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Haltungsbedingungen und Zucht

Oft wird gemeint, dass dieser erhebliche Rückgang von Geburten daran liege, dass es immer weniger Zoos mit Eisbären gebe. Doch der Rückgang ist nicht erheblich. Denn während es 1994 noch 186 Zoos mit Eisbären gab, so waren es 2007 noch 144 Zoos.

In den 80er bis Ende 90er Jahren wurden die Ursachen der schlechten Aufzuchtergebnisse oft in den „Gehegemängeln vor allem während der Wurfzeit“ gesucht. In den letzten 5-10 Jahren wurde dann mehr Augenmerk auf das gesamte Eisbärengehege (große naturnahe Anlagen) und die soziale Zusammensetzung gelegt. So haben viele Zoos von einer Haltung von mehr als 4 Individuen auf 3 Individuen oder auf meist reine Paarhaltung umgestellt (Grafik 24).
Grafik 24
Dennoch ist auch hier kein wirklich effektiver Erfolg in der Anzahl der Geburten erkennbar (Grafik 25). Im Gegenteil. Es gibt noch sehr oft mehr Geburten in Zoos, die mehr als 3 Individuen halten.
Grafik 25
Auch überlebten* mehr Babys bei Haltungen mit drei und mehr Eisbärenindividuen als die Babys in den Zoos, die nicht mehr als 2 Eisbären hielten und Geburten aufwiesen. Die Grafik 26 zeigt den Zeitraum von 1993 bis 2007.
*älter als ein Tag
Grafik 26
Ganz offensichtlich liegt die Hauptursache der anhaltend schlechten Aufzuchtsrate bei Eisbären in weltweiter Gefangenschaft nicht nur an der zu hohen Anzahl an gehaltenen Eisbärenindividuen, den zu kleinen und nicht naturnahen Gehegen und auch nicht an den vermeintlichen Störfaktoren bei der mütterlichen Aufzucht.
Als jüngste Ursache (Äußerungen im Zuchtbuch 2006-2007) wird von der Zuchtbuchführerin Frau Dr. Linke vermutet: „Einer der Gründe für die geringe Geburtenrate KÖNNTE in nicht genügender Beachtung der Individualität der Eisbären liegen“. Könnte wohl gemerkt.
Das Eisbären nachweislich darunter leiden, dass sie NICHT als Einzelgänger gehalten werden, keine langen Strecken wandernd zurücklegen können und sie die Gefangenschaft daher erheblich unter Stress (Verhaltensstörungen) setzt, kommt offensichtlich nicht in Betracht.

Warum auch, man müsste sonst eingestehen, dass man Eisbären in Gefangenschaft ihrer Art und ihrem Verhalten entsprechend nicht artgerecht halten kann.

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