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Faszinierende Schafe

Stand Dezember 2015
Schafe sind sehr aufgeschlossene, gesellige und kontaktfreudige Tiere, die sich neuen Situationen mit Bedacht und Vorsicht nähern.1 Sie führen ein komplexes Sozialleben, sind in der Lage, Emotionen zu zeigen, und besitzen wie alle anderen Lebewesen auch eine eigenständige Persönlichkeit.
Studien haben bewiesen, dass die Gehirngröße dieser sanftmütigen, gelehrigen Tiere mit der Größe der Gehirne von Rhesusaffen vergleichbar ist, und dass sie die gleichen komplexen Strukturen besitzen, wie die Gehirne anderer Primaten – so auch des Menschen. Bedingt durch diese Ähnlichkeiten sind Schafe, genau wie wir, in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen, sich koordiniert zu bewegen und Gewohnheiten zu entwickeln.2
Schafe besitzen die beeindruckende Fähigkeit, sich die Gesichter von Menschen und bis zu 50 anderen Schafen über einen Zeitraum von zwei Jahren zu merken. Selbst nach einer Phase längerer Trennung sind sie in der Lage, diese wiederzuerkennen. Dies verdeutlicht, dass Schafe in der Lage sind, differenziert zu lernen und sich Dinge zu merken. Ermöglicht wird dieses wichtige Sozialverhalten durch bestimmte Nervenverbindungen, die Strukturen im menschlichen Gehirn sehr ähnlich sind.3
Eine von Prof. Jenny Morton (Cambridge Universität) durchgeführte Studie konnte belegen, dass Schafe in der Lage sind, unterschiedliche Farben voneinander zu unterscheiden und sich eine zuvor getroffene Entscheidung über einen Zeitraum von sechs Wochen zu merken. Bei diesem Experiment wurden am Ende eines Labyrinths Futterkübel in unterschiedlichen Formen und Farben versteckt. Alle Schafe lernen sehr schnell, welcher Kübel ihr Futter enthielt, und konnten sich auch noch nach sechs Wochen daran erinnern. Die Studie belegte zudem, dass die Tiere in der Lage sind, Fehlentscheidungen zu korrigieren, die richtige Wahl zu treffen und aus Fehlern zu lernen. Genau wie wir fühlen sie sich in neuen, unbekannten Situationen unwohl und neigen zu Übersprunghandlungen. Sie haben ein hervorragendes Raumverständnis und können selbst nach längerer Abwesenheit zu ihrer Herde zurückfinden.4
Eine Schweizer Studie zur emotionalen Reaktion von Schafen hat außerdem belegt, dass Schafe in der Lage sind, über physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Atmung und eine veränderte Hautfeuchtigkeit positive und negative Emotionen wie Freude und Angst zu zeigen.5

Grausames, blutiges Leid

Ungeachtet dieser faszinierenden Tatsachen und Erkenntnisse leiden Schafe weltweit unter schockierenden Misshandlungen, blutigem Mulesing und grausamen Kastrationen. Seit August 2014 hat PETA USA mehrere Recherchen auf Farmen in Australien, den USA und Argentinien veröffentlicht. Jede einzelne Recherche beweist, dass die Tiere auf den Farmen verstümmelt, misshandelt und auf bestialische Weise getötet werden. Sie bestätigen, dass Tierquälerei auf Schaffarmen keine Ausnahme, sondern die Regel ist.
Die Videoaufzeichnungen dokumentieren, wie grob und achtlos Scherer mit Schafen umgehen. Die Tiere werden ins Gesicht geschlagen, zu Boden geworfen und getreten. Dabei entstehen ihnen tiefe, blutende Wunden.
Lämmer werden bereits in den ersten Lebenswochen durch Schwanzkürzungen verstümmelt und mit Hilfe von engen Ringen grausam kastriert. Augenzeugen berichten, dass den Lämmern zur Schlachtung bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschnitten wurde. Anschließend wurden sie gehäutet, während einige Lämmer sich noch bewegten. Auch das blutige Mulesing, bei dem jungen Lämmern ohne Betäubung große Hautstücke vom Hinterteil geschnitten werden, um einem Fliegenbefall vorzubeugen, wird nach wie vor angewandt, obwohl bereits vielversprechende Alternativen zur Verfügung stehen. So gibt es bestimmte Züchtungsstrategien oder nadelfreie Injektionen, die eine langfristige Lösung des Problems versprechen. Auch die Lasertechnologie könnte in Zukunft eine adäquate Alternative darstellen.6

Was Sie tun können

PETA appelliert daher an die Verantwortung der Verbraucher und Händler, diese tierquälerischen Bedingungen nicht zu unterstützen und sich für den Kauf und Verkauf von pflanzlichen und synthetischen Materialien wie Baumwolle, Lyocell, Viskose, Modal, Polyester oder Acryl zu entscheiden. Auch unser PETA-Approved Vegan-Logo hilft Ihnen dabei, tierleidfreie Bekleidung zu finden.


Quellen:
1 Thalbourne, M. A., & Haraldsson, E. (1980). Personality characteristics of sheep and goats. Personality and Individual Differences, 1(2), 180-185.
2 Jenny Morton, Cambridge Universität (2015) http://www.cam.ac.uk/research/features/counting-on-sheep; 25.11.2015
3 Kendrick KM, da Costa AP, Leigh AE, Hinton MR, Peirce JW (2001) Sheep don't forget a face. Nature 414: 165–6.
4 Morton AJ, Avanzo L (2011) Executive Decision-Making in the Domestic Sheep. PLoS ONE 6(1): e15752. doi: 10.1371/journal.pone.0015752
5 Nadine Reefmann , Franziska Bütikofer Kaszàs, Beat Wechsler, Lorenz Gygax (2009) Physiological expression of emotional reactions in sheep. Physiology & Behavior, Volume 98, Issues 1–2, 4 August 2009, Pages 235–24

6 http://agriculture.vic.gov.au/agriculture/livestock/sheep/victorias-sheep-meat-and-wool-industry/sheep-notes-newsletters/progress-on-alternatives-to-mulesing; 19.11.2015