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Foie gras: Delikatesse der Verzweiflung

Stand März 2016
Foie gras (französisch für „Fettleber“) ist eines der furchtbarsten Beispiele dafür, wie Menschen Tieren aus vermeintlicher „Tradition“ schreckliches Leid zufügen. Es handelt sich bei Foie gras um die verfettete Leber junger männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen „Futter“ zwangsgestopft werden, bis sich ihre Leber krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat – und zuweilen sogar reißt.

In den Foie-gras-Betrieben stoßen Arbeiter den Vögeln mehrmals täglich ein ca. 50 cm langes Metallrohr in den Schlund und pumpen ihnen etwa 1,2 kg Futterbrei in den Magen – also die fünffache Menge der normalen Nahrungsaufnahme! Diese Tortur wird 12 bis 21 Tage lang wiederholt und führt dazu, dass die Leber der Tiere auf das Sechs- bis Zehnfache ihrer normalen Größe anschwillt. Aufgrund der Verletzungen und Erkrankungen durch das Zwangsstopfen liegt die Todesrate in Foie-gras-Betrieben 10 bis 25 Mal höher als in anderen Enten- und Gänsefarmen. Viele obduzierte Tiere weisen Flügelbrüche und schwere Gewebeschäden an der Halsmuskulatur auf. (1, 3, 4) Die Rohre zerstoßen häufig den Hals der Vögel und verursachen schmerzhafte Wunden; zahlreichen Vögeln wird der Hals regelrecht durchlöchert. Häufig können die Tiere gar nicht mehr stehen und bekommen kaum noch Luft. Sie leiden durch die erzwungene übertriebene Nahrungsaufnahme unter Herz-Kreislauf-Problemen und Stoffwechselstörungen. (1, 2)
Ermittlungen in Foie-gras-Betrieben in den USA und Europa haben immer wieder dieselben dramatischen Missstände aufgedeckt – kranke, tote und sterbende Tiere, manche mit Löchern im Hals, die aufgrund von Verletzungen durch die Röhren entstanden. Aus diesen Gründen ist das Zwangsstopfen von Vögeln aus Tierschutzgründen bereits in allen europäischen Ländern mit Ausnahme von Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien verboten. Auch in Argentinien, Südafrika, Israel und der Türkei schützt das Tierschutzgesetz die Gänse und Enten. Im Jahr 2004 unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Gesetz, das sowohl die Produktion als auch den Verkauf von Foie gras in Kalifornien verbietet. Dieses wurde Anfang 2015 leider aufgehoben. (5, 6, 7)

Viele Restaurants, Hotels, Onlineshops und Feinkostgeschäfte – auch in Deutschland – bieten das grausame Produkt jedoch noch immer an. Dies liegt daran, dass die Foie-gras-Herstellung in Deutschland zwar gegen geltendes Recht verstößt, der Import jedoch nicht geahndet werden kann. Deshalb ist das Verbraucherverhalten enorm wichtig! (8)
 

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Quellen:
1) Hirt, Almuth/Maisack, Christoph/Moritz, Johanna (2016): „Tierschutzgesetz. Kommentar“, S. 172.
2) Pressedienst des saarländischen Ministeriums für Umwelt vom 11.12.2002.
3) E. Fournier et al.
(1997): „Relationships Between Storage and Secretion of Hepatic Lipids in Two Breeds of Geese With Different Susceptibility to Liver Steatosis“, Poultry Science 76: 599-607.
4) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
5) http://www.haaretz.com/news/cabinet-rules-force-feeding-of-geese-to-be-halted-in-israel-1.171156, abgerufen am 03.03.2016
bzw.
Verdict of the Supreme Court of Israel Foie Gras (2003)
6) Turkish Grand National Assembly (2004)
Animal Protection Bill Law no 5199
7) Leber und Leber lassen, Spiegel Online, 30. Mai 2012.
8) Kluge, Hans-Georg (2002): „Tierschutzgesetz. Kommentar“, S. 158.