und Elefanten aufgrund mangelnder Pflege und Ernährung zu Tode kamen. Mehrere Tiger, viele afrikanische Elefanten und unzählige Pferde starben bis heute. Erst letztes Jahr sei die afrikanische Elefantenkuh Sikim nach einem jahrelangen Leidensweg durch Interventionen von PETA endlich von den Behörden an einen Zoo übergeben worden, ihr körperlicher Zustand war kritisch. Für Sikims Schwester Samba, ein ca. 23-jähriges Tier, kämpfte PETA vergebens. Sie starb im August 2003 hinter den Kulissen des Zirkus. Bereits 1992 starb der Elefant Lulu im Alter von 10 Jahren. 1994/95 hätten Fachleute eine ausgesprochen schlechte körperliche Konstitution sowie einen schlechten Ernährungs- und Pflegezustand der Afrikanischen Elefanten festgestellt. Laut einem Zeitungsartikel stellte im Winter 1996 das Veterinäramt in Ludwigshafen Erfrierungen an den Ohren der Elefanten fest als Folge einer völlig unzureichenden Tierhaltung. 1997 mussten Siam und Nadi im Alter von nur 19 und 17 Jahren eingeschläfert werden.


Für PETA sind diese Vorkommnisse ein Beispiel dafür, wie unzureichend die gesetzlichen Grundlagen für „Zirkus“tiere sind. Der Bundesrat hätte Ende September 2003 für ein Verbot von Wildtieren (insbesondere Affen, Bären und Elefanten) im Zirkus gestimmt. „Wir warten“, so PETA, „dass Ministerin Künast dies endlich umsetzt“. PETA erinnert an die zahlreichen vorzeitigen Todesfälle von Wildtieren im Zirkus. So zum Beispiel die Elefanten Rani (Zirkus Harlekin), Jenny (Zirkus Barelli), Miriam (Zirkus Don Carlos), Jenny (Zirkus Fliegenpilz) und eine weitere Elefantenkuh (Berolina).


Aktuelles Foto- und Bildmaterial kann kostenlos zur Verfügung gestellt werden.