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PETAs Ranking der Veggie-freundlichsten Fußballstadien 2016

 
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Veggie-Rekordmeister Bayern München erobert die Tabellenspitze zurück und Borussia Mönchengladbach wird zum Überraschungskandidaten

Stand Juni 2016
36 Mannschaften, 612 Spiele, 1674 Tore, traurige Absteiger, und am Ende ist Bayern München Meister – damit ist die Bundesligasaison 2015/16 vorbei. Bevor jedoch die Europameisterschaft in Frankreich beginnt, gilt es, noch einen letzten Titel zu vergeben. PETAs Ranking der Veggie-freundlichsten Stadien geht somit in die elfte Runde.

Der Veggie-Rekordmeister FC Bayern München überflügelt nicht nur in der Liga alle Konkurrenten. Nach zwei Jahren als Vize-Veggie-Meister erobert er den Titel mit stolzen 40 Punkten zurück und schafft somit unter Pep Guardiola doch noch das Triple. Doch nicht nur die Allianz Arena konnte überzeugen; auch die Erzrivalen Dortmund und Schalke sowie der Überraschungskandidat Borussia Mönchengladbach zeigten, wie Veggie-freundlich Stadien sein können.
 

1. Liga

In der Allianz Arena punkteten vegane Neuzugänge wie Hummus-Dip to go, Wrap Oriental, Pasta mit Waldpilzen und Junglauch sowie die alten Veggie-Stars. Das beschert den Bayern die siebte Topposition. Doch darauf sollten sie sich nicht ausruhen: Die Ankündigung der Königsblauen, in der nächsten Saison Obst- und Gemüsesmoothies sowie Quinoa-Tortellini anzubieten, zeigt, dass man nicht nur in der kommenden Europa League um den Titel kämpfen möchte. Allerdings muss die VELTINS Arena bis dahin mit drei Punkten Rückstand auf dem 2. Platz vorlieb nehmen. Fans kommen aber mit veganem Schalker Tofu-Schaschlik, Gemüsefrikadellen mit Currysoße, Bulgursalat sowie vielen anderen kreativen Snacks voll auf ihre Kosten.

Überraschungsverein der Saison ist Borussia Mönchengladbach. So reichte es am Ende in der Liga nicht nur für die Champions League Play-offs, auch im Veggie-Ranking konnte der frühere Mittelfeldkandidat überzeugen. Dank eines neuen Sponsors wurde das Angebot an veganen und vegetarischen Speisen im Borussia Park ausgebaut. Ergebnis: 35 Punkte und Platz 3. Verantwortlich für den Punktezuwachs im Vergleich zum Vorjahr sind unter anderem Edamame- und Brokkoli-Quinoa-Salate sowie leckere Falafelwraps.

In der Liga Zweiter, muss sich Borussia Dortmund im Veggie-Ranking dem Erzrivalen aus Gelsenkirchen und der Borussia aus Mönchengladbach geschlagen geben. Die Schwarz-Gelben zeigten dennoch wie auch in der letzten Saison mit ihrer Viererkette aus veganer Erbsensuppe, Neuzugang Falafel-Wrap, Tofubratwurst und „Salat-Box“ konstant gute Leistung. Die Fans können nur hoffen, dass die Dortmunder bald auch außerhalb des Platzes Fairness zeigen. PETA hatte 2015 systembedingte Tierquälerei bei der „Geflügelproduktion“ in Hühnermastanlagen der Sprehe Gruppe aufgedeckt. Sprehe Feinkost ist jedoch ein Champion Partner des Vereins. Dem sollten die Verantwortlichen die Rote Karte zeigen.

Der VfL Wolfsburg arbeitet sich wieder Richtung Tabellenspitze zurück. Fans der Wölfe können in der Volkswagen Arena nun endlich eine vegane Variante der Original „Volkswagen Currywurst“ genießen. Verschiedene Wraps sorgten ebenfalls für ein besseres Abschneiden im Vergleich zum Vorjahr – ein kleiner Trost, nachdem es spielerisch in dieser Saison nicht ganz so erfolgreich verlief.

18 Essenspunkte und damit Platz 6 hieß es am Ende für den VfB Stuttgart – dank Besonderheiten wie veganen Cookies und Muffins neben leckeren Ofenkartoffeln und Gemüsemaultaschen. Der gute Platz trotz starker Konkurrenz dürfte Fans der Schwabenelf jedoch kaum über den Abstieg in der Liga hinwegtrösten. Punktgleich mit dem VfB in der Veggie-Tabelle ist Aufsteiger FC Ingolstadt. Kulinarisch und fußballerisch zeigt man sich erstligareif. Neben Stadionklassikern gibt es im Audi Sportpark auch leckere vegane dreieckige Teigtaschen mit Gemüsefüllung und Kräuter-Chili-Dip.

Spieltechnisch schnitt der 1. FC Köln so gut wie seit Langem nicht mehr ab. Im Veggie-Ranking reichten die 14 Essenspunkte dieses Jahr jedoch nur für einen 7. Platz, zu stark ist die Konkurrenz geworden. Im RheinEnergieSTADION gibt es weiterhin die bekannten Klassiker Reibekuchen, Pommes und Brezeln.

Bei Werder Bremen wurde es in der Liga am Ende richtig knapp. Im Veggie-Ranking zeigen die Bremer zwar konstante Leistung, aber bei den zahlreichen veganen „Neuverpflichtungen“ der anderen Vereine wird dies nur mit einem 8. Platz belohnt.

Eintracht Frankfurt konnte in der Liga nur in der Relegation noch den Klassenerhalt sichern. Auch im Veggie-Ranking zeigt die Eintracht mit dem 9. Platz Schwäche. In der Commerzbank-Arena gibt es jedoch frisches Bauernbrot mit vegetarischem und veganem Aufstrich. Das hat Potenzial. Der FC Augsburg zeigte in dieser Saison fußballerisch und kulinarisch ebenfalls keine Bestleistungen. In der WWK Arena finden Veggie-Fans der Augsburger diverse Backwaren und Pommes.

TSG 1899 Hoffenheim belegt im Ranking erneut den 11. Platz. Die WIRSOL Rhein-Neckar-Arena konnte sich aber um zwei Punkte steigern und die rote Laterne u. a. dank Veggie-Frikadellen und Pommes weiterreichen. Für den 1. FSV Mainz 05 reicht es diese Saison auch nur für einen Platz im Mittelfeld. Ab der nächsten Saison soll jedoch Verstärkung durch einen Veggiestand in die Coface Arena einziehen. Dieser Neuzugang wird dem Verein u. a. mit Couscoussalat, Avocadosandwich und Limabohnen-Spinat-Burger wohl 20 Punkte mehr bringen und sollte den Mainzern so einen Platz ganz oben sichern.

Für Hertha BSC reichte es auf dem Platz dieses Jahr für die Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur Europa League. Im Veggie-Ranking schwächelt die „alte Dame“ jedoch – nur acht Punkte und damit Platz 13. Zumindest gibt es wechselnde vegane und vegetarische Suppen.

Während es in dieser Saison für den Hamburger SV für eine sichere Mittelfeldposition reichte, verschlechterte sich der Sportverein im Veggie-Ranking. Für ein Angebot an süßen und salzigen Backwaren und zumindest einen vegetarischen Burger gibt es Platz 14, den sich der „Bundesliga-Dino“ mit Leverkusen teilt. In Anbetracht der wachsenden Konkurrenz sollte die Werkself ihr Team aus Pommes und Brezeln in der nächsten Saison dringend durch leckere vegane Neuzugänge verstärken.

Aufsteiger Darmstadt konnte sich in der ersten Liga vor allem mit einer guten Auswärtsbilanz behaupten. Doch der Sportverein trägt hier die rote Laterne. Zwar finden vegetarische und vegane Fans im Merck-Stadion am Böllenfalltor neben Pommes nun auch Brezeln im Angebot, aber das ist noch nicht erstligareif. Darmstadts ehemaliger Stürmer und Publikumsliebling Marco „Toni“ Sailer zeigt doch, wie gut vegane Ernährung und Fußball zusammenpassen. Das sollte Ansporn für die nächste Saison sein.

2. Liga

In der 2. Fußballbundesliga reichen dem TSV 1860 München die 40 Punkte für das Angebot in der Allianz-Arena eindeutig für den Sieg. Die Löwen fahren mit Frühlingsrollen mit Dip und leckeren Pastagerichten also einen wichtigen Sieg ein.

Die Hansestadt zeigt sich in puncto tierfreundlichem Angebot wie schon in der letzten Saison als Stadt der Unterschiede. Während der HSV in der ersten Liga nur auf Platz 14 landet, zeigt St. Pauli, dass es kulinarisch auch anders geht. Hier wird den Fans eines der besten veganen Angebote der 1. und 2. Fußballbundesliga präsentiert. Die „Weltpokalsiegerbesieger“ sind dank verschiedener veganer Burger, Tofu- oder Veggie-Ball-Sandwiches und Süßkartoffelpommes die einzige ernsthafte Konkurrenz der 1860er.

Wie in der Bundesliga und im vergangenen Jahr belegt der 1. FC Nürnberg den 3. Platz. Mit 17 Essenspunkten ist der Fußballclub eindeutig erstligareif, auch wenn es im Relegationsspiel nicht für den Sprung in die erste Liga reichte. Im Grundig Stadion können sich Fans u. a. an veganen Bratlingen und Gemüsefrikadellen sowie Sellerieschnitzeln satt essen.

Während die Fans des FSV Frankfurt am Ende den Abstieg in die 3. Liga verkraften mussten, reichte es im Veggie-Ranking mit guten 16 Punkten für Platz 4. Auf Fans warten im Volksbank Stadion u. a. verschiedene vegane Suppen und Baguettes in der Halbzeitpause. Auch für den 1. FC Kaiserslautern lief es in der Liga nicht so rund, dafür reichte es im Veggie-Ranking für einen 5. Platz. Im Fritz-Walter-Stadion finden vegetarische und vegane Fans der roten Teufel vom Betzenberg eine reiche Auswahl an süßen und salzigen Backwaren.

Nach dem Abstieg aus der 1. Liga folgte für den SC Paderborn diese Saison gleich der Weg in die 3. Liga. Das Speisenangebot in der Benteler-Arena ist hingegen mit Pommes, Brezeln und verschiedenen Veggie-Pizzen sogar besser als bei manchem Erstligaverein. Aber das ist vermutlich kaum ein Trost. Nach einjähriger Abwesenheit im Veggie-Ranking erhält Eintracht Braunschweig auf Anhieb solide 8 Punkte. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Clubs der Liga noch ausbaufähig, doch Fans finden im Eintracht Stadion eine kleine Auswahl süßer und salziger Klassiker.

Der Zweite Hauptstadtclub Union Berlin belegt nur einen der hinteren Plätze im Veggie-Ranking der zweiten Liga. Für die veganen und vegetarischen Fans gibt es nur Backwaren im Stadion An der Alten Försterei. Für die Vereine aus einer der vegan-freundlichsten Städte kann dies jedoch nicht genug sein. SpVgg Greuther Fürth landet wie auch in der Bundesliga im Veggie-Ranking auf Platz 9. Im Sportpark Ronhof finden Fans Backwaren und Fettgebackenes. Keine schlechte Auswahl, von der sicherlich auch einiges sehr leicht in einer veganen Variante möglich wäre. Diese Veränderung des „Kaders“ würde dem Verein in der nächsten Saison leicht einige Punkte mehr einbringen.

Für Fortuna Düsseldorf war es durchweg keine wirklich gute Saison. Im Vergleich zu vielen anderen Vereinen baute Düsseldorf sein Angebot an veganen und vegetarischen Speisen leider nicht aus, sondern ab. Nur noch ein paar Backwaren gibt es hier, das bedeutet Platz 10 für die ESPRIT Arena. Der VfL Bochum muss wieder die rote Laterne übernehmen. Kulinarisch konnte das rewirpowerSTADION nicht überzeugen. Aber vielleicht können die Bochumer sich im nächsten Jahr durch ein paar Neuzugänge ähnlich verbessern wie dieses Jahr in der Liga.
 

Hintergrund:
Analog zur Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga erhielten Stadien für vegetarische Speisen 1 Punkt, für vegane Gerichte 3 Punkte. Dafür wurden Vereine, Caterer und Stadienbetreiber gebeten, eine Liste der für alle Besucher (ohne VIP-Bereich) angebotenen vegetarischen und veganen Speisen einzusenden. Hierbei vertrauen wir auf die Richtigkeit der Angaben. Nicht berücksichtigt werden dabei Knabbereien wie Chips, Eis, Popcorn oder Schokoriegel.
Aus organisatorischen und finanziellen Gründen kann nicht jedes Stadion für dieses Ranking von uns besucht oder getestet werden. Falls Ihr Verein nicht dabei sein sollte, so wurden uns vonseiten des Vereins oder Caterers bisher leider keine Informationen zur Verfügung gestellt.
Die Kapazitäten und Möglichkeiten der Stadien sind z. T. sehr unterschiedlich. Stadien mit geringerem Angebot sollten jedoch zukunftsweisende Schritte gehen. Die Spitzenreiter des Rankings liefern reichlich Inspiration: Gemüsetaschen, Veggie-Würstchen und vegane Suppen sind leicht umzusetzen und schmecken allen Fußballfans.

Was Sie tun können

Probieren Sie beim nächsten Stadionbesuch eine der zahlreichen fleischfreien Alternativen – Sie werden merken, wie lecker, gesund, umwelt- und tierfreundlich diese Entscheidung ist. Ist die Auswahl in Ihrem Stadion noch gering, dann fragen Sie gezielt nach und schlagen Sie Gerichte aus anderen Stadien vor. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Weitere Informationen zu den Vorteilen einer veganen Ernährung erhalten Sie in unserem kostenlosen unverbindlichen Veganstart-Programm. Sie sind selbst gerne sportlich aktiv? Ganz gleich, ob Freizeit, Amateur oder Profi: Hier finden Sie passende Informationen rund um eine gesunde, vegane Ernährung.