»  »  »  » Entscheidung in der Lübecker Bürgerschaft: PETA appelliert an Bürgermeister Saxe und Mitglieder, Zirkusse mit Wildtieren zu verbannen

Entscheidung in der Lübecker Bürgerschaft: PETA appelliert an Bürgermeister Saxe und Mitglieder, Zirkusse mit Wildtieren zu verbannen

Stand Januar 2013
Lübeck / Gerlingen, 30. Januar 2013 – Verbot von Zirkussen mit Wildtieren in Lübeck? Anlässlich der Lübecker Bürgerschaftssitzung am morgigen Donnerstag, bei der über die künftige Nicht-Vergabe von kommunalen Flächen an Zirkusbetriebe mit Wildtieren abgestimmt werden soll, appelliert PETA Deutschland e.V. an Bürgermeister Bernd Saxe und die Bürgerschaftsmitglieder, einen Konsens-Beschluss für den Tierschutz zu erzielen. Als aktuelle Beispiele führt die Tierrechtsorganisation die Städte Darmstadt und Bonn an, die 2012 entsprechende Beschlüsse im Stadtrat gefasst haben. Allein im vergangenen Jahr haben etwa ein Dutzend Städte nach ausführlicher rechtlicher Prüfung bestimmte Tierarten im Zirkus von ihren kommunalen Flächen ausgeschlossen. PETA informierte alle Mitglieder der Bürgerschaft über die neue rechtliche Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV), wonach ein Verbot bestimmter Tierarten im Zirkus keinen Eingriff in die vom Grundgesetz geschützte Berufswahlfreiheit darstellt und ein Verbot somit rechtlich möglich ist.

„Die Lübecker haben ein Herz für Tiere, deshalb wollen sie keine Elefanten in Ketten und Tiger in winzigen Käfigen mehr sehen, die mit der Peitsche durch die Manege getrieben werden“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Die Politiker haben auch Aussagen von deutschen Behörden und anerkannten Experten von uns erhalten, die die systembedingt gewaltsame Dressur von Elefanten im Zirkus beschreiben.“

Sowohl die Bundestierärztekammer als auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sprechen sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Verbote oder deutliche Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

Kranke Elefantin Maya musste im Mai 2011 noch in Lübeck auftreten, im Februar 2012 starb sie qualvoll bei Zirkus Universal Renz / © PETA

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Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/VerbotWildtiereimZirkus
PETA.de/Maya

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