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 »  »  » Feinstaubproblem: PETA fordert Einführung veganer Gemeinschaftsverpflegung im BW-Umweltministerium

Infotag "Bessere Luft für Stuttgart“: PETA fordert Einführung veganer Gemeinschaftsverpflegung im Umweltministerium Baden-Württemberg

 
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Landwirtschaftliche Tierhaltung bundesweit Hauptursache für Feinstaub

Stand Mai 2017
Stuttgart, 5. Mai 2017 – Echte Verursacher benennen: Seit Jahren kämpft Stuttgart mit einer massiven Luftverschmutzung. Als Maßnahme gegen den Feinstaub hat das schwarz-grüne Kabinett beschlossen, ab Januar 2018 Fahrverbote für Dieselfahrzeuge der Euro 6-Norm in der Stuttgarter Innenstadt zu verhängen. PETA geht dieser Schritt nicht weit genug, denn der Hauptverursacher der Feinstaubproblematik bleibt unbenannt: die landwirtschaftliche Tierhaltung. Laut der Max-Planck-Gesellschaft werden rund 45 Prozent des bundesweiten Feinstaubs durch die Tierwirtschaft verursacht [1]. Morgen wird nun ein Entwurf der 3. Fortschreibung des Luftreinhalteplans in Stuttgart vorgestellt. Die Tierrechtsorganisation hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Vorfeld in einem ersten Schritt dazu aufgefordert, auf eine vegane Gemeinschaftsverpflegung in der ministeriumseigenen Kantine zu setzen. Denn Feinstaub lässt sich besonders effektiv verhindern, wenn keine tierischen Produkte konsumiert werden.
 
„Die Landwirtschaft ist der wahre Verursacher der bundesweiten Feinstaubproblematik“, so René Schärling, Fachreferent bei PETA. „Wer die Luftverschmutzung ernsthaft verringern will, muss in allen Bereichen Konsequenzen ziehen und nicht nur auf den Verkehr setzen.“
 
Der Verkehr wird als Feinstaubquelle überschätzt. Der Max-Planck-Gesellschaft zufolge verursachen Kraftfahrzeuge nur rund 20 Prozent des Feinstaubs in Deutschland [2]. Laut Umweltbundesamt würde eine Reduktion des Verkehrs die innerstädtische Feinstaubbelastung lediglich um fünf Prozent reduzieren [3]. Mengenmäßig kann die sekundäre Feinstaubbildung ausschließlich über eine Ammoniakreduktion in der Landwirtschaft reguliert werden. Eine übermäßige Düngung und die Exkremente aus der Tierhaltung sind die Hauptverursacher des Gases, das in der Luft zu schädlichen Ammoniumsalzen reagiert. Ammoniak kann sich außerdem in eine der zahlreichen anderen umweltschädlichen stickstoffhaltigen Verbindungen umwandeln, „mit negativen Folgen für die Qualität der Atemluft (Bildung von Feinstaub und Ozon), der Wasserqualität (Nitrat in Grundwasser) und der Verschärfung des Klimawandels (Lachgas).“ [4]
 
Auch das Umweltbundesamt sieht im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung großes Potenzial zur Senkung der PM10-Immissionen. Die „mit einer deutlichen Reduktion des Konsums von tierischem Eiweiß einhergehenden Produktions- und Emissionsrückgänge in der Landwirtschaft“ erwiesen sich in der vom Umweltbundesamt entwickelten Strategie zur Verminderung zur Feinstaubbelastung der Luftqualität „als sehr viel effektiver“ als die meisten der übrigen Maßnahmenbündel [5].
 
Feinstaubpartikel sind mikroskopisch klein, aber gefährlich – die kleinen Schwebeteile (10 Mikrometer (PM10) oder kleiner (PM2.5)), können in die Atemwege gelangen und schwere Erkrankungen wie Entzündungen, chronische Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gefäßerkrankungen verursachen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Umwelt
 
[1] Lelieveld, Johannes et al. (2015): „The contribution of outdoor air pollution sources to premature mortality on a global scale“ Mainz: Max-Planck-Gesellschaft. http://www.nature.com/nature/journal/v525/n7569/full/nature15371.html.
[2] Ebd.

[3] Umweltbundesamt (UBA) (Hrsg.) (2009): Feinstaubbelastung in Deutschland. Dessau-Roßlau.
[4] http://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/ammoniak.
[5] Umweltbundesamt (UBA) (Hrsg.), Builtjes, P., Jörß W., Stern, R., Theloke J. (2012): Strategien zur Verminderung der Feinstaubbelastung – Zusammenfassender Abschlussbericht. Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau.

Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de