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Gefährliche Schüsse bei der Jagd in Essen-Freisenbruch: PETA fordert ein Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

Stand Januar 2016
Essen / Stuttgart, 7. Januar 2016 – Gefährliche Schüsse bei der Jagd: In der vergangenen Woche geriet ein Spaziergänger mit seinem Sohn im Kinderwagen in eine Jagd in Freisenbruch. Medienberichten zufolge waren Vater und Sohn auf einem Wanderweg spazieren, als ein Jäger nur wenige Meter neben ihnen Schüsse abfeuerte. Weil er sich um die Sicherheit sorgte, rief der Mann die Polizei, die daraufhin anrückte. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Vorfälle sowie zahlreiche sogenannte Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jagdwaffen fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben Hunderttausenden Tieren, denen durch Fehlschüsse erhebliches Leid zugefügt wird, im deutschsprachigen Raum auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.
„Jährlich ereignen sich zahlreiche Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten,“ so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Die Hobbyjagd muss endlich verboten werden – zum Schutz von Mensch und Tier.“
Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd von Privatpersonen in deutschen Wäldern. Im Gegenteil: Die Hobbyjagd geht mit einer Störung des Rechtsfriedens sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einher. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. [1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem betreffenden Gebiet erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
PETA bietet den Bewohnern von Essen den neuen PETA-Jagdsticker „Lebensgefahr! Sie betreten gerade ein Jagdgebiet“ in einer limitierten Auflage kostenfrei an, um auf die Gefahr durch Jäger in deutschen Wäldern hinzuweisen. Den Sticker können sie unter info@peta.de anfordern.
 

PETA-Jagdsticker / © PETA
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de