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Gothaer Versicherung mit Jagdlobbyismus

PETA übt scharfe Kritik und fasst Boykottaufruf ins Auge

Stand April 2012
Köln / Gerlingen, 26. April 2012 – Nachdem der in Köln ansässige Versicherungskonzern Gothaer in einem Kundenschreiben dazu aufrief, sich gegen die Neufassung des Jagdgesetzes in Nordrhein-Westfalen einzusetzen, erntet das Unternehmen jetzt heftige Kritik von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. PETA wirft dem Versicherer vor, die Nutzung seiner privaten Kundendaten für politische Ziele zu missbrauchen – ein ungeheuerlicher und einmaliger Vorgang in Deutschland, zumal die Kunden mit dem Schreiben großflächig falsch informiert werden. Die Organisation weist drauf hin, dass die bisher bekannt gewordenen Pläne des NRW-Umweltministeriums allesamt lediglich längst überfällige und grundlegende Maßnahmen zur Vermeidung des allerschlimmsten Tierleids einschließen, die mit den bisherigen Jagdpraktiken systemimmanent einhergehen. PETA appelliert an die Kunden des Versicherungskonzerns, dem Unternehmen ihre Missbilligung der Aktion mitzuteilen und zugleich die Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung kritisch zu hinterfragen. Weiterhin prüft die Organisation, ob sie sich an einem möglichen Boykottaufruf des Naturschutzbundes NABU beteiligt.

„Es gebietet allein der gesunde Menschenverstand, dass beispielsweise Hunde nicht an lebenden, verstümmelten Enten für die Jagd ausgebildet werden können“, so Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater bei PETA. „Einzig der Jägerschaft, die dem Schmerz und der Todesangst ihrer Opfer gegenüber völlig abgestumpft ist, fehlt es an dieser Einsicht. Was sich in Deutschlands Wäldern unter dem Deckmantel der Jagd abspielt, ist barbarisch und mittelalterlich und neben der Lust am Töten hauptsächlich von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Die Ausmerzung der schlimmsten derzeit noch erlaubten Tierquälereien ist überfällig.“

PETA spricht sich für ein Verbot der Jagd aus, weil das allgegenwärtige Massaker in deutschen Wäldern nichts mit Tier- oder Waldschutz zu tun hat. Jährlich werden über fünf Millionen Tiere, davon etwa 450.000 sogenannte Haustiere wie Hunde und Katzen getötet. Namhafte Biologen haben längst nachgewiesen, dass waldbewohnende Tierpopulationen auch zu Zeiten von Wolf und Bär hauptsächlich durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten reguliert wurden. Entgegen der Argumente, die Jäger anführen, weist PETA darauf hin, dass es bei der Jagd nur darum geht, möglichst viele Abschüsse zu verbuchen – aus niederen, schändlichen Motiven.

 

Jörg Rohde: "Freiheit statt Freiwild"/ © Marc Rehbeck für PETA

 

Motiv in druckfähiger Qualität:
www.peta.de/web/jagd__f.56.html

Weitere Informationen:
www.peta.de/katzenmordwaltrop
www.peta.de/jagd

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de