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Freund oder Gefangener: PETA-Expertin gibt Tipps zur artgerechten Haltung von Kleintieren

 
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Stand April 2016
Stuttgart, 14. April 2016 – Gemeinsam glücklicher: In vielen Haushalten werden Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel allein in engen Käfigen gehalten – für die Tiere eine lebenslängliche Qual. Der Grund: Viele Tierhalter wissen nicht ausreichend über die Bedürfnisse ihrer Schützlinge Bescheid. Tierärztin Dörte Röhl von der Tierrechtsorganisation PETA erklärt, worauf es bei der Haltung von Kleintieren ankommt und gibt wertvolle Tipps für ein glücklicheres Miteinander.
„Die meisten Kleintiere sind soziale Lebewesen. Sie einzeln zu halten, kommt einer lebenslänglichen Einzelhaft nahe“, sagt Röhl, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Kaninchen und Meerschweinchen leben in der Natur in teils großen Gruppen zusammen, viele von Menschen gehaltene Vögel in riesigen Schwärmen. Einsame Tiere leiden immer.“
Folgende Punkte sind unbedingt bei der Haltung zu beachten:
  • Kaninchen und Meerschweinchen benötigen viel Platz und regelmäßigen Auslauf. Bestenfalls sollte ein sicheres Gehege im Garten gestaltet werden. Andernfalls muss den Tieren in der Wohnung ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Ein handelsüblicher Käfig ist nie der passende Lebensraum.
  • Meerschweinchen und Kaninchen benötigen mindestens einen arteigenen Partner. Leider hält sich die falsche Annahme hartnäckig, dass ein einzelnes Kaninchen problemlos mit einem Meerschweinchen vergesellschaftet werden könne. Früher wurde die gemeinsame Haltung sogar empfohlen – ein für die Tiere sehr trauriger Trugschluss. Meerschweinchen kommunizieren über eine vielfältige Lautsprache, Kaninchen hingegen verständigen sich eher durch Körpersprache und können sich gestört fühlen. Kaninchen sind Meerschweinchen körperlich meist überlegen und es kann zu ernsthaften Verletzungen der Meerschweinchen kommen. Missverständnisse entstehen, wenn Meerschweinchen als Warnzeichen mit den Zähnen klappern – Kaninchen deuten dies fälschlicherweise als Wohlfühlsignal.
  • Flügel sind zum Fliegen da – kein Vogel wurde geboren, um sein Leben in einem Käfig zu fristen. Vögel brauchen täglich viele Stunden Freiflug. Ein Balkon oder eine Veranda kann zu einer Voliere umgebaut werden, in der die gefiederten Freunde Platz zum Fliegen haben. Noch besser ist eine große Außenvoliere mit Schutzraum im Garten.
  • Fehlen Artgenossen, kann das beispielsweise bei den besonders sozialen Papageien und Sittichen zu schwerwiegenden Verhaltensstörungen führen: Sie können aggressiv auf den Halter reagieren oder sich selbst verstümmeln, indem sie sich Federn ausrupfen und in die eigenen Gliedmaßen oder in die Brust beißen.
Wer sich für die Aufnahme eines tierischen Freundes entscheidet, sollte einem heimatlosen Tier aus dem Tierheim ein neues liebevolles Zuhause schenken. Dabei müssen sich Halter im Vorfeld gründlich über die Bedürfnisse des Neuzugangs informieren. Auf PETA.de finden Interessierte umfassende Informationen und können unter anderem nachlesen, warum sie tierische Mitbewohner niemals beim Züchter oder im Zoofachhandel kaufen sollten.

Weitere Informationen:
PETA.de/Kaninchenhaltung
PETA.de/Vogelhaltung
PETA.de/Meerschweinchen

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de