Spenden
 »  »  »  »  » Freiheit für Eisbären - Zucht - Geburten Deutschland

Geburten weltweit

Um eine bedrohte Tierart in Gefangenschaft erhalten zu können, analog der in Freiheit lebenden, benötigte man u.a. eine große Anzahl von unterschiedlichsten Individuen mit möglichst unverwandten Genen. Reduziert sich die Anzahl der Individuen (weniger Eisbärenhalter und demnach auch weniger Geburten), steigt u.a. die Gefahr von Inzucht erheblich. Sind immer mehr Tiere miteinander verwandt, reduziert sich auch die „genetische Variabilität“. Es kommt früher oder später unweigerlich zu einer „ungesunden“ Population und zum Zusammenbruch.

Bereits das Umfrageergebnis von Alexis Lecu unter 69 Zoos mit Eisbären weltweit im Jahr 1999 offenbart, welches Desaster bis heute andauert. Dramatisch wenig Geburten und wenige Zoos, die eine Zucht mit anschließender erfolgreicher Aufzucht vorweisen können.

Von 69 befragten Zoos (1999) hatten nur 7 Zoos Eisbärengeburten, bei denen die Babys letztendlich auch aufgezogen wurden (Grafik 5). Dramatisch!
Grafik 5
Auch die Auswertung des Eisbärenzuchtbuches (Zahlen bis 2007) verdeutlicht den anhaltenden Negativtrend. Seit den 80iger Jahren fallen die Geburtenzahlen weltweit immer weiter in den Keller. Von selbsterhaltender Population ist man also weit entfernt (Grafik 6).
Grafik 6
Bis 2005 gab es laut Zuchtbuch insgesamt 1.184 Gefangenschaftsgeburten. Davon waren 886 Individuen (75%) bis 2005 verstorben und nur 298 Individuen (25%) lebten noch (Grafik 7).
Grafik 7
Diese hohe Zahl an verstorbenen Geburten schlüsseln wir später bei der Betrachtung der Jungtiersterblichkeit und Lebenserwartung nochmals auf.

Besonders interessant wird auch ein Vergleich des Zeitraumes der Geburten (Grafik 6) mit den Zeiträumen in denen (so genannte) Wildfänge in Zoos inhaftiert wurden (Grafik 8). Es wird sehr gut deutlich, dass mit sinkenden Wildfang-Importzahlen auch die Geburtenrate zurück ging. Ein Zufall?
Grafik 8
Weibliche (so genannte) Wildfänge (Zuchtbuch bis 2005) hatten übrigens prozentual auch mehr Geburten (Grafik 9). Dennoch ist die Aufzucht der Zoogeborenen und der in Freiheit gefangenen Eisbärenmütter in Zoos gleich schlecht. Diese negativen Aufzuchtquoten bei beiden Gruppen liegen also durchaus an den für beide gleich schlechten und nicht artgerechten Haltungsbedingungen.
Grafik 9
Fazit:
Für eine sich selbsterhaltende Population ist die Anzahl der weltweit geborenen und überlebenden Eisbären in Gefangenschaft viel zu klein.

Hier erfahren Sie Details zur Geburtenentwicklung in Deutschland

Hier gelangen Sie zurück zur Zucht-Übersicht.