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Enten in der Fleischindustrie

 
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Lesen Sie hier mehr Fakten rund um die Ausbeutung der Enten in der Mastindustrie.

Stand Juni 2012
Entenmast in Deutschland
„Die durchschnittliche Anzahl der Tiere in Betrieben mit Geflügelhaltung lag 2010 in Deutschland bei 2.100 Tieren. In reinen Geflügelbetrieben war der Durchschnittsbestand viermal so hoch (8.800 Tiere). 9.500 Betriebe (16 %) konzentrierten sich 2010 ausschließlich auf die Haltung von Geflügel. Sie hielten zusammen 65 % des gesamten Geflügelbestandes (128,9 Millionen Tiere).“ (Statistisches Bundesamt 2011)

Von Januar bis Dezember 2011 wurden 24.829.596 Enten getötet. (1) Im ersten Quartal 2012, also von Januar bis März, stieg die Entenfleischproduktion mit 15,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum enorm an. (2) 98% der Gänse, Enten und Truthühner werden auf konventionelle Weise gehalten. Was das für das einzelne Tier bedeutet, veranschaulichen diverse PETA-Undercover-Ermittlungen wie diese Entenmast-Recherche.

Qualzucht
Bei Recherchen konnten Ermittler von PETA mehrfach Einblick in Entenmastbetriebe gewinnen. Die Entenfarmen umfassen oft viele tausend Enten und auch Entenküken. Bei der Inaugenscheinnahme der Betriebe fanden PETA-Ermittler regelmäßig tote und kranke Enten zwischen den lebenden vor. Sehr viele Enten liegen auf dem Rücken und können aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Es ist üblich, dass die Tiere auf sehr schnelles Muskelwachstum für viel Fleischgewicht gezüchtet werden und daraus meist eine Bein- und Skelettschwäche resultiert. Die Ermittler erleben immer häufiger, dass die Tiere trotz Hilfe nicht mehr alleine stehen können und immer wieder auf den Rücken fallen. Die Koordinationsstörungen sind angeboren, da bereits die Entenküken ähnliche Probleme beim Laufen aufweisen und reglos auf dem Rücken liegen bleiben.

Diese Zustände sind keine Ausnahme, sondern die gängige Praxis. Die Ermittler bekommen in jedem Entenstall das Gleiche zu sehen, nämlich kranke und schwache Tiere. Krankheiten sind zum einen bedingt durch die Enge in der Intensivtierhaltung, zum anderen durch die extremen Züchtungen der Tiere. Die Enten werden mit der Veranlagung geboren, schnell viel Fleischgewicht zuzulegen, obwohl ihr restlicher Organismus (Skelett und Beine) nicht dafür ausgelegt ist.

Nach PETAs Auffassung handelt es sich bei industriell gezüchteten „Mastenten“ sehr häufig um eine Qualzucht im Sinne von § 11 b des Tierschutzgesetzes, bei der primär wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Obwohl es laut Gesetz verboten ist „Wirbeltiere zu züchten […], wenn damit gerechnet werden muss, dass bei den Nachkommen a) mit Leiden verbundene erheblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten oder […] c) deren Haltung nur unter Bedingungen möglich ist, die bei ihnen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen“, findet diese Art der Zucht in Massen statt.

Was passiert mit den Enten?
In Kükenställen wachsen Entenbabys parallel zu den Tieren im Maststall heran. Nach drei Wochen werden sie in den Maststall umgesiedelt. Normalerweise werden Enten mit 47-49 Tagen geschlachtet. (3) Alle Tiere werden spätestens vor dem 51. Tag getötet, um den Eintritt in die Jugendmauser zu verhindern. Sie sterben noch als Entenkind. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei weit über zehn Jahren. Sie leben in Gefangenschaft, sie brechen unter ihrem Gewicht zusammen, viele leiden an Koordinationsstörungen, fallen auf den Rücken und kommen ohne Hilfe nicht mehr in den Stand zurück. Sie kommen daher nicht einmal mehr an die Nahrungs- oder Wasservorrichtungen heran. Die grausame Folge ist, dass sie verdursten oder verhungern, noch bevor sie getötet werden.

Enten sind liebenswürdige Tiere
Enten sind Wasservögel und benötigen Wasser, um darin zu baden und mit dem Kopf nach unten und dem Hinterteil nach oben nach Nahrung zu suchen. Nach einem Flug durch die Luft lieben die Tiere es, sanft im Wasser zu landen. In der Intensivtierhaltung gibt es weder Wasser zum Baden noch genug Platz zum Fliegen. Den Tieren wird alles vorenthalten, was sie bräuchten, um gesund und glücklich leben zu können. Gänse sind ihren Familien gegenüber sehr loyal: Sie wählen einen Partner auf Lebenszeit und beschützen ihren Partner und ihre Kinder. Wenn eine Gans krank wird oder sich verletzt, weigert sich die Mutter oder Partnerin häufig, ihr von der Seite zu weichen, selbst wenn der Winter naht und die anderen Gänse ihrer Gruppe in den Süden fliegen.

Die rechtliche Situation
Die rechtlichen Grundlagen genügen nicht im Geringsten, die Tiere vor Industrieriesen wie der PHW-Gruppe, darunter auch Wiesenhof, zu schützen. Puten, Enten und Gänse wurden systematisch aus den rechtlich verbindlichen Regelungen außen vor gelassen. Selbst die Haltungsvorschriften der sogenannten Masthähnchen sind völlig ungenügend und erst seit 2010 unverbindlich geregelt. PETAs Undercover-Ermittler müssen außerdem bei ihren stichpunktartigen Kontrollen fast immer Verstöße gegen die sowieso nicht ausreichenden gesetzlichen Regelungen feststellen. Der niedersächsische Agrarminister Gerd Lindemann möchte nun wenigstens die Haltung von Moschusenten verbieten. Dieses Verbot würde aber nur einer sehr geringen Anzahl von Moschusenten zugutekommen, während der überwiegende Teil, die gerade in Deutschland häufig gezüchteten Pekingenten, keine Beachtung findet.

So können Sie helfen

Nach der Veröffentlichung von Rechercheergebnissen und der Konfrontation der Stallbetreiber reagieren alle Verantwortlichen gleich. Wer den Vorwurf nicht gleich abstreitet, will angeblich sofort Maßnahmen einleiten und alles ändern. Die Liste der Verstöße ist lang, doch die Beweislast liegt auf unserer Seite. Daher werden die PETA-Aktivisten nicht müde, immer wieder auf die fortwährenden gravierenden Verstöße hinzuweisen und Videos wie dieses zu veröffentlichen.

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Lesen Sie auf PETA.de/EntenGaense mehr über diese wundervollen Lebewesen.
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Quellen:
(1) Statistisches Bundesamt 2011: Geflügelfleisch. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaft/TierischeErzeugung/Tabellen/Gefluegelfleisch.html
(2) Statistisches Bundesamt 2012: Pressemitteilung: 1. Quartal 2012: Fleischproduktion um 1,5 % gestiegen https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaft/TierischeErzeugung/Aktuell.html
(3) KTBL 2009: Produktionsverfahren in der Pekingentenmast. http://www.ktbl.de/index.php?id=549