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Entscheidung über PETA-Beschwerde wird zu Sieg für in Chemikalientests in der EU genutzte Tiere

 
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Zuständige Beamtin kommt zu dem Ergebnis, europäische Behörde zur Überwachung von Chemikalientests an Tieren würde die Nutzung von Tieren nicht minimieren; bis zu 100.000 Tiere hätten gerettet werden können, wurden aber in Versuchen getötet

Stand Dezember 2014
London / Stuttgart, 12. Dezember 2014 – Mit einer bahnbrechenden Entscheidung, die Millionen von Tieren vor Leid und Tod in Laborexperimenten bewahren könnte, hat die Europäische Bürgerbeauftragte festgelegt, dass die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ihre Kompetenz nicht wie von Gesetzeswegen verlangt umfänglich dahingehend nutzt, Tierversuche zu minimieren und dass sie dies in Zukunft ändern sollte. Die ECHA ist als Behörde für die Überwachung des weltweit größten Tierversuchsprogramms zuständig. Die Europäische Bürgerbeauftragte ist als Regierungsbeamtin für die Prüfung von Beschwerden über die Institutionen der Europäischen Union verantwortlich. Ihre Entscheidung erfolgt nun zwei Jahre nachdem PETA mit der Begründung Beschwerde eingereicht hatte, die ECHA würde die Vorgaben der Regulierung zur Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Restriktion von Chemikalien (REACH) nicht korrekt anwenden und die Nutzung von Tieren in Tests gestatten, für die auch anerkannte tierfreie Testmethoden eingesetzt hätten werden können.
 
„Diese Entscheidung bringt enorme Konsequenzen hinsichtlich der Vermeidung millionenfachen Tierleids mit sich“, so Dr. Gilly Stoddart, Head of Science bei PETA UK. „Die ECHA muss sicherstellen, dass die Nutzung von Tieren unter REACH minimiert wird – vor dieser Aufgabe hat sie sich gedrückt. Nun ist die ECHA gezwungen, ihrer Verantwortung nachzukommen und muss sicherstellen, dass die Nutzung von Tieren auch wirklich minimiert wird.“
 
Schätzungen zufolge leiden und sterben 13 Millionen Tiere oder mehr in Versuchen, die unter REACH autorisiert werden. Die Gesetzgebung ist jedoch klar: Alternative Testmethoden zu Tierversuchen müssen wann immer möglich genutzt werden und Versuche an Tieren müssen ausschließlich als letzte Option durchgeführt werden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Berichte der ECHA aus den Jahren 2011 und 2014 zur Nutzung von Alternativen zu Tierversuchen unter REACH haben gezeigt, dass zehntausende Tiere in schmerzhaften Haut- und Augentests eingesetzt wurden, die vermeidbar waren. Ebenso Grund zur Besorgnis bieten hunderte von Studien, die ohne die vorherige Vorlage und Genehmigung eines Testvorhabens durchgeführt wurden. Die Bürgerbeauftragte kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die Weigerung der ECHA, sicherzustellen, dass sich die Industrie an die Vorgaben zur Nutzung von Tieren als letzte Option hält, einer informellen Abänderung von REACH gleichkommt, ohne zuvor die Europäische Kommission einbezogen zu haben. Im Zuge der wiederholten Verfehlungen der ECHA – die schließlich in vermeidbaren Versuchen zum Leid und Tod von geschätzten 100.000 Tieren geführt haben – ist es unabdingbar, dass die ECHA ihre Verantwortung akzeptiert und den Rat der Bürgerbeauftragten umgehend einbezieht, um so die absolut verheerenden Auswirkungen, die dieses Programm auf unzählige Tiere hat, zu reduzieren.
 
Kopien der Beschwerde von PETA und der anhängigen Korrespondenz sind auf Nachfrage verfügbar.
 

Weitere Informationen:
PETA.org.uk
 

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de