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Geldbuße für Heidemark-Putenmäster aus Rot am See: PETA-Vorwürfe bestätigt

 
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Auch Veterinäramt dokumentierte kranke und verletzte Tiere

Stand Mai 2015
Rot am See / Stuttgart, 26. Mai 2015 – Geldbuße für Landwirt aus Rot am See: Ermittler von PETA Deutschland e.V. dokumentierten 2013 in einem Putenmastbetrieb der Unternehmensgruppe Heidemark gravierende Missstände. Viele der Tiere aus dem Stall von Kirchenfunktionar und Putenmäster Fritz D. waren krank und bewegungsunfähig. Die Tierrechtsorganisation stellte Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das Verfahren wurde aktuell nach erstinstanzlicher Verurteilung vor dem Landgericht Ellwangen eingestellt, nachdem der Putenmäster 450 Euro an eine gemeinnützige Organisation gezahlt hatte. (Az.: 4 Ns 24 Js 9425/13 Landgericht/Staatsanwaltschaft Ellwangen). PETA begrüßt die strafrechtliche Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft Ellwangen und fordert den Ausstieg aus der systemimmanent tierquälerischen Putenproduktion.
 
„Bei der Putenmast sind Leid und Schmerzen der sensiblen Tiere klar einkalkuliert, anders kann eine solche Massenproduktion nicht funktionieren“, so Dr. Edmund Haferbeck, Manager der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Dass sich ein hoher Kirchenfunktionär wie Landwirt Fritz D. an einer derart brutalen Tierquälerei beteiligt, ist eine Schande für die mit dem Amt verbundene Vorbildfunktion und stellt seine Aufrichtigkeit klar in Frage.“
 
Nachdem PETA die Ermittlungsergebnisse im Juni 2013 veröffentlichte, führte das zuständige Veterinäramt eine Kontrolle durch und fand während der Überprüfung „mehrere kranke und festliegende sowie verletzte Puten“ vor, die nach eigener Aussage bereits aus tierschutzrechtlichen Gründen getötet hätten werden müssen.
 
Landwirt Fritz D. versorgt einen Teil des Ortes mit Wärme aus seinem Putenmastbetrieb. Auf der Internetseite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg äußert er sich öffentlich positiv über seine Putenhaltung: „Den Puten geht es gut", und „Wenn es den Puten gut geht, geht es auch mir gut." Nachdem PETA die Zustände in der Mastanlage von D. anzeigte und er sich mit den Ermittlungen der Behörden konfrontiert sah, reagierte er wegen angeblichen Hausfriedensbruchs mit einer Strafanzeige gegen die Ermittler. Das Verfahren wurde vollständig eingestellt.
Da die Puten-Hochleistungshybriden auf immer mehr Gewicht und rasantes Wachstum gezüchtet werden, sind die Muskeln und Skelette der Tiere schnell überlastet – Beinschwächen, Skelettveränderungen und Herz-Kreislauf-Probleme sind die Folge. Nach einer Mastzeit von nur 21 Wochen bei Hähnen und 16 Wochen bei Hennen werden die Tiere zum Schlachthof transportiert und getötet. Die natürliche Lebenserwartung von Puten beträgt dagegen bis zu 15 Jahre. Putenfleisch ist unter anderem aufgrund des hohen Antibiotikaeinsatzes und der Gefahr von Krankheitserregern wie Salmonellen und Campylobacter nicht nur ein Tierqualprodukt, sondern auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit.
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sondern jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 

Alltag in Mastanlagen: Schwer kranke Pute / © PETA
Das Motiv steht hier in druckfähiger Qualität zum kostenfreien Download zur Verfügung.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Geldbusse-fuer-Heidemark-Putenmaester
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de