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Geldbuße für Färber-Schlachthofleiter in Schefflenz nach Strafanzeige durch PETA

 
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Organisation deckte beim Töten von Schweinen massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz auf

Stand April 2015
Schefflenz / Stuttgart, 29. April 2015 – Konsequenzen nach Tierschutzverstößen: Nachdem verdeckte Ermittler von PETA Deutschland e.V. im Zeitraum von September 2013 bis Mai 2014 im Schlachthof der Emil Färber GmbH & Co. KG im baden-württembergischen Schefflenz grobe Verstöße gegen die Tierschutzschlachtverordnung und das Tierschutzgesetz dokumentierten, erstattete die Tierrechtsorganisation im Mai 2014 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mosbach. Nach Abgabe an die zuständige Verwaltungsbehörde erließ der Neckar-Odenwald-Kreis gegen den Geschäftsstellenleiter des Betriebs einen Bußgeldbescheid in Höhe von 500 Euro – der aktuell rechtskräftig wurde. Wie die PETA-Recherche zeigte, überschritten Arbeiter des Betriebes bei der Tötung von Schweinen vielfach die vorgeschriebenen Höchstzeiträume von 20 Sekunden zwischen Betäubung und Entblutungsschnitt an der Kehle, sodass die Tiere beim Ausbluten teilweise das Bewusstsein wiedererlangen konnten. PETA macht regelmäßig auf die tierquälerischen Missstände in der Produktion von Fleisch, Eiern und Milch aufmerksam und fordert einen landwirtschaftlichen Strukturwandel hin zu einer bioveganen Landwirtschaft.
 
„Auch wenn die Werbung es dem Verbraucher suggerieren soll: Fleisch ist auch ‚aus der Region‘ nicht tierfreundlicher produziert“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Vielmehr werden in Hinterhof-Schlachthöfen wie in Schefflenz selbst minimale Regelungen nicht eingehalten. Der Bußgeldbescheid bestätigt die Vorwürfe von PETA.“
 
Im Schefflenzer Schlachtbetrieb wurde außerdem ein Arbeiter eingesetzt, der keinen Sachkundenachweis vorweisen konnte – er war sogar wegen "erheblicher Defizite in Theorie und Praxis" (Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis v. 06.08.2014 an die Staatsanwaltschaft) durch die entsprechende Prüfung gefallen. Färber führte offensichtlich nach den Enthüllungen der Tierrechtsorganisation im Laufe der Ermittlungen eine neue Betäubungszange ein.
 
Jedes Jahr werden etwa 58 Millionen Schweine in deutschen Schlachthäusern getötet. Laut Bundesregierung sind dabei bis zu 12 %, also hochgerechnet etwa sechs bis acht Millionen Tiere nicht ausreichend betäubt und weisen teilweise noch Lebenszeichen auf, wenn sie in das über 100 Grad heiße Brühbad kommen. [1] PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm von PETA gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
[1] Bärbel-Höhn.de/kleine_Anfrage_Tierschutz_bei_Schlachtung.pdf
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Fleisch-aus-der-Region
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de